Diese 5 Personen haben über ihr Verhältnis mit Epstein gelogen
Die Epstein Files halten gerade die Politik und ganz Hollywood in Atem. Am letzten Freitag wurden drei Millionen neue Seiten aus den Akten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Diese enthüllten die Namen von hunderten bekannten Persönlichkeiten. Einige davon haben über Jahre hinweg abgestritten, je mit Epstein in Kontakt gewesen zu sein – oder zumindest nicht zu der Zeit, in der dieser sich strafbar gemacht hatte. Diese Lügen fliegen ihnen nun um die Ohren.
Andrew Mountbatten-Windsor (ehemals Prinz Andrew)
Virginia Giuffre machte 2009 publik, dass sie mit 16 Jahren von Ghislaine Maxwell angesprochen wurde und daraufhin in das Netz von Jeffrey Epstein geraten sei. Ghislaine Maxwell gilt als die Zuhälterin im Epstein-Fall und wurde 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt. In einem Interview mit BBC sagte Giuffre aus, dass sie sexuell ausgenutzt und von Epstein «weitergereicht» worden sei.
Einer der Täter soll dabei Prinz Andrew (heute Andrew Mountbatten-Windsor) gewesen sein. Er soll sie im Alter von 17 Jahren mehrmals sexuell missbraucht haben. Der heute 65-Jährige bestritt stets, die unterdessen verstorbene Virginia Giuffre gekannt zu haben. In den neu veröffentlichten Akten gibt es jedoch eine E-Mail von Ghislaine Maxwell, die anderes zeigt. So wird darin bewiesen, dass ein Foto vom ehemaligen Royal und der jungen Virginia Giuffre echt ist.
Kronprinzessin Mette-Marit
Bereits vor Jahren wurde bekannt, dass die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Kontakt zu Epstein hatte. Die neuen Files bestätigen dies nun. Für besonders viel Aufsehen sorgt dabei ein Mail-Verkehr, in dem es um einen Besuch auf Epsteins Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida im Jahr 2013 ging. Dem Sender NRK bestätigte der Palast, dass Mette-Marit das Haus von Epstein über einen gemeinsamen Freund gemietet habe. Die Kronprinzessin habe dort vier Tage lang gemeinsam mit einer Freundin gewohnt, teilte die Sprecherin des norwegischen Königshauses mit.
Wie der norwegische Sender VG berichtete, meinte die Kronprinzessin daraufhin, dass sie seit 2013 keinen Kontakt zu Epstein mehr hatte. In den neuen Veröffentlichungen der Files gab es aber nun einen E-Mail-Verkehr zwischen Epstein und Mette-Marit, der auf Juni 2014 datiert ist. Darin besprechen die beiden ein Treffen in New York, worauf Mette-Marit antwortete, dass «Dienstag passen würde». Ob das Treffen stattgefunden hat, ist bisher nicht bekannt.
Als «VG» daraufhin wissen wollte, wieso der Palast von einem Kontaktabbruch im Jahr 2013 gesprochen hatte, antwortete dieser, dass es zu einem Irrtum gekommen sei und Mette-Marit im Januar 2014 das letzte Mal Kontakt zu Epstein hatte. Als der Sender erneut nachhakte und wissen wollte, wieso die Mails dann im Juni 2014 ausgetauscht wurden, räumte der Palast einen erneuten Irrtum ein. Mette-Marit veröffentlichte daraufhin folgendes Statement:
Ob nun Mette-Marit 2013 oder 2014 das letzte Mal Kontakt zu Epstein hatte: In beiden Jahren lag bereits ein Schuldspruch und eine abgesessene Haft wegen Missbrauchs hinter ihm.
US-Handelsminister Howard Lutnick
Der US-Handelsminister Howard Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser «widerlichen Person» nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Doch diverse E-Mails beweisen nun das Gegenteil.
So kam es laut der veröffentlichten E-Mails beispielsweise am 23. Dezember 2012 zu einem Mittagessen auf der Karibikinsel Little Saint James zwischen den beiden Geschäftsmännern. Dabei waren acht Kinder anwesend.
Daraufhin hatten Epstein und Lutnick immer wieder Kontakt. Im Jahr 2017 spendete Epstein sogar 50'000 Dollar an eine Organisation zu Ehren von Lutnick.
WEF-CEO Børge Brende
Der WEF-CEO Børge Brende bestritt laut der norwegischen Zeitung Aftenpost im letzten November, je in Kontakt mit Jeffrey Epstein gewesen zu sein. Wie die neuen Files nun aber zeigen, war der 60-Jährige in den Jahren 2018 und 2019 mehrmals im Austausch mit dem verurteilten Sexualstraftäter. Es soll zudem zu mindestens drei Abendessen gekommen sein. Im Juni 2019 sendete Epstein Brende per Mail ein Foto einer Frau. Brende antwortete: «Ich hatte Recht, nicht wahr? Ein Riesenspass.»
Nach der Veröffentlichung der neuen Dokumente räumte Brende ein, seine Aussagen seien «falsch» gewesen. Er habe die Frage damals anders verstanden und bedauere, Epsteins Hintergrund nicht genauer geprüft zu haben.
Ehemaliger britischer Wirtschaftsminister Peter Mandelson
Die britische Polizei hat Ermittlungen gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson eingeleitet. Das, nachdem neue E-Mail-Verläufe aus den Epstein-Akten nahelegten, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Unternehmer weitergegeben haben könnte. So soll Mandelson angeblich 2010 einen Tag vor der Bekanntgabe des 500-Milliarden-Euro-Rettungspakets während der Euro-Krise vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben. Ausserdem deuten die Nachrichten darauf hin, dass er versuchte, die Einführung einer Steuer auf Bonuszahlungen für Bankerinnen und Banker zu verhindern.
Der 72-Jährige hat nach den Veröffentlichungen bereits seine Rolle als britischer Botschafter in den USA verloren und seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei sowie im britischen Oberhaus niedergelegt. Mandelson ist bisher einer der ersten bekannten Persönlichkeiten, gegen den wegen der Epstein Files ermittelt wird.
Auch weitere international bekannte Persönlichkeiten kommen in den neu veröffentlichten Akten vor. So sah sich auch Bill Gates gezwungen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. US-Präsident Donald Trump kommt ebenfalls in vielen Dokumenten vor, ebenso Tesla-Gründer Elon Musk. Eine öffentliche Stellungnahme haben die letzten beiden bisher nicht abgegeben.
(Mit Material von SDA)
