International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Grenzkonflikt zwischen China und Indien eskaliert – was bislang bekannt ist



Was ist passiert?

Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen chinesischen und indischen Soldaten hat es nach Angaben der indischen Armee Tote auf beiden Seiten gegeben.

Demnach starben ein indischer Offizier und zwei indische Soldaten. Auch auf chinesischer Seite habe es Tote gegeben, hiess es in Neu Delhi ohne weitere Details. Der Vorfall habe sich Montagnacht in der umstrittenen Grenzregion Ladakh im Himalaya ereignet. Aus dem chinesischen Aussenministerium hiess es, indische Streitkräfte hätten provokative Streifzüge entlang der Grenze gemacht.

Schusswaffen sind dabei aber nicht zum Einsatz gekommen, laut einem indischen Fernsehsender sei mit «Steinen und Stöcken» gekämpft worden. Es ist das erste Mal seit über 40 Jahren, dass der Grenzkonflikt Todesopfer fordert, schreibt die NZZ.

Eine Übersicht über die Spannungen:

abspielen

Video: YouTube/South China Morning Post

Was ist der grössere Zusammenhang?

Zwischen den zwei Nuklearmächten mit den grössten Bevölkerungen der Welt gibt es während der letzten Wochen verstärkte Spannungen. Tausende Soldaten stehen sich an der fast 3500 Kilometer langen Grenze gegenüber. Bei den bisherigen Zwischenfällen Ende Mai und Anfangs Juni hatte es nach Faustkämpfen und Steinwürfen mehrere Verletzte gegeben.

Bild

Der Grenzverlauf in der Region Ladakh zwischen Indien und China ist umstritten. bild: google maps/bearbeitung watson

Am 6. Juni sind dann erstmals ranghohe Militärs beider Seiten zusammengetroffen, um die Spannungen abzubauen. Die Gespräche der Kommandeure fanden in der Garnison in Maldo auf der chinesischen Seite der seit Jahrzehnten umstrittenen Grenzlinie in der Himalaya-Region Ladakh im Bereich Chushul statt.

Im Anschluss an die Gespräche sagte ein Sprecher der indischen Armee lediglich, dass beide Seiten weiter über ihre militärischen und diplomatischen Kanäle in Kontakt blieben, «um die gegenwärtige Lage in den Grenzgebieten zwischen Indien und China anzusprechen».

Wie ernst ist die Lage?

Während es häufiger Treffen gibt, unterstreicht die Tatsache, dass es zuletzt auf Generalleutnants-Ebene stattfand, die Ernsthaftigkeit der jüngsten Konflikte. Indische Beobachter sprachen von einer neuen Qualität in den Vorstössen und der Stationierung chinesischer Truppen. Beide Seiten haben ihre Streitkräfte in dem Gebiet verstärkt.

This combination of two satellite photos of the Ngari GÃ1?4nsa civil-military airport base taken on April 1, left, and May 17, 2020, near the border with India in far western region of Tibet in China show development around the airport. Tensions along the China-India border high in the Himalayas have flared again in recent weeks. Indian officials say the latest row began in early May, when Chinese soldiers entered the Indian-controlled territory of Ladakh at three different points, erecting tents and guard posts. China has sought to downplay the confrontation while providing little information. (Planet Labs via AP)

Satelliten-Bilder des Ngari-Flugplatzes in Tibet, nahe der Grenze zu Indien, zeigen verstärkte Aktivitäten um den Flugplatz. Bild: keystone

Ranghohe Militärvertreter der beiden Nachbarländer wollten sich noch am Dienstag treffen, um die Situation zu entschärfen, hiess es aus Indien. Beide Seiten bekräftigten, dass sie kein Interesse an einem bewaffneten Konflikt haben. Die territorialen Streitigkeiten müssten auf diplomatischer Ebene geklärt werden.

China und Indien hatten 1962 einen kurzen Krieg um ihre Grenze im Himalaya geführt, den China gewann. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle, die aber meist ohne Toten durch Gespräche gelöst werden konnten. Der Grenzverlauf ist nach wie vor nicht geklärt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln, was die Nachbarländer nicht wollten. (jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Donald Trump in Indien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Domimar 16.06.2020 15:31
    Highlight Highlight "sei mit «Steinen und Stöcken» gekämpft worden" das ist doch sicher ein Witz oder? Ich meine, wenn die bei einer Grenzpatrouille aufeinander gestossen sind, was veranlasst die, mit Stöcken und Steinen aufeinander loszugehen?
  • Swen Goldpreis 16.06.2020 14:43
    Highlight Highlight Mal vom Ernst der Lage abgesehen: Irgendwie ist es schon absurd, dass sich die Soldaten dort mit Fäusten und Stöcken gegenseitig verprügeln. Mir kommen da so Bilder von Bud Spencer Filmen.
    • Hoci 16.06.2020 19:06
      Highlight Highlight Ist halt Tradition.
  • Mirio007 16.06.2020 13:20
    Highlight Highlight Man könnte ja schon noch erwähnen dass es sich hier um das die problematische provinz Tibet handelt.
    • Democracy Now 16.06.2020 14:55
      Highlight Highlight Problematisch? Ich würde es eher einen kulturellen Genozid der chinesischen Regierung nennen.
    • Kubod 16.06.2020 16:11
      Highlight Highlight Es ist problematisch, das besetzte Tibet als chinesische Provinz zu bezeichnen.
      So wie es sich auch der eigenständige Staat Taiwan verbittet, von den Chinesen der Kommunistischen Partei (oder der WHO) als Teil von Festlandchina gesehen zu werden.
  • Cpt. Jeppesen 16.06.2020 13:16
    Highlight Highlight Was bin ich froh in Europa zu leben. Da wird man an den Grenzen wenigstens nicht mehr erschossen, auch wenn das einige wieder haben möchten.
    Wer mal ausserhalb der EU gereist ist, über mehrere Länder, der weiss wie schwierig sich Grenzübertritte gestalten können und wie häufig Leute schon erschossen wurden, nur weil sie sich ein paar Meter verlaufen hatten.
    • JadeLinor 16.06.2020 15:14
      Highlight Highlight Naja, ausser du bist Flüchtling an der Grenze zu Griechenland.
    • Toerpe Zwerg 16.06.2020 18:32
      Highlight Highlight Die Ukraine liegt in Europa.
    • ein_dicken_huhn 16.06.2020 19:47
      Highlight Highlight Auch in Europa gibt es noch ein paar heikle Grenzen:
      Zypern, Transnistrien, Ukraine
  • giandalf the grey 16.06.2020 11:18
    Highlight Highlight Einfache Lösung: Chinas Grenze liegt hinter der Tibets und die Streithähne sind getrennt.
  • Lokutus 16.06.2020 10:52
    Highlight Highlight Wer will schon Trump als Vermittler? Da macht man ja den Bock zum Gärtner 🧐
    • Toerpe Zwerg 16.06.2020 18:32
      Highlight Highlight Sauglatt.

Ein stummer Schrei in Rot: Wieso in der Schweiz letzte Nacht viele Gebäude leuchteten

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker.

(sda)

Artikel lesen
Link zum Artikel