International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Messerattacke in Paris – mindestens fünf Tote



Ein Mitarbeiter des Pariser Polizeipräsidiums griff am Donnerstagnachmittag mit einem Messer bewaffnet mehrere Sicherheitskräfte an. Bei dem Messerangriff sind mindestens vier Polizisten getötet worden, teilten die Ermittler mit.

epa07891708 French police and security forces establish a security perimeter near Paris police headquarters after a man has been killed after attacking officers with a knife in Paris, France, 03 October 2019. According to recent reports, four people were killed, including the attacker.  EPA/IAN LANGSDON

Einsatzkräfte vor dem Polizeipräsidium. Bild: EPA

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Die Umgebung des Polizei-Hauptquartiers wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt. Rund zehn Feuerwehrwagen waren im Einsatz. In einer Lautsprecher-Durchsage war von einem «Angriff» die Rede, die Gegend werde «überwacht», hiess es.

Das Polizei-Hauptquartier liegt im Herzen der Stadt, in Laufweite der Pariser Kathedrale Notre-Dame auf der Seine-Insel Île de la Cité. In der Gegend sind normalerweise viele Touristen unterwegs.

Abteilung gegen Extremismus

Der Täter arbeitete Ermittlern zufolge bei der nachrichtendienstlichen Abteilung der Pariser Polizei (Direction du renseignement de la préfecture de police, DRPP), die unter anderem für den Kampf gegen Extremisten zuständig ist. Er soll für Computer zuständig gewesen und eine Behinderung gehabt haben. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben Hinweisen nach, wonach es einen Konflikt zwischen dem Täter und Kollegen gegeben habe.

Bei den toten Polizisten soll es sich nach Medienberichten um eine Frau und drei Männer handeln. Ein Augenzeuge des Angriffs berichtete, unter den Polizisten sei Panik ausgebrochen. «Ich habe einen Schuss gehört», sagte der Dolmetscher, der in dem Präsidium Dienst hatte. «Alle rannten, viele haben geweint.»

Macron am Tatort

Ein Mitarbeiter der Polizeigewerkschaft Alliance, Loïc Travers, sagte dem Sender BFM-TV, der Täter habe mehr als zwanzig Jahre in dem Präsidium gearbeitet. Er habe als «vorbildlicher Angestellter ohne Vorgeschichte» gegolten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron begab sich in das Präsidium, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auch Regierungschef Edouard Philippe und Innenminister Christophe Castaner waren vor Ort. «Paris weint um seine Angehörigen», schrieb Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie sprach von einer «schrecklichen Attacke».

Einige Skandale

Die Pariser Polizei war in den vergangenen Jahren durch mehrere Skandale erschüttert worden. Im Februar wurden zwei Beamte wegen der Vergewaltigung einer Touristin in dem Hauptquartier zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt. Für Schlagzeilen sorgte auch der Fall eines Drogenfahnders, der Kokain gestohlen haben soll.

Der Angriff ereignete sich einen Tag nach einem «Wutmarsch» tausender Polizisten für bessere Arbeitsbedingungen in der französischen Hauptstadt. Die Polizei gilt als chronisch überlastet. Seit 2015 machte ihr die Serie islamistischer Anschläge in Frankreich mit mehr als 240 Toten zu schaffen. Seit dem vergangenen Herbst stieg der Druck durch Gewalt am Rande von «Gelbwesten»-Protesten. (sda/afp)

Update folgt

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Aktuelle Polizeibilder: Automobilist prallt in Elekrokasten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • homo sapiens melior 03.10.2019 17:37
    Highlight Highlight Das Klima am Arbeitsplatz in Zeiten des allgegenwärtigen finanziellen Optimierungzwangs.
  • El Vals del Obrero 03.10.2019 17:16
    Highlight Highlight Übel, aber offenbar ein arbeitsumfeldbedingter Amoklauf ohne grössere politischen, religiösen oder terroristischen Hintergründen.

    Sicher werden nun viele sagen "das ist der Beweis, dass man auch ohne Schusswaffen töten kann". Nur hätte er mit einem Maschinengewehr statt einem Messer in der selben Zeit wohl 50 statt 5 Personen ermordet.
    • Basti Spiesser 04.10.2019 10:54
      Highlight Highlight Wurde bekannt, dass der Typ kürzlich tum Islam konvertierte, Frauen nicht mehr grüsste und deswegen Probleme bei der Arbeit bekam. Könnte durchaus ein religiöses Motiv sein...
  • Baba 03.10.2019 17:08
    Highlight Highlight Mit den bisher bekannten Informationen erinnert mich die Tat an jene von Günther Tschanun 1986 in Zürich.

Polizei knackt riesiges Chat-Netzwerk von Kriminellen – Hunderte Festnahmen

Ermittlern aus mehreren Ländern ist durch das Entschlüsseln von Verbrecher-Chats ein grosser Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Europa gelungen. Es gab Hunderte Festnahmen. 19 Drogenlabore wurden ausgehoben, Tausende Kilo Kokain, Crystal Meth und andere Drogen beschlagnahmt.

Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich gelang es, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen, wie die europäische Justizbehörde Eurojust am Donnerstag in Den Haag mitteilte. Das Eindringen …

Artikel lesen
Link zum Artikel