International
EU

47 Polizisten bei Ausschreitungen in Nordmazedonien verletzt

People light flares and throw eggs and stones on the foreign ministry building during a protest in Skopje, North Macedonia, late Tuesday, July 5, 2022. Violent protests erupted in North Macedonia&#039 ...
Die Menschen gingen in Skopje mit Fahnen und Leuchtgeschossen auf die Strasse. Auch Eier wurden geworfen.Bild: keystone

47 Polizisten bei Ausschreitungen in Nordmazedonien verletzt

06.07.2022, 11:0006.07.2022, 14:14

Bei Protesten gegen Zugeständnisse der nordmazedonischen Regierung für EU-Beitrittsgespräche sind in der Hauptstadt Skopje 47 Polizisten verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Auf Twitter wurde derweil auch der Polizei vorgeworfen, unangemessene Gewalt gegenüber Protestierenden ausgeübt zu haben.

Elf Demonstranten wurden am späten Dienstagabend festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Makfax am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei. Die nationalistische Oppositionspartei VMRO-DPMNE hatte zu dem Protest aufgerufen.

Damit die Verhandlungen über den Beitritt des kleinen Balkanlandes zur EU demnächst beginnen können, musste die sozialdemokratische Regierung in Skopje gewisse Zugeständnisse an das Nachbarland und EU-Mitglied Bulgarien machen. Insbesondere soll Nordmazedonien die rund 3500 Menschen umfassende Volksgruppe der Bulgaren in die Präambel seiner Verfassung aufnehmen. Bulgarien hatte den Beginn der Beitrittsgespräche mehr als zwei Jahre lang mit Vetodrohungen blockiert.

In Gesprächen mit EU-Ratspräsident Charles Michel hatte Ministerpräsident Dimitar Kovacevski am Dienstag betont, dass sein Land mit den Bedingungen für den Beginn der Beitrittsgespräche leben könne. Die ursprünglichen bulgarischen Forderungen waren viel weiter gegangen und hatten auch Fragen der Geschichtsschreibung und der Sprachpolitik umfasst.

Die nationalistische Opposition empfindet aber auch die nun gemachten Zugeständnisse als inakzeptabel. Ihre Anhänger bewarfen die Polizisten bei dem Protest mit Steinen, Eisengegenständen, Brandbomben und Feuerwerkskörpern. Bei ihrem Zug durch die Innenstadt hätten sie die Gebäude des Parlaments, der Regierung und des Aussenministeriums beschädigt, hiess es in den Berichten. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Verdacht auf Pest-Ausbruch: Klinik in Sibirien abgeriegelt
In der russischen Region Irkutsk steht eine Klinik unter Quarantäne. Eine junge Frau soll an Lungenpest gestorben sein – offiziell bestätigt ist der Fall aber nicht.
Die stationäre Abteilung eines Kreiskrankenhauses in Schelechow, einer Stadt nahe der sibirischen Regionalhauptstadt Irkutsk, ist abgeriegelt. Auslöser ist nach Behördenangaben der Verdacht auf eine «besonders gefährliche Infektion» bei einer Patientin. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll die Frau an der Lungenpest gestorben sein, einer Form der Pest, die die Lunge befällt und über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Zur Story