International
China

Ostsee-Datenkabel wird repariert: China weiter verdächtig

Defektes Datenkabel in der Ostsee wird repariert – China weiter verdächtig

25.11.2024, 11:4525.11.2024, 11:45

In der Ostsee hat die Reparatur eines beschädigten Telekommunikationskabels zwischen Helsinki und Rostock begonnen.

Das Spezialschiff «Cable Vigilance» traf am frühen Morgen aus dem französischen Calais am Ort des Kabelbruchs ein und nahm die Reparaturarbeiten auf, wie aus Angaben des Kabelbetreibers Cinia hervorging. Planmässig soll das unterseeische Kabel C-Lion1 bis Ende November wiederhergestellt sein.

Cinia hatte vor einer Woche südöstlich der schwedischen Insel Öland einen Defekt an C-Lion1 festgestellt. Seitdem sind die Kommunikationsverbindungen über das Kabel unterbrochen. Kurz darauf war bekannt geworden, dass nicht einmal 24 Stunden zuvor auch Schäden an einem weiteren Kommunikationskabel in der Ostsee zwischen der schwedischen Insel Gotland und Litauen aufgetreten waren.

Die Ursache ist in beiden Fällen bislang nicht geklärt. Die schwedische Polizei hat Ermittlungen wegen möglicher Sabotage aufgenommen, auch Behörden anderer Länder ermitteln dazu, ob die Kabel vorsätzlich beschädigt wurden.

Chinesischer Frachter weiter im Fokus der Ermittlungen

In den Fokus der Ermittler ist ein chinesisches Schiff mit dem Namen «Yi Peng 3» gerückt. Schiffe von Behörden verschiedener NATO-Staaten – darunter zwei aus Deutschland – befinden sich Trackingdiensten zufolge in der Nähe des Frachters, der seit Tagen im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden südlich der kleinen Insel Anholt vor Anker liegt. Ob die «Yi Peng 3» festgesetzt worden ist, ist weiterhin nicht offiziell bestätigt worden.

Aus dem chinesischen Aussenministerium hiess es, man stehe mit den in diesen Fall involvierten Parteien über die diplomatischen Kanäle in Kontakt. Zu den genauen Umständen des chinesischen Schiffes könnten keine weiteren Informationen unterbreitet werden, sagte Sprecherin Mao Ning in Peking.

Das Glasfaserkabel C-Lion1 verläuft auf einer Länge von 1173 Kilometern zwischen Helsinki und Rostock und verbindet mitteleuropäische Telekommunikationsnetzwerke mit Finnland und anderen Ländern in Nordeuropa.

Grössere Beeinträchtigungen für die Internetverbindungen von Nutzern oder für den Datenverkehr soll es durch den Kabelbruch bislang nicht gegeben haben, da Betreiber auf andere Verbindungen ausweichen können. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hudi16
25.11.2024 15:17registriert April 2022
Müssen wir jetzt auch noch Kameras entlang von solchen Datenkabeln I'm Meer anbringen?
Sollte wirklich herauskommen, dass es China war, muss das einschneidende Konsequenzen haben. Mit so jemandem handelt man nicht.
347
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rannen
25.11.2024 15:31registriert Januar 2018
Vermutlich liegt man mit der Verdächtigung mit China nicht weit daneben! Den Chinesen ist alles zu zu trauen wie den Russen!
296
Melden
Zum Kommentar
12
Europas Luxusbranche tut alles, um den US-Markt für sich zu gewinnen
Von Dior über Louis Vuitton bis hin zu Gucci – die grossen europäischen Modehäuser verstärken ihre Bemühungen, die USA für sich zu gewinnen. Mit gigantischen Modenschauen, Stars und kulturellen Kooperationen wird der US-Markt für die Luxusbranche strategisch wichtiger denn je.
Gucci mitten auf dem Times Square oder Chanel auf einem New Yorker U-Perron: Die renommiertesten Modehäuser Europas veranstalten immer häufiger spektakuläre Modenschauen in den Vereinigten Staaten – einem Markt, der für die Branche zugleich Schlüsselmarkt und Trendbarometer ist. Dior, das 2024 im Brooklyn Museum eine Kollektion mit Retro-Akzenten in den Farben der amerikanischen Flagge präsentierte, entschied sich Mitte Mai für das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) als Schauplatz seiner Cruise-Modenschau – eine Hommage an das goldene Zeitalter des Hollywood-Kinos.
Zur Story