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600 Flüchtlinge pro Tag: UNO warnt vor Flüchtlingskatastrophe in Griechenland

600 Flüchtlinge pro Tag: UNO warnt vor Flüchtlingskatastrophe in Griechenland

05.06.2015, 15:5305.06.2015, 15:53

Griechenland benötigt laut UNO dringend Unterstützung bei der Bewältigung des dramatisch angestiegenen Flüchtlingsstroms. Die Zahl der Flüchtlinge der ersten fünf Monate dieses Jahres ist fast gleich gross wie jene des ganzen letzten Jahres.

Mehr als 42'000 Flüchtlinge trafen von Januar bis Ende Mai in Griechenland ein, wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mitteilte. In der gleichen Periode waren es im vergangenen Jahr 6500. Und im ganzen vergangenen Jahr kamen 43'500 Flüchtlinge in das südeuropäische Land.

Die Ausnahmezentren seien hoffnungslos überfüllt.
Die Ausnahmezentren seien hoffnungslos überfüllt.Bild: YANNIS BEHRAKIS/REUTERS

Zurzeit treffen laut UNHCR im Schnitt 600 Flüchtlinge pro Tag auf den griechischen Inseln ein. Vor allem aus den Konfliktregionen in Syrien, dem Irak und Libyen kämen immer mehr Menschen.

Das kurz vor der Staatspleite stehende Euro-Land verfüge nicht über die Mittel, zusätzlich eine humanitäre Katastrophe zu bewältigen, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming. Der Zustrom von Flüchtlingen werde sich eher noch erhöhen.

Griechenland

Sehr schlechte Bedingungen

Die drei Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos seien völlig überfüllt. Die ankommenden Flüchtlingen hätten keine Wahl als draussen zu übernachten, während sie auf ihre Registrierung warteten, schilderte das UNHCR die Zustände.

Auf der Insel Kos, wo es kein Aufnahmezentrum gibt, seien seit Jahresbeginn 7000 Flüchtlinge angekommen. Sie seien in einem leeren Hotel untergebracht. Die hygienischen Bedingungen seien schlecht.

Auf einigen Inseln sind laut UNO Ortsansässige freiwillig im Hilfseinsatz und organisieren bei Restaurants und Bäckereien Lebensmittelhilfe. Die Flüchtlinge schlafen unter freiem Himmel oder in leerstehenden Gebäuden.

Das UNHCR hat sein Engagement in Griechenland erhöht und appellierte an die Europäische Union (EU), ihre Unterstützung ebenfalls auszuweiten. (lhr/sda)

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