Swiss evakuiert Crew aus Krisengebiet – Passagiere bleiben zurück
Die Fluggesellschaft Swiss reagiert auf den Kriegsausbruch im Iran und die Gefahr im Nahen Osten. «Wir haben im Lauf des Samstags in Dubai unsere höchste Sicherheitsstufe verhängt, Stufe drei», sagt Swiss-Betriebschef Oliver Buchhofer in einem Interview mit dem «Blick». Das bedeute: «Die Crews durften das Hotel nicht mehr verlassen und sie müssen erreichbar sein, damit wir sie, wenn immer möglich, schnell evakuieren können.»
Inzwischen hat die Airline einen Grossteil der Angestellten vor Ort evakuiert. «Klar war schnell, dass der Luftweg aus Dubai keine Option darstellte», sagt Buchhofer. Denn der Luftraum und der Flughafen sind geschlossen. Also sei der Weg nach Muscat die einzige Option gewesen. «Aber auch da bestellt man sich nicht einfach mal schnell ein Taxi. Das ist viel komplexer und braucht Zeit.» Erst als man sicher war, dass man die Crew erfolgreich rausholen könne, habe die Swiss sie losgeschickt.
«Glücklicherweise können wir in der Lufthansa-Gruppe zusammenspannen, sodass ein Flugzeug der Austrian Airlines aus Wien verschiedene Crews im Oman abgeholt hat.» Sie seien in der Nacht in Wien gelandet. Zwei Crewmitglieder sind laut Buchhofer derweil mit Angehörigen in Muscat in einem Hotel untergebracht. «Wir suchen für sie mit Hochdruck nach Ausreisemöglichkeiten.» Auch die in Tel Aviv stationierten Swiss-Mechaniker werden nach Hause geholt.
Wieso keine Repatriierungsflüge?
Auf die «Blick»-Frage, ob die Swiss nicht auch gleich Schweizer Bürgerinnen und Bürger repatriieren könnte, sagt Buchhofer: «Die vergangenen Jahre zeigen, dass wir immer wieder Repatriierungen vorgenommen haben, sei es aus Krisengebieten oder während der Pandemie.» Das habe die Swiss beispielsweise in Tel Aviv gemacht und einmal in Usbekistan, als man Schweizer aus Afghanistan evakuiert habe. Allerdings würden solche Missionen immer im Auftrag des Aussendepartements EDA stattfinden. «Es müsste also der Bund aktiv werden. Wir würden dann prüfen, ob die Lage für Flüge in das Gebiet sicher genug ist.» Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht.
Überhaupt würden Repatiierungsflüge grosse Vorbereitungen benötigen. «Wenn das EDA es will und unsere Analysen zeigen, dass es sicher und machbar ist, fliegen wir nach Dubai. Das geht aber nur, wenn das Risiko beurteilbar und kalkulierbar ist», sagt Buchhofer. «Wenn ständig Raketen fliegen, können wir das nicht machen.» Zudem müsse das Flugzeug beispielsweise betankt und abgefertigt werden können. Eine Alternative wäre, einen anderen Flughafen in der Nähe anzufliegen, zum Beispiel im Oman.
Stand Montagnachmittag hatte die Swiss bis einschliesslich 4. März alle Flüge nach Dubai gestrichen, nach Tel Aviv bis und mit 8. März. (aargauerzeitung.ch)
