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Britischer Ex-Premier Tony Blair warnt: «Setzt nicht auf den linken Kandidaten, sonst droht uns die Vernichtung»

Lässt mit einer Brandschrift gegen Atomwaffen- und Privatisierungs-Gegner Jeremy Corbyn aufhorchen: Tony Blair. 
Lässt mit einer Brandschrift gegen Atomwaffen- und Privatisierungs-Gegner Jeremy Corbyn aufhorchen: Tony Blair. Bild: Matt Rourke/AP/KEYSTONE

Britischer Ex-Premier Tony Blair warnt: «Setzt nicht auf den linken Kandidaten, sonst droht uns die Vernichtung»

13.08.2015, 10:1213.08.2015, 10:26

Grossbritanniens früherer Premierminister Tony Blair hat vor der Wahl eines neuen Labour-Vorsitzenden an alle Stimmberechtigten appelliert, nicht auf den Parteilinken Jeremy Corbyn zu setzen. Andernfalls drohe den britischen Sozialdemokraten die «Vernichtung».

Ist dem Labour-Establishment ein Dorn im Auge: Jeremy Corbyn, zusammen mit Unterstützern.
Ist dem Labour-Establishment ein Dorn im Auge: Jeremy Corbyn, zusammen mit Unterstützern.Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Das schrieb Blair am Donnerstag in der Zeitung «Guardian». Nie zuvor habe Labour in so «tödlicher Gefahr» geschwebt, beschwor Blair die Parteimitglieder, Gewerkschafter und Anhänger, die von Freitag an den Nachfolger des zurückgetretenen Wahlverlierers Ed Miliband bestimmen. Das Ergebnis wird am 12. September bekanntgegeben.

Parteimitglieder befürchten Unterwanderung

Corbyn biete nichts Neues, sondern kehre zurück zu erfolglosen Forderungen aus der Zeit der Klassenkämpfe in den 1980er Jahren. 

Der 66-Jährige konkurriert mit drei weiteren Kandidaten um den Posten des Labour-Chefs und hat in den vergangenen Wochen immer wieder Schlagzeilen gemacht, weil er unter anderem für Verstaatlichungen und die Abschaffung der britischen Atomwaffen eintritt. Nachdem Corbyn lange als chancenlos galt, liegt er in Umfragen und bei den Buchmachern inzwischen vorn.

Die Wahl des neuen Parteichefs ist umstritten, da sich erstmals auch ausserparteiliche Unterstützer anmelden konnten, um mitzuwählen. Viele Labour-Mitglieder fürchten eine Unterwanderung durch extreme Linke und Parteigegner. (sda/dpa)

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