DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nach mehreren Angriffen ging in britischen Spitälern fast nichts mehr. 
Nach mehreren Angriffen ging in britischen Spitälern fast nichts mehr. Bild: KEYSTONE

Cyber-Attacken legen britische Spitäler lahm

12.05.2017, 21:1613.05.2017, 08:43

Eine breite Welle von Cyber-Attacken hat am Freitag Spitäler in Grossbritannien lahmgelegt und auch den Telekom-Konzern Telefónica in Spanien getroffen.

Die Computer wurden von sogenannten Erpressungstrojanern befallen, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Informationen aus Spanien deuteten darauf hin, dass dabei eine Sicherheitslücke ausgenutzt wurde, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war – aber vor einigen Monaten von unbekannten Hackern öffentlich gemacht wurde.

In Grossbritannien waren Spitäler unter anderem in London, Blackpool, Hertfordshire und Derbyshire betroffen, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS mitteilte. Insgesamt gehe es um 16 NHS-Einrichtungen.

Vorsorglich heruntergefahren

Computer seien zum Teil vorsorglich heruntergefahren worden, um Schäden zu vermeiden. Patienten wurden gebeten, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Die britische Patientenvereinigung (Patients Association) kritisierte, der NHS habe Lektionen aus früheren Cyber-Attacken nicht gelernt. Verantwortlich für den Angriff seien Kriminelle, aber der NHS habe nicht genug getan, um seine zentralisierten IT-Systeme zu schützen.

Diese Schadprogramme werden von IT-Sicherheitsexperten als immer grösseres Problem gesehen. Die Computer werden befallen, wenn zum Beispiel ein Nutzer einen fingierten Link in einer E-Mail anklickt. Klassische Antiviren-Software ist oft machtlos. Zugleich können die Angreifer mit dem Lösegeld weitere Attacken finanzieren. Meist werden Privatleute Opfer der Erpressungssoftware.

Typische Lösegeldforderung

Die spanische Telefónica bestätigte einen «Cybersicherheits-Vorfall». Laut Medienberichten sahen am Freitag einige Mitarbeiter auf ihren Computern die für Erpressungstrojaner typische Lösegeldforderung mit dem Hinweis, dass der Computer verschlüsselt worden sei.

Die Währung der Wahl war die Online-Währung Bitcoin. Auf angeblichen Screenshots aus Grossbritannien hiess es, sollte der geforderte Betrag nicht innerhalb von sieben Tagen bezahlt werden, würden alle Daten gelöscht.

Möglicherweise handle es sich um die Schadsoftware «Wanna Decryptor», teilte der NHS mit. Spanische IT-Sicherheitsexperten verwiesen auf die Software unter ihrem zweiten bekannten Namen, «Wanna Cry». Sie missbraucht eine einst von der NSA ausgenutzte Sicherheitslücke.

Nachdem unbekannte Hacker die gestohlenen NSA-Daten veröffentlicht hatten, wurden die Schwachstellen eigentlich gestopft – aber nicht alle Computer wurden ganz offensichtlich auf den neuesten Stand gebracht. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Passagier mit 26 Kilo Nashorn im Handgepäck in Südafrika festgenommen

Mit 26 Kilogramm Nashorn-Teilen im Handgepäck ist ein 41-Jähriger am Donnerstag am Flughafen der südafrikanischen Metropole Johannesburg festgenommen worden. Wie die Polizei am Abend mitteilte, hatte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Polizei auf die verdächtig ausschauenden Teile aufmerksam gemacht. Der Mann, der auf einen Flug nach Singapur gebucht war, wurde festgenommen, das Horn beschlagnahmt. Ihm droht nun ein Verfahren wegen illegalen Handels mit Rhinozeros-Horn. In Südafrika hat die Nashorn-Wilderei Experten zufolge vor allem in privaten Naturparks wieder deutlich zugenommen. (sda/dpa)

Zur Story