Trump und Ukraine-Deals: Ex-US-General warnt vor «schrecklichem Frieden»
Die Ukraine und Russland verhandeln derzeit wieder. Zum Auftakt der Gespräche in Genf warnte der Ex-US-General Ben Hodges am Dienstagabend in der Polit-Talkshow «Markus Lanz» davor, dass US-Präsident Donald Trump womöglich längst ein paar «Deals» zur Ukraine eingefädelt habe. Darüber sei auf der Münchner Sicherheitskonferenz spekuliert worden, berichtete der ehemalige Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa und Russland.
Zuvor hatte die Runde in der Lanz-Sendung kritisiert, wie sehr Krisenregionen wie die Ukraine oder der Iran von der Trump-Regierung ganz unverhohlen für private Geschäfte genutzt würden. Die Deals in der Ukraine könnten laut Hodges möglicherweise öffentlich gemacht werden, sobald ein sogenannter Frieden im russischen Angriffskrieg verkündet werde.
«Lanz»: «Das muss man verhindern»
Der Militärexperte sprach von einem «schrecklichen Frieden», der katastrophal für ganz Europa wäre. «Das muss man verhindern», forderte Hodges und sorgte sich, welcher Druck in den Verhandlungen auf die Ukraine ausgeübt werden könnte – auch, weil Trump einen Abschluss vor dem 4. Juli schaffen wolle. An dem Datum wird der 250. Geburtstag der USA begangen.
Hodges forderte die Staats- und Regierungschefs in Europa auf, sich angesichts der Kämpfe in der Ukraine keinen Illusionen hinzugeben. «Russland ist schon im Krieg mit Europa», betonte der Experte laut dem Simultandolmetscher. Das müsse erkannt und die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.
Hodges ist aber trotz Trumps Putin-Affinität überzeugt, dass die USA auch im Bündnisfall sofort militärisch eingreifen würden. Das liege im eigenen Interesse der Vereinigten Staaten. Der Ex-Befehlshaber entwarf ein Szenario, in dem sämtliche russische Stellungen in Kaliningrad binnen 24 Stunden mittels Cyber-Angriffen und Präzisionswaffen ausgeschaltet werden könnten. Russland gehe es weniger um Geländegewinne, sondern darum, die Nato zu zerstören, betonte Hodges. Zum Zustand des Bündnisses sagte er:
Druckmittel gegen Trump
In der Talkshow wurde der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz für seine jüngsten Äusserungen zum Verhältnis mit den USA gelobt. Merz hatte an der Münchner Sicherheitskonferenz klare Worte gefunden, unter anderem zur US-Rhetorik wegen Grönland. Zudem hatte er sich vom Kulturkampf von Trumps MAGA-Bewegung distanziert.
Für Marina Kormbaki, Journalistin beim «Spiegel», war Trumps Griff nach Grönland der Wendepunkt, der bei Merz zum Umdenken geführt habe, nach dem Motto «Bis hierhin und nicht weiter». Dazu passe auch, dass sich der Kanzler angeblich pünktlich zur Münchner Sicherheitskonferenz eine lange Liste mit Druckmitteln hat erstellen lassen, die Deutschland notfalls gegen die USA einsetzen könnten.
Dazu gehörte der US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein, die grösste Militäreinrichtung der USA ausserhalb ihres Staatsgebietes. General Hodges unterstrich die strategische Bedeutung von Ramstein und sprach von der wichtigsten Immobilie der US-Amerikaner in Europa. Die Liste dürfe nicht überbewertet werden, schränkte Kormbaki ein.
In der Talkshow wurde auch die Aufrüstung von Deutschlands Armee diskutiert. Wie auch in der Schweiz gibt es erhebliche Bedenken in gewissen Bereichen, beispielsweise bei der Drohnenabwehr. Das unterstrich auch Hodges. Die deutsche Bundeswehr sei noch in den 1980er Jahren die beste Armee in Europa gewesen, man habe aber die Anpassung an neue Entwicklungen verpasst. Er empfahl, angesichts der Personalnot stärker auf Frauen und frisch eingebürgerte Bewerber zurückzugreifen, um die Truppe zu stärken. (t-online/con)
Verwendete Quellen:
- zdf.de: "Markus Lanz" vom 17. Februar 2026

