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Frankreich investiert wieder mehr in Atomwaffen

French President Emmanuel Macron delivers a speech next to the submarine 'Le Temeraire' (The Temerarious) at the Nuclear submarines Navy base of Ile Longue in Crozon, France, Monday March 2, ...
Wegen der unsicheren Weltlage brauche Frankreich wieder mehr Atomwaffen, findet Präsident Macron.Bild: keystone

Frankreich erhöht Zahl seiner Atomsprengköpfe

02.03.2026, 16:1202.03.2026, 16:12

Frankreich erhöht angesichts wachsender globaler Bedrohungen die Zahl seiner Atomsprengköpfe. Das habe er angeordnet, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Anders als bisher werde Frankreich nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren. «Wer frei sein will, muss gefürchtet sein. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein.»

Frankreich ist einzige EU-Atommacht

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Grossbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12'200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrösste Atommacht.

Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10'000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschiessen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.

Wachsende nukleare Bedrohung

Macron betonte, er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein grösseres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden.

Macron verwies zur Begründung auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Die Bedrohung vermische sich und die Verteidigung möglicher Gegner werde stärker. Konkret nannte Macron eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die explosive Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland.

Zum Ausbau von Frankreichs nuklearem Waffenarsenal sagte Macron, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut. (sda/dpa)

Diese Karte zeigt eine Übersicht der Angriffe des Kriegs im Iran nach 48 Stunden

Video: watson/Michael Shepherd
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nigel the red five
02.03.2026 19:31registriert Januar 2026
Alle rüsten auf und wenn Abschreckung glaubhaft rüber kommen muss, kann Macron gar nicht anders. Europa und die Schweiz sollten sich an den Kosten dafür fair beteiligen und mit den Franzosen einen Vertrag aushandeln, dass wir alle unter ihrem Schutz stehen.
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Steibocktschingg
02.03.2026 18:42registriert Januar 2018
Traurig, dass ich das gut finden muss, aber angesichts der momentanen Lage leider wohl eine sinnvolle Idee.

Andere Länder sollten folgen, damit Europa dem mafiösen Zarenreich im Osten und dem abserbelnden Imperium im Westen eher die Stirn bieten kann.
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