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Zyklon «Fani» verwüstet Indiens Ostküste – bis zu 2,5 Millionen Menschen evakuiert



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Indien: Zyklon Fani trifft auf Land 2019
quelle: ap/ap / str
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Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen. Der tropische Wirbelsturm «Fani» erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern das Festland in der Nähe der Stadt Puri.

Dort kam nach Behördenangaben mindestens ein Mensch ums Leben. Im Nachbarland Bangladesch, wo das Sturmzentrum in der Nacht erwartet wurde, starben vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag, wie die Polizei mitteilte.

In beiden Ländern wurden Küstengebiete geräumt und Bewohner in Sicherheit gebracht. Allein im indischen Bundesstaat Odisha wurden nach Angaben der Regierung mehr als eine Million Menschen innert 24 Stunden in mehr als 4000 Notunterkünfte gebracht. In Bangladesch könnten nach Aussage der Katastrophenschutzbehörde bis zum Abend rund 2.5 Millionen Menschen von der Evakuierung betroffen sein.

So heftig stürmt es:

Überschwemmungen

Nach ersten Berichten der Behörden in Odisha riss der Sturm Bäume aus dem Boden, warf Strommasten um und verursachte Überschwemmungen. Einige strohgedeckte Häuser wurden demnach zerstört. Verletzte oder Todesfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Fernsehbilder zeigen stark gebogene Palmen und heftigen Regen in der Küstenstadt Puri, wo rund 200'000 Menschen leben.

epa07544314 A tree branch blocking a road after cyclone Fani made landfall in Odisha coast, at Konark in Puri district Odisha, India 03 May 2019. According to news reports Cyclone Fani made landfall in Puri district and will continue moving to West Bengal and Tamilnadu. National Disaster Response Force and the Indian Coast Guard have been put on high alert as Cyclone Fani is termed as 'Very Severe'  and around 800,000 people were evacuated along the eastern coast of India with Indian Army and Indian Air Force units put on standby.  EPA/STR

Bild: EPA/EPA

«Fani» - «Foni» ausgesprochen - gilt als stärkster Zyklon in dem Gebiet am Golf von Bengalen seit 1999, als mehr als 10'000 Menschen in Odisha (damals Orissa) ums Leben kamen. Damals hatte der Wind eine Geschwindigkeit von 260 km/h erreicht.

Seitdem gelten die Sicherheitsvorkehrungen in dem Bundesstaat allerdings als deutlich verbessert. «Fani» bezeichnet in bengalischer Sprache den Nackenschild, den Kobras in ihrer Drohhaltung ausbreiten.

Der Sturm zog in nordöstlicher Richtung über die Küstenregion und schwächte dabei etwas ab - am Nachmittag wurden noch Böen von einer Geschwindigkeit bis zu 165 Stundenkilometern gemessen. Das Sturmzentrum sollte zunächst über den Bundesstaat Westbengalen hinweg ziehen, bevor es Bangladesch erreichte. Auch Teile des südlich von Odisha gelegenen indischen Bundesstaates Andhra Pradesh waren betroffen.

Flüge gestrichen

A stranded passenger takes the photograph of electronic display board showing cancelled flights at the Netaji Subhas Chandra Bose international airport after following cyclone Fani landfall in eastern coast, in Kolkata, India, Friday, May 3, 2019. Cyclone Fani has made landfall on India's eastern coast as a grade 5 storm, lashing the emptied beaches with rain and wind gusting up to 205 kilometers (127 miles) per hour. (AP Photo/Bikas Das)

Gestrichene Flüge beim Netaji Subhas Chandra Bose Flughafen. Bild: AP/AP

In Kolkata (früher Kalkutta), der Hauptstadt von Westbengalen mit rund 15 Millionen Einwohnern, fielen alle Flüge von 15 Uhr am Freitag bis 8 Uhr am Samstag (Ortszeit) aus. In Odishas Hauptstadt Bhubaneswar wurden alle Flüge am Freitag abgesagt. Schulen im ganzen Bundesstaat blieben geschlossen. Auch viele Züge fielen aus.

Die Regierungschefin von Westbengalen, Mamata Banerjee, twitterte, sie habe wegen der «möglicherweise drohenden Katastrophe» alle Wahlkampfauftritte für 48 Stunden abgesagt. In Indien findet derzeit eine knapp sechswöchige Parlamentswahl statt.

Wirbelstürme sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit, vor allem zwischen April und November. Bei dem bislang wohl tödlichsten Zyklon - wie tropische Wirbelstürme im Indischen Ozean wie auch im südlichen Pazifik genannt werden - kamen 1970 in Bangladesch mindestens 300'000 Menschen ums Leben. (sda/dpa)

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