International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
An aerial view of the Memorial Center in Potocari near Srebrenica, Bosnia and Herzegovina, June 20, 2015. Serbia warned that a resolution commemorating the 1995 Srebrenica massacre, which the United Nations Security Council is due to discuss on Tuesday, would only widen ethnic divides in neighbouring Bosnia. Picture taken on June 20. REUTERS/Dado Ruvic

Memorial der Srebrenica-Opfer. Am 11. Juli jährt sich das Massaker zum 20. Mal. Bild: DADO RUVIC/REUTERS

UNO verschiebt umstrittene Abstimmung über Srebrenica-Massaker – Russland droht mit Veto



Die für Dienstag geplante Abstimmung über die umstrittene UNO-Resolution zum 20. Jahrestag des Massakers in Srebrenica ist verschoben worden. Das Votum im UNO-Sicherheitsrat solle nun am Mittwoch stattfinden, teilten Diplomaten am Sitz der Vereinten Nationen in New York mit.

Massaker von Srebrenica

Bis dahin werde noch weiter verhandelt. Grossbritannien hatte die Resolution eingebracht, die das Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg scharf verurteilt. Russland stört sich vor allem an dem in dem Text verwendeten Begriff Völkermord und drohte laut Diplomaten mit einem Veto im UNO-Sicherheitsrat.

Zu starke Anprangerung Serbiens, findet Russland

Im britischen Entwurf wird eine Anerkennung des Kriegsverbrechens gegen tausende muslimische Bosnier im Juli 1995 als «eine Voraussetzung für die Versöhnung» der ehemaligen Kriegsparteien bezeichnet. Mit der Resolution sollen den Angaben zufolge auch die Bemühungen um eine Untersuchung der Vorfälle unterstützt werden.

Diejenigen, «die wegen schwerer internationaler humanitärer Menschenrechtsverletzungen im Bosnien-Konflikt», wie etwa des «Genozids von Srebrenica», beschuldigt würden, müssten juristisch verfolgt werden, heisst es Diplomaten zufolge in dem Text. Dazu müssten alle Länder zusammenarbeiten.

ARCHIV --- ZUR VERHAFTUNG DES BOSNISCHEN EX-MILITAERKOMMANDANTEN ORIC STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Naser Oric awaits his verdict at the courtroom of the Yugoslav war crimes tribunal in The Hague, Netherlands, Thursday July 3, 2008. A U.N. appeals court has overturned the war crimes conviction of Oric, a Bosnian Muslim considered a war hero by many in his country for fighting Serbs in the embattled U.N. safe haven of Srebrenica during the1992-95 war. Oric, 41, was convicted two years ago of failing to prevent the murder and torture of Serb captives in Srebrenica. But judges gave him a lenient two-year sentence and ordered his immediate release because of time he had already spent in custody. (AP Photo/Zoran Lesic, Pool)

Naser Oric, der wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen gesuchte bosnische Ex-Kommandant wurde vor wenigen Tagen von der Schweiz an Bosnien übergeben. Bild: AP POOL REUTERS

Ausserdem enthält der Entwurf die Forderung, Lehren aus dem Versagen der Vereinten Nationen zu ziehen, die das Massaker von Srebrenica nicht verhindert hatten. Aus Sicht der UNO-Vetomacht Russland, eines traditionellen Unterstützers Serbiens, prangert der Text zu stark die Vergehen von Serben im Bosnien-Krieg an.

20. Jahrestag in Kürze

Am 11. Juli wird der 20. Jahrestag des Massakers begangen. 1995 waren bosnisch-serbische Milizen in die damalige UNO-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten an den leichtbewaffneten niederländischen UNO-Blauhelmsoldaten vorbei rund 8000 Muslime – vorwiegend Männer und Jungen – verschleppt und getötet.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag als Völkermord eingestuft. Führende bosnische Serben leugnen dies jedoch. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Die Zarin krault ihm die Eier»: Der Mord am gottlosen Scharlatan Rasputin 

Raue Mengen Zyankali und vier Revolverkugeln reichten gemäss den Memoiren Fürst Jussupows nicht aus, um den obskuren Wanderprediger Rasputin umzubringen. Erst das eisige Wasser der Newa gab ihm den Rest. Ein russischer Mord-Mythos wird 102.

Dieser Text wurde bereits vor zwei Jahren einmal veröffentlicht. Anlässlich des Jahrestages von Rasputins Ermordung am 30. Dezember 1916 haben wir ihn nochmals aufgeschaltet. Und nun wünschen wir bestes Lesevergnügen!

Als Fürst Felix Jussupow 1887 in St. Petersburg zur Welt kam, war seine Mutter enttäuscht. Sie hatte sich so sehr ein Mädchen gewünscht. Vielleicht darum steckte sie den kleinen Felix in Frauenkleider, die er in seiner Jugend dann auch bereitwillig anbehielt, um in solcherlei …

Artikel lesen
Link zum Artikel