DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

5 Jahre Brexit-Referendum: Johnson sieht Potenzial dank EU-Austritt

23.06.2021, 05:44
Boris Johnson bleibt optimistisch.
Boris Johnson bleibt optimistisch.
Bild: keystone

Zum fünften Jahrestag des Brexit-Referendums hat der britische Premierminister Boris Johnson den Austritt aus der EU als Antrieb für Jobs und Erneuerung gelobt. «Diese Regierung hat den Brexit erledigt, und wir haben bereits unser Geld, unsere Gesetze, Grenzen und Gewässer zurückerobert», sagte Johnson in einer Mitteilung aus der Nacht zum Mittwoch. «Wenn wir uns jetzt von dieser Pandemie erholen, werden wir das wahre Potenzial unserer wiedererlangten Souveränität nutzen, um uns zu vereinen und unser gesamtes Vereinigtes Königreich auf ein höheres Niveau zu heben.»

Die Menschen in Grossbritannien hatten am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt. Der Schritt erfolgte nach langen Verhandlungen Ende Januar 2020, seit dem 1. Januar 2021 ist Grossbritannien auch nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarkts. Das hat schwerwiegende Folgen mit sich gebracht, etwa für den Handel, aber auch für Menschen, die in Grossbritannien leben und arbeiten wollen.

Johnson war eine der treibenden Kräfte hinter der «Leave»-Kampagne für einen EU-Austritt. Kritiker weisen hingegen darauf hin, dass der Brexit die britische Wirtschaft hart getroffen hat und zudem das Land vor einer Zerreissprobe steht. So strebt die schottische Regierung die Unabhängigkeit sowie die Rückkehr in die EU an. Die Mehrheit der Schotten hatte 2016 für den Verbleib in der Gemeinschaft gestimmt. Der britische Staatsminister Michael Gove machte allerdings in der Zeitung «Telegraph» deutlich, dass eine neue Abstimmung über eine Loslösung vom Vereinigten Königreich kaum vor der nächsten Parlamentswahl, die für 2024 geplant ist, denkbar sei.

Ebenfalls kompliziert ist die Lage in Nordirland. Die britische Provinz ist aufgrund der Brexit-Vereinbarung de facto weiter Teil der EU-Zollunion - damit ist aber eine Zollgrenze zum Rest des Vereinigten Königreichs entstanden. Viele Beobachter sehen den Friedensprozess in der früheren Bürgerkriegsregion gefährdet.

Der frühere Vize-Regierungschef Michael Heseltine kritisierte, der Brexit sei keinesfalls abgeschlossen. «Er hat soeben erst begonnen, und die Aussichten sind unheilvoll», sagte Heseltine, der zu Johnsons Konservativer Partei gehört. Der Brexit gefährde den Frieden in Nordirland, betrüge die Fischindustrie und untergrabe die Wettbewerbsfähigkeit britischer Landwirte. Zudem verschiebe die wichtige Finanzindustrie ihre Aktivitäten immer stärker in die EU, weil ihr ansonsten der Zugang zu diesem wichtigen Markt fehle. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

England feiert den Brexit

1 / 19
England feiert den Brexit
quelle: ap / andrew milligan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die Briten schulden der EU Milliarden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie Delta sich in Europa durchsetzt und dabei die Rückkehr zur Normalität gefährdet

Das BAG verkündete an der Pressekonferenz am Dienstag, dass sich die erstmals in Indien entdeckte Delta-Variante in der Schweiz auf dem Vormarsch befindet. Damit ist die Schweiz nicht allein: In ganz Europa bedroht Delta die Rückkehr zur Normalität.

Das BAG schätzt den Anteil momentan auf rund 10 Prozent. Mitte Juni lag der geschätzte Wert noch bei 5 Prozent. Das würde eine Verdoppelung in nicht einmal zwei Wochen bedeuten. Am Point de Presse am Dienstag warnte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung beim BAG, dementsprechend auch vor einer «deutlichen Zunahme» der Delta-Fälle.

Die Gründe dafür dürften bei der Vernachlässigung der Schutzmassnahmen liegen. «Insbesondere beim Abstandhalten, Masketragen, Händeschütteln und …

Artikel lesen
Link zum Artikel