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Lesbisches Paar in London blutig geschlagen – weil sie sich nicht küssen wollten



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Bild:Facebook

Gerade waren die 28-jährige Melania Geymonat und ihre Freundin Chris auf einem Date. Mit einem Doppeldecker-Bus fuhren die beiden Frauen in den frühen Morgenstunden durch den Londoner Stadteil Camden nach Hause, da stieg eine Gruppe Männer zu.

Die beiden Frauen wissen nicht genau, wie diese Männer ihre Homosexualität bemerkten. Vielleicht wegen einer Umarmung, oder einem Kuss. Aber nach kurzer Zeit fangen die Fremden mit Beleidigungen an, rücken den beiden auf die Pelle.

«In einem Versuch, die Lage zu beruhigen, habe ich angefangen, Witze zu machen», schreibt Geymonat auf Facebook. Chris, so schreibt sie weiter, habe sogar vorgegeben, dass sie krank sei. Aber die Männer wollen sie einfach nicht in Ruhe lassen, werfen Münzen nach Ihnen, wollen sie zu einem Kuss zwingen.

Dann kommt der Übergriff. Erst greifen die Männer offenbar Chris an, dann auch Geymonat. «Das nächste, an das ich mich erinnere, ist dass mich jemand schlägt», schreibt sie. Die Männer haben ihr bei diesem Übergriff vermutlich die Nase gebrochen, sie stahlen Handy und Tasche.

Nachdem die Sache endlich vorbei ist, ruft jemand den Krankenwagen.

Der Fall zieht auch politisch Kreise

Gerade weil die beiden Frauen sich entschlossen haben, offensiv und offen auf Facebook über die homophobe Gewalt gegen sie zu berichten, zieht der Londoner Fall jetzt auch politische Kreise.

Sogar der Londoner Bürgermeister meldet sich zu Wort:

«Hassverbrechen gegen die LGTBQ-Community werden in London nicht toleriert», schreibt er.

Der Fall ist auch deshalb so kontrovers, weil die Zahl an homophoben und sexistischen Übergriffen in London in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Die BBC schreibt mit Blick auf aktuelle Polizeistatistiken von rund 2'300 gemeldeten Übergriffen im Jahr 2018. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es noch rund 1'500 Übergriffe. Die wachsende Zahl, so heisst es weiter, habe auch mit dem wachsenden Mut der Opfer zu tun, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.

Und so macht auch der Gang der beiden Londoner Frauen an die Öffentlichkeit sowie die heftigen Reaktion wenigstens ein wenig Hoffnung.

Denn viele Prominente stellen sich demonstrativ hinter sie

Politiker:

Medienleute:

Aktivistinnen:

(mbi)

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123 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Pathoba
07.06.2019 16:13registriert July 2016
Lesbische Paare verprügeln, weil sie sich nicht küssen und schwule Paare verprügeln, weil sie sich küssen.
Bilderbuchbeispiel für den Geisteszustand dieser Typen... 🤦🏻‍♂️
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Cosmopolitikus
07.06.2019 16:34registriert August 2018
Echt jetzt 🤬???
Wie krank muss männliches Ego sein, um so tief zu fallen. Ich möchte gerne wissen, wie solche Typen aufgewachsen sin. Shame on you!
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Sherlock_Holmes
07.06.2019 16:45registriert September 2015
Unfassbar, abgrundtief nie­der­träch­tig!
Egal gegen wen, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft.
Jeder einzelne ist gefordert, dem eine offene, mitmenschliche, solidarische und freie Gesellschaft am Herzen liegt.
Verantwortlich sind nicht zuletzt die Brandstifter und – stifterinnen. Jene Politikerinnen und Politiker, die grossen wie die kleinen – welche wir nur zu gut kennen.
Die Missgünstigen, Kleinherzigen und Eiferer sowie religiösen Fanatiker.
Aber auch privat oder am Arbeitsplatz.
Geben wir der Ausgrenzung, dem unterschwelligen oder offenen Hass keine Chance!
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