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Erdogan macht Schliessung liberaler Uni in Istanbul rückgängig

Nach Protesten: Erdogan macht Schliessung liberaler Uni in Istanbul rückgängig

25.05.2026, 11:4525.05.2026, 11:45

Nach Protesten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Schliessung der renommierten Bilgi-Universität in Istanbul rückgängig gemacht. Ein entsprechendes Dekret wurde am Sonntagabend im Amtsblatt veröffentlicht. Damit revidierte er eine Entscheidung von Freitag, die als liberal geltende Hochschule zu schliessen.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan gives a speech during the open ceremony during the Antalya Diplomacy Forum, in Antalya, southern Turkey, Friday, April 17, 2026. (AP Photo/Riza Ozel)
Recep ...
Erdogan hat nach Protesten die Schliessung der Bilgi-Universität rückgängig gemacht.Bild: keystone

Am Wochenende hatten Studenten und Lehrkräfte auf dem Campus gegen die Schliessung demonstriert. Die Polizei setzte Tränengas ein, Medienberichten zufolge gab es auch Festnahmen. Die Entscheidung zur Schliessung am Freitag kam kurz vor Ende des Semesters – Studierende kritisierten, dass sie teils nicht in der Lage seien, ihr Studium abzuschliessen.

Auf der Website der Hochschule wurde mitgeteilt, die Entscheidung zum Weiterbetrieb sei getroffen worden, um das Recht der Studierenden auf Bildung zu wahren.

Hochschule seit vergangenem Jahr unter staatlicher Kontrolle

Die Bilgi-Universität, die auch am Erasmus-Austauschprogramm teilnimmt, war im September vergangenen Jahres unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Hintergrund waren unter anderem Vorwürfe von Betrug und Geldwäsche gegen die Can Holding, zu der die Hochschule zuvor gehörte.

Die Studentenproteste fielen zusammen mit Demonstrationen gegen die Absetzung des Chefs der grössten Oppositionspartei CHP Özgür Özel. Er war am Donnerstag gerichtlich des Amtes enthoben worden. Am Sonntag hatte die Polizei die CHP-Parteizentrale gestürmt, wo sich Özel mit seinen Unterstützern verschanzt hatte. Es gab zahlreiche Demonstrationen gegen die Absetzung – unter anderem in den drei grössten Städten des Landes, Istanbul, Ankara und Izmir. (hkl/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Apropopos
25.05.2026 12:28registriert Mai 2025
Die Risse in der Fassade vom Rechtspopulisten und Vernichter der säkularen Türkei werden grösser. International den Vermittler spielen wollen, gut Freund mit Trump UND Putin, dabei schon Grossmachtsfantasien hegen in Bezug auf Gebiete von Nachbarländern. Und innenpolitisch wird die Opposition durch fadenscheinige Anklagen, willkürliche Verhaftungen und richterliche Mauscheleien, quasi nichtexistent für die weitere Zukunft. Die staatliche Kontrolle der Uni ist ein weiteres Mosaiksteinchen.
Wieder ein alter ewiggestriger Mann, mit fürchterlicher Angst vor Macht- und Kontrollverlust. Best Buddy.
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