Superdry-Mitgründer James Holder wegen Vergewaltigung verurteilt
James Holder, 54, wurde am Gloucester Crown Court von einer Jury aus sieben Männern und fünf Frauen der Vergewaltigung für schuldig befunden. Der Vorfall ereignete sich im Mai 2022 in Cheltenham, England. Holder war an jenem Abend mit Bekannten unterwegs und gelangte schliesslich in die Wohnung einer Frau, wo er sie angriff. Ein weiterer Freispruch erfolgte: Von einem zweiten Vorwurf – sexuelle Nötigung durch Eindringen – wurde Holder freigesprochen.
Ein Antrag seiner Verteidigung auf Kaution, um persönliche Angelegenheiten zu regeln und sich von der Familie zu verabschieden, lehnte Richter David Chidgey ab. Holder sei aufgrund seiner «erheblichen finanziellen Mittel» ein zu hohes Fluchtrisiko.
Abend endete in der Wohnung des Opfers
Laut Anklage war Holder am 6. Mai 2022 spontan ausgegangen. Eine Zeugin sagte aus, sie habe für Holder und das spätere Opfer je ein separates Taxi gerufen – Holder sei jedoch in das Taxi der Frau eingestiegen. In ihrer Wohnung angekommen, schlief er auf ihrem Bett ein, während ein Begleiter das Sofa belegte. Das Opfer legte sich auf den Boden.
Ankläger James Haskell schilderte dem Gericht, wie Holder in der Nacht im Wohnzimmer erschien und die Frau aufforderte, zu ihm ins Schlafzimmer zu kommen. Als sie ablehnte, zog er sie ans Bett. Er habe sie weiterhin begrapscht, ihr die Unterkleider weggezogen, was sie zu verhindern versucht habe. «An einem Punkt begann sie zu weinen – aber er hörte nicht auf», so die Anklage. Der Frau gelang es schliesslich, sich zu befreien und das Zimmer zu verlassen. Holder verliess die Wohnung kurz darauf.
Freiwillig bei der Polizei erschienen
Das Opfer erstattete Anzeige und wurde im Juli 2022 per Video von Ermittlern befragt. Holder erschien ebenfalls freiwillig zur polizeilichen Einvernahme, in der er nach Gerichtsangaben von seiner Zuneigung zu Frauen und seiner Einstellung gegenüber Alkohol sprach. Er sagte, sein Instinkt sei es, «Frauen zu schützen».
Superdry distanziert sich
Holder hatte Superdry 2003 gemeinsam mit Julian Dunkerton gegründet. Das Unternehmen erklärte, Holder habe die Modemarke 2016 als Direktor und Angestellter verlassen, ein Beratungsmandat sei 2019 beendet worden. «Der Fall betrifft einen Vorfall aus dem Jahr 2022, lange nach jeder Funktion bei Superdry», teilte ein Sprecher mit.
Das Gloucestershire Rape and Sexual Abuse Centre (GRASAC) bezeichnete den Fall als deutliche Erinnerung daran, dass sexualisierte Gewalt auch von Personen mit Macht, Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen ausgehen könne. Die Geschäftsführerin Sharne Maher würdigte den Mut des Opfers, den Vorfall gemeldet zu haben.
Die Urteilsverkündung findet am 7. Mai am Bristol Crown Court statt. (mke)
