Vietnam ruft höchste Warnstufe wegen Virus aus
Die Reiselust zieht auch 2026 wieder in den Fernen Osten. Vietnam zählt dabei zu den beliebtesten Zielen. Doch aktuell schlägt das Gesundheitsministerium in Hanoi Alarm. Grund ist ein gefährlicher Virenausbruch, der weltweit Beobachter besorgt.
Wie vietnamesische Medien berichten, handelt es sich um das hochgefährliche Nipah-Virus, das in der Vergangenheit schon mehrfach in Süd- und Südostasien aufgetreten ist. Die Lage ist ernst genug, dass Vietnam seine Massnahmen zur Seuchenabwehr verschärft. Diese betreffen auch Touristinnen und Touristen.
Vietnam in Alarmbereitschaft
Die vietnamesischen Gesundheitsbehörden haben am 27. Januar zwar offiziell bestätigt, dass es bislang keine Nipah-Fälle im Land gibt. Dennoch haben sie die Alarmstufe erhöht. Gleichzeitig haben sie Grenz- und Flughafenkontrollen intensiviert.
Dabei liegt der Grund in einem anderen Land: In einem Spital im indischen Bundesstaat Westbengalen wurden zwischen dem 27. Dezember 2025 und dem 26. Januar 2026 fünf Verdachtsfälle gemeldet, darunter zwei bestätigte Infektionen. Alle Betroffenen sind medizinisches Personal, wie vnexpress.net berichtet.
Denn auf die leichte Schulter zu nehmen ist das Virus nicht. Das Nipah-Virus gehört laut dem vietnamesischen Gesundheitsministerium zur höchsten Gefahrenstufe, der Gruppe A der Infektionskrankheiten. Die Sterblichkeitsrate liegt bei 40 bis 75 Prozent, Heilmittel oder Impfstoffe existieren bislang nicht.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt das Nipah-Virus ebenfalls als ein selten auftretender, aber extrem gefährlicher Krankheitserreger. Grosse Ausbrüche gab es bislang nicht. Die bekannten Fälle traten meist in kleinen Clustern auf.
Tiere und Obst als hauptsächliche Gefahrenquellen
Der Erreger wird hauptsächlich von Tieren auf Menschen übertragen, vor allem durch Fruchtfledermäuse und Vögel, aber auch durch den Kontakt mit kontaminierten Lebensmitteln oder Gegenständen. Besonders tückisch: Auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind möglich, etwa über Körperflüssigkeiten von Infizierten.
Die Inkubationszeit des Virus liegt bei vier bis 14 Tagen. Danach kommt es häufig zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Erbrechen und Halsschmerzen. Später folgen Schwindel, Bewusstseinsstörungen und im schlimmsten Fall akute Enzephalitis, also eine lebensgefährliche Hirnentzündung.
In Indien stellten Ärzte den aktuellen Ausbruch zunächst in einem privaten Spital nahe Kolkata fest. Die ersten Patient:innen zeigten laut vietnam.vn schweres Fieber und massive Atemprobleme. Sie mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Die Behörden starteten sofort mit Kontaktverfolgung und flächendeckenden Tests.
Vietnamesische Behörden verhängen strikte Vorsichtsmassnahmen
Vietnam reagiert auf die aktuellen Ausbrüche mit einer umfassenden Prävention. Laut «vnexpress.net» wurden alle lokalen Behörden angewiesen, Grenzübergänge, Kliniken und Gemeinschaften stärker zu überwachen. Ziel ist es, potenzielle Infektionsketten im Keim zu ersticken.
Besonders scharf kontrolliert werden Rückkehrende aus betroffenen Gebieten. Wer innerhalb von 14 Tagen nach seiner Rückkehr Symptome zeigt, soll sich sofort in medizinische Behandlung begeben und Kontakt zu anderen vermeiden.
Doch auch in anderen asiatischen Ländern ist die Alarmbereitschaft hoch. In Thailand werden laut «vietnam.vn» an den Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang bereits wieder Gesundheitskarten verteilt. Nepal verstärkte die Kontrollen an den Landesgrenzen und am internationalen Flughafen in Koshi. Taiwan denkt über eine Aufnahme des Nipah-Virus in seine Liste meldepflichtiger Infektionskrankheiten nach.
Das gilt bei Vietnam-Ferien
Auch der Umgang mit Lebensmitteln steht im Fokus: Die Behörden in Vietnam forderten die Bevölkerung auf, keine Früchte zu essen, die von Tieren angeknabbert wurden. Denn befallene Fledermäuse oder Vögel hinterlassen möglicherweise das Virus auf der Frucht.
Auf den Verzehr von frischem Palm- oder Kokosnusssaft sollte ebenfalls verzichtet werden. Obst sollte nur gekocht gegessen werden. Wasser sollte abgekocht werden. Häufiges Händewaschen gehört ebenfalls zu den Empfehlungen.
Auch im Alltag gilt: Kein enger Kontakt zu Tieren, die potenzielle Träger sein könnten – insbesondere Fruchtfledermäuse. Beim Umgang mit rohem Fleisch oder lebenden Tieren wird zu Schutzausrüstung und gründlicher Hygiene geraten. Wer Pflegepersonal betreut oder zu Erkrankten Kontakt hat, soll unbedingt Maske, Handschuhe und Desinfektionsmittel verwenden.
