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FILE PHOTO: French Interior Minister Bruno Le Roux visits the territorial direction of local security of Seine-Saint-Denis in Bobigny, near Paris, France, December 22, 2016.  REUTERS/Charles Platiau/File Photo

Le Roux. Bild: © Charles Platiau / Reuters/REUTERS

Töchtern Jobs im Parlament verschafft: Französischer Innenminister Le Roux tritt zurück

21.03.17, 18:22 22.03.17, 16:32


Nach Enthüllungen über eine Scheinbeschäftigung seiner Töchter im Parlament hat Frankreichs Innenminister Bruno Le Roux hat nach nur dreieinhalb Monaten im Amt seinen Rücktritt eingereicht. Nachfolger soll Matthias Fekl werden.

Dies teilte der Elysée-Palast am Dienstagabend mit. Die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft hatte zuvor vorläufige Ermittlungen gegen Le Roux wegen einer möglichen Scheinbeschäftigung seiner Töchter eingeleitet.

Er habe bei Präsident François Hollande seinen Rücktritt eingereicht, sagte der Sozialist Le Roux in der Präfektur von Bobigny. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen, fügte er hinzu. Die Verträge seiner Töchter hätten «natürlich alle der wirklich geleisteten Arbeit» entsprochen. Sie hätten besonders im Sommer oder während der Schulferien für ihn gearbeitet.

epa05862142 (FILE) French junior minister for foreign trade Matthias Fekl arriving prior to a meeting  with French-African entrepreneurs at the Elysee Palace in Paris, France, 07 October 2016 (reissued on 21 March 2017). Fekl was named the new Interior Minister of France on 21 March 2017, after Bruno Le Roux announced his resignation as Interior Minister following the opening of an investigation over his two daughters' summer jobs as parliamentary assistants.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Matthias Fekl tritt in Le Roux' Fussstapfen. Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Nach einem Bericht der Sendung «Quotidien» des TV-Senders TMC soll Le Roux seine beiden Töchter als parlamentarische Mitarbeiterinnen beschäftigt haben. Allerdings überschneiden sich die Arbeitstermine zum Teil mit Praktikums- und Schulzeiten der beiden jungen Frauen, was auf eine illegale Scheinbeschäftigung hinweisen könnte.

Erst 15 und 16 Jahre alt

Familienmitglieder zu beschäftigen ist französischen Abgeordneten grundsätzlich erlaubt. Allerdings waren die Mädchen zu Beginn der Beschäftigung erst 15 und 16 Jahre alt. Für Minderjährige gelten strenge Auflagen. Laut dem TV-Bericht geht es um Einnahmen von insgesamt rund 55'000 Euro.

Das Büro des Ministers erklärte dem TV-Sender, die Aufgaben hätten vor und nach dem Praktikum aus der Ferne erledigt werden können. Ähnlich argumentierte das Büro auch in einem anderen Fall, wo eine Tochter laut «Quotidien» einen Monat in Vollzeit angestellt gewesen war, obwohl sie nur zwei Wochen Uni-Ferien hatte.

Le Roux leitete das Innenministerium erst seit Anfang Dezember. Le Roux' Nachfolger, der 39 Jahre alte Fekl, war zuletzt Staatssekretär für Aussenhandel.

epa05862283 French right-wing party 'Les Republicains' candidate for the 2017 French presidential elections, Francois Fillon, delivers a speech during an election campaign meeting in Courbevoie, near Paris, France, 21 March 2017.  EPA/ETIENNE LAURENT

Schlechte Publicity verträgt es nicht, das musste auch François Fillon schmerzlich erfahren. Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

Die Affäre Fillon

Vor der ersten Runde der Präsidentenwahl am 23. April sind Vorwürfe der Vetternwirtschaft ein heisses Eisen. Der konservative Kandidat François Fillon büsste in Umfragen seinen Vorsprung ein, nachdem der Vorwurf aufkam, er habe seine Ehefrau jahrelang zum Schein beschäftigt.

Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (sda/afp/dpa/reu)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rolf.iller 21.03.2017 22:15
    Highlight Das ist doch toll. Macht grad do den Anschein als ob Regierumhen transpatemter werden. Ein Hoch auf Whistleblower und mutige Staatsanwälte.
    2 1 Melden
  • Butzdi 21.03.2017 21:55
    Highlight Gut das dies geahndet wird. Ennet dem Teich besorgt der Papa der Angebeteten - ups... Tochter ein Büro im Weissen Haus, Zutritt zu Geheimsitzungen, internationalen Leadern und Sicherheitsfreigabe zu Geheiminfos. Alles ohne einen Titel oder Jobbeschrieb. DAS ist wirkliche Vetternwirtschaft.
    1 3 Melden
  • amore 21.03.2017 19:06
    Highlight Was sind denn das für armselige Typen, das Volk so krass zu hintergehen?
    9 0 Melden

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