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50'000 Euro für Hitlers Zylinder: Grosses Interesse an Nazi-Auktion



Hitlers Zylinder und Eva Brauns Cocktailkleid: Eine Auktion von Gegenständen aus dem Besitz von ranghohen Nationalsozialisten hat ein stärkeres Interesse geweckt als von den Organisatoren erwartet.

Die Versteigerung von mehr als 800 Objekten, die eigentlich gegen 18.00 Uhr beendet sein sollte, dauerte am Mittwoch bis 22.15 Uhr. Am Donnerstagmorgen soll es ab 10.00 Uhr mit einer Online-Aktion weitergehen, hiess es von den Organisatoren.

CORRECTS CITY TO GRASBRUNN -- A man holds a hat with the initials of Adolf Hitler prior to an auction in Grasbrunn, Germany, Wednesday, Nov. 201, 2019. A Jewish group has sharply condemned an auction of Nazi memorabilia in Germany. The European Jewish Association condemned the auction Wednesday at Hermann Historica in Munich, saying that “it’s wrong to make money off these blood-soaked items, especially in Germany of all places

50'000 Euro: Hitlers Zylinder. Bild: AP

Der Geschäftsführer von Hermann Historica in Grasbrunn, Bernhard Pacher, zeigte sich in der Nacht zum Donnerstag sehr zufrieden. Der Abend sei zwar lang gewesen, aber «aussergewöhnlich gut» verlaufen. Die Verkaufsquote liege bei 80 Prozent. «Eine normale Verkaufsquote liegt bei 40 bis 55 Prozent», sagte Pacher. Vor allem die Ergebnisse der Spielzeug-Versteigerung seien spektakulär gewesen.

Debatte wegen Versteigerung

Die Auktion hatte schon im Vorfeld grosses Aufsehen erregt und Kritik ausgelöst. «Mit einigen Dingen sollte man einfach keinen Handel treiben», schrieb Rabbi Menachem Margolin von der European Jewish Association (eja) in Brüssel in einem Brief an das Auktionshaus. Der Verband der Juden Europas forderte darin die Absage der Versteigerung. Auch in den Medien hatte es eine Debatte gegeben.

Pacher wehrte sich gegen die Vorwürfe. «Der mit Abstand grösste Teil der Kunden, der bei uns einkauft, sind Museen, staatliche Sammlungen und private Sammler, die sich wirklich akribisch mit dem Thema auseinandersetzen», sagte er.

Viele Interessenten

Auch am Abend der Versteigerung bekräftigte Pacher: «Wir wollen keine Kellernazis hervorlocken.» Soweit er das beurteilen könne, habe dies auch geklappt. Dennoch sei der Andrang deutlich grösser gewesen als erwartet. Mehr als 500 Interessenten hätten online mitgeboten – fünf Mal so viele wie sonst üblich. Im Saal mit Platz für 50 Menschen hätten Bieter stehen müssen.

Empolyees hold a cocktail dress, a wallet and a strawhat that belonged to Eva Braun the wife of Adolf Hitler prior to an auction in Grasbrunn, Germany, Wednesday, Nov. 20, 2019. A Jewish group has sharply condemned an auction of Nazi memorabilia in Germany. The European Jewish Association condemned the auction Wednesday at Hermann Historica in Munich, saying that “it’s wrong to make money off these blood-soaked items, especially in Germany of all places

4600 Euro: Ein Cocktailkleid von Hitlers Gefährtin Eva Braun. Bild: AP

Für die Einlieferer – private Sammler und Händler – sei das fantastisch, denn die erzielten Preise seien entsprechend höher, sagte Pacher. So zeigte sich der Auktionator überrascht, dass etwa eine Luxusausgabe von Adolf Hitlers «Mein Kampf» für 130'000 Euro den Besitzer gewechselt habe – doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt. Auch ein Cocktailkleid von Hitlers Gefährtin Eva Braun ging mit 4600 Euro fast doppelt so teuer weg wie erwartet worden war.

Andrang treibt Preise

Hitlers Faltzylinder hingegen entsprach mit 50'000 Euro etwa den Erwartungen der Veranstalter. Spitzenreiter am frühen Abend war: ein Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes - eine Kriegsauszeichnung zum Umhängen - für 135'000 Euro.

An empolyee holds a wallet and a strawhat that belonged to Eva Braun the wife of Adolf Hitler prior to an auction in Grasbrunn, Germany, Wednesday, Nov. 20, 2019. A Jewish group has sharply condemned an auction of Nazi memorabilia in Germany. The European Jewish Association condemned the auction Wednesday at Hermann Historica in Munich, saying that “it’s wrong to make money off these blood-soaked items, especially in Germany of all places

Ein Hut und ein Portemonnaie von Eva Braun. Bild: AP

Für die Käufer sei der Andrang allerdings von Nachteil. «Sie mussten sehr viel mehr bezahlen als sonst», sagte Pacher. Die Publicity, die die Kritik im Vorfeld ausgelöst hatte, sei zwar toll fürs Geschäft, habe aber leider genau das bewirkt, was nicht passieren sollte: «Es sind Leute darauf aufmerksam geworden, die sonst nie darauf aufmerksam geworden wären.»

Es ist nicht die erste Auktion dieser Art bei Hermann Historica. Das Münchner Auktionshaus ist seit mehreren Jahren wegen seiner Versteigerungen von Nazi-Gegenständen umstritten. 2016 etwa ging eine Uniformjacke von Hitler für 275'000 Euro an den Höchstbietenden. (sda/dpa)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Glücksbringer 21.11.2019 10:56
    Highlight Highlight 50000.-€ ist ein bisschen viel für diesen Nachttopf.
  • Lokutus 21.11.2019 10:49
    Highlight Highlight Ich halte diesen Kult, der da wieder entsteht für brandgefährlich. Wir lassen es zu, dass Dingen, die den abscheulichsten Menschen des vergangenen Jahrhunderts gehörten eine überhöhte Bedeutung beigemessen wird und damit ihre Taten verherrlicht.
  • Gulasch 21.11.2019 10:37
    Highlight Highlight Entweder das Zeugs in ein Museum mit Auseinandersetzung zum Thema oder noch besser ab mit Hitlerschrott in den Abfall und verbrennen!
    • Älplermagrönli mit Öpfelmues 21.11.2019 13:23
      Highlight Highlight Bin ich jetzt anderer Meinung. Hitler war nunmal eine sehr bedeutende historische Figur. Das kann man drehen und wenden wie man will. Seine Taten sind zu verurteilen, aber dennoch hat er eine Zeit sehr entscheidend und nachhaltig geprägt. Darum solche historischen Dinge einfach zu vernichten, empfinde ich als Falsch. Warum sollten Menschen, die der zweite Weltkrieg sehr interessiert, nicht ihr hobby ausleben dürfen und sammler von bedeutsamen Dingen dieser Zeit sein?
  • Snowy 21.11.2019 10:16
    Highlight Highlight Wenn wirklich sichergestellt wird, dass ausschliesslich Museen mitbieten, sehe ich das Problem nicht.
    Allerdings wage ich das zu bezweifeln aufgrund der Aussage „Soweit er beurteilen könne, habe das geklappt...“

    Als geschichtsinteressierter Mensch mit Fokus auf Kriegsgeschichte bewege ich mich auch im Umfeld von historischen Sammlungen etc.

    Leider ist es meist derselbe Typ Mann, der sich für Nazi-Insignien etc interessiert.
    Menschen sehr stark rechts der SVP. 🤮

  • Wombat94 21.11.2019 09:18
    Highlight Highlight Wieso zur Hölle versteigert man solche sachen überhaupt? Das befeurt die ganzen Nazis doch nur.
    Das Zeug gehört vernichtet und nicht an irgendwelche möchtegern Nationalsozilisten verhökert.
    • Xnce 21.11.2019 11:35
      Highlight Highlight Geld? Wie viele von uns würden auf die 50 000 verzichten und den Hut wegwerfen?

      Ich nicht.
  • Pius C. Bünzli 21.11.2019 09:06
    Highlight Highlight «Mit einigen Dingen sollte man einfach keinen Handel treiben»..

    Recht hat her. Beispielsweise mit Waffen oder Menschen..

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