International
Energie

Putin erwägt Stopp der Gaslieferungen in EU – «jetzt sofort»

Putin erwägt Stopp der Gaslieferungen in EU – «jetzt sofort»

04.03.2026, 21:4104.03.2026, 21:41
epa12794944 Russian President Vladimir Putin (R) attends a meeting with Hungarian Foreign Minister Peter Szijjarto at the Kremlin in Moscow, Russia, 04 February 2026. EPA/MIKHAIL METZEL / SPUTNIK / KR ...
Wladimir Putin, hier bei einem Treffen mit dem ungarischen Aussenminister am Mittwoch.Bild: keystone

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. «Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen», sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.

Eine solcher Schritt dürfte, solle er beschlossen werden, die im Zuge des Iran-Kriegs ohnehin gespannte Lage auf dem Gasmarkt weiter verschärfen und die Energiepreise noch mehr in die Höhe treiben. Das war schon nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 so.

Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fussfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick.

Russland will auf verlässliche Partner setzen

Putin behauptete, dass es keinen politischen Hintergrund für seine Überlegungen gebe. Es gehe ums Geschäft. Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnehme, «ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und uns dort zu etablieren», sagte er. In dem Interview sprach er selbst auch über die Preistreiberei auf dem Gasmarkt, schuld daran sei eine fehlerhafte Politik in der EU.

Russland hatte wegen der EU-Sanktionen seine Gaslieferungen massiv diversifiziert und vor allem nach China ausgeweitet. Trotz der Sanktionen liefert die Energiegrossmacht aber immer noch Gas in die EU. Die Europäische Union will bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von Erdgas aus Russland sein und jegliche Importe stoppen.

Die EU hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (rund 7,6 Milliarden), wie aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. Insgesamt wurde 2025 Flüssigerdgas (LNG; liquefied natural gas) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste – für rund 24,2 Milliarden Euro – kam aus den USA. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kristi Noem's Befragung vor dem US-Senat eskaliert
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
17-jähriger Deutscher soll US-Jugendliche in den Tod getrieben haben
Über eine Social-Media-Plattform soll ein 18-jähriger aus Hamburg eine Jugendliche in den USA in den Tod getrieben haben.
Der Deutsche wurde verhaftet, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Hamburg gemeinsam mitteilten.
Zur Story