International
Gesundheit

Hantavirus: «Hondius» nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande

«Hondius» nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande

11.05.2026, 22:0411.05.2026, 22:04

Die Ausschiffung der Passagiere und Besatzungsmitglieder des von Infektionen mit dem Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes «Hondius» auf Teneriffa ist abgeschlossen worden. Eine letzte Gruppe von 28 Menschen verliess das Schiff unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Sie wurden am Abend mit zwei Maschinen Richtung Eindhoven ausgeflogen, wie im spanischen TV-Sender RTVE zu sehen war.

epaselect epa12947798 The MV Hondius cruise ship, affected by several hantavirus cases, remains anchored inside the Port of Granadilla de Abona in Tenerife, Spain, 11 May 2026. Authorities prepared to ...
Die «Hondius» fährt weiter in die Niederlande.Bild: keystone

Damit die Menschen das Schiff verlassen konnten, musste es doch noch an einem Pier festgemacht werden. Grund war zunehmend stürmischer Wind, der die Ausschiffung von der bisher im Hafen vor Anker liegenden «Hondius» zu riskant gemacht hätte, sagte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García. Kurz nachdem die Menschen von Bord gegangen waren, stach die «Hondius» mit einer Restbesatzung in See, um nach Rotterdam zu fahren.

Teneriffa hat Sorge vor infizierten Nagern

Die Tatsache, dass das Schiff nun doch wenn auch nur kurz mit dem Land verbunden war, dürfte für Kritik auf der Insel sorgen. Die Regionalregierung der Kanaren hatte im Vorfeld darauf bestanden, dass die «Hondius» nicht anlegt, weil sie Sorge hatte, Mäuse mit dem Hantavirus könnten an Land gelangen. García hatte das jedoch unter Berufung auf Experten ausgeschlossen.

Vom Flughafen Teneriffa Süd hob zunächst ein Passagierjet ab. An Bord waren nach Angaben von García 22 Besatzungsmitglieder der «Hondius» verschiedener Nationalitäten. Mit dabei sollte auch ein deutsches Crewmitglied sein, wie das niederländische Aussenministerium mitteilte.

Beim zweiten Flugzeug handelte es sich um ein kleineres Sanitätsflugzeug, mit dem laut García vier Australier, ein Neuseeländer und ein Brite ausgeflogen werden sollten. Auch diese Maschine sollte zunächst nach Eindhoven fliegen.

Spaniens Gesundheitsministerin äussert «Stolz»

Damit sind seit Sonntag insgesamt 122 Menschen unter strikten Sicherheitsvorkehrungen von dem Schiff an Land und dann per Flugzeug in Richtung ihrer Heimatländer geflogen worden. García dankte allen Beteiligten und äusserte «Stolz» darüber, dass Spanien zu einer derartig komplizierten und «einzigartigen» Aktion in der Lage gewesen sei. Das sei ein grosser Erfolg.

Die «Hondius» wurde in einigen Tagen in Rotterdam erwartet. Mit an Bord ist auch der Leichnam der am 3. Mai auf See gestorbenen Deutschen. In den Niederlanden soll das Schiff dann gründlich desinfiziert werden. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Hegseth provoziert bei D-Day-Rede: «Invasion» an Europas Küsten
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei seiner Rede zum D-Day einen provokanten Vergleich zwischen der Landung der Alliierten 1944 und der heutigen Migration in die EU gezogen.
An den Stränden in Spanien, Italien, Griechenland und Bulgarien kämen heute Menschen und Schiffe an, die «gefährliche Ideologien» mit sich brächten, sagte Hegseth auf dem US-Friedhof in Colleville-sur-Mer beim Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 82 Jahren.
Zur Story