International
Grossbritannien

Experte: Comeback von Johnson 2023 ist möglich

Experte: Comeback von Johnson 2023 ist möglich

27.12.2022, 13:0527.12.2022, 13:05

Ein britischer Experte hält eine Rückkehr von Ex-Premierminister Boris Johnson an die politische Spitze im kommenden Jahr für möglich. Gerüchte über ein Comeback müssten zwar mit Vorsicht behandelt werden, sagte Mark Garnett von der Universität Lancaster der Deutschen Presse-Agentur. Doch sei Johnson, der zuletzt als Redner hohe Honorare einnahm, bei überzeugten Konservativen weiterhin sehr beliebt.

epa10319026 Former British Prime Minister, Boris Johnson, attends the 1st CNN Portugal International Summit under the theme 'Embrace the future: The world as we want it to be' in Lisbon, Por ...
Johnson verdient im Moment viel Geld mit Reden. Bild: keystone

«Es schadet Johnsons Verdienstpotenzial kaum, dass er als Führungskraft in den Startlöchern gesehen wird», sagte Garnett. «Wenn die Konservative Partei bei den Kommunalwahlen im Mai besonders schlecht abschneidet, werden die Gerüchte lauter – und die Versuchung könnte einfach zu gross werden, als dass der impulsive Politiker Johnson widerstehen könnte.»

Zugleich wies der Politologe und Autor darauf hin, dass Johnson bei den Wählern im Allgemeinen äusserst unbeliebt sei. «Die Begründung, ihn so bald nach seinem erzwungenen Rücktritt zurückzuholen, beruht fast ausschliesslich auf seinem Potenzial, Stimmen zu gewinnen.» Aktuellen Umfragen zufolge sei es aber unwahrscheinlich, dass der 58-Jährige die Tories bei der für 2024 geplanten Parlamentswahl vor einer krachenden Niederlage bewahren könne.

Johnson war im Juli nach mehreren Skandalen unter enormem Druck der Partei zurückgetreten. Nachdem seine Nachfolgerin Liz Truss bereits nach wenigen Wochen wieder abdanken musste, bemühte sich Johnson um ein Comeback. Obwohl er Parteiangaben zufolge ausreichend Stimmen für eine erneute Kandidatur sicher hatte, verzichtete er überraschend.

Daraufhin wurde Rishi Sunak neuer Partei- und dann auch Regierungschef. Experte Garnett zeigte sich überzeugt, dass Johnson den Ex-Finanzminister im direkten Duell wegen seiner grösseren Beliebtheit an der Parteibasis geschlagen hätte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Boris Johnson erklärt Peppa Pig
Video: youtube
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Ich wollte nur noch sterben»: Wie die Dürre den Menschen in Äthiopien alles nimmt
Immer kürzere Regenzeiten, immer längere Dürreperioden: Im südlichsten Teil Äthiopiens wächst kaum mehr etwas. Für die Menschen, die mehrheitlich von der Viehhaltung leben, ist das eine grosse Herausforderung. Dass sie trotzdem bleiben, hat auch mit der Schweiz zu tun.
«Ich wollte nur noch sterben», sagt Elema Wario, eine 56-jährige Frau, als ich sie in ihrer kleinen fensterlosen Lehmhütte etwas ausserhalb von Dubuluk im Süden Äthiopiens treffe. Hier lebt sie seit der letzten grossen Dürre, die Ende 2021 einsetzte und fast zwei Jahre anhielt. Rund 3,3 Millionen Nutztiere – Kühe, Schafe, Ziegen, Kamele – verhungerten in dieser Zeit in Borana, dem südlichsten Zipfel Äthiopiens. 90 Prozent des ganzen Viehbestandes.
Zur Story