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Dubai: Swiss bringt Crew zurück, Passagiere sitzen wegen Iran-Krieg fest

Ein Swiss Airbus A330-343 (HB-JHI) startet bei starkem Regen mit Ziel New York, fotografiert am Donnerstag, 24. Juli 2025 in Kloten. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Flugzeuge der Swiss heben gerade keine in Richtung Dubai ab und auch nicht umgekehrt. Ein Grossteil der gestrandeten Crews konnte die Region verlassen (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Swiss evakuiert Crew aus Krisengebiet – Passagiere bleiben zurück

Die Lufthansa holt ihre Angestellten aus den Gefahrenzonen im Zuge des Iran-Kriegs nach Hause. Repatriierungsflüge für Touristen sind derzeit nicht geplant.
02.03.2026, 16:0002.03.2026, 16:22
Benjamin Weinmann

Die Fluggesellschaft Swiss reagiert auf den Kriegsausbruch im Iran und die Gefahr im Nahen Osten. «Wir haben im Lauf des Samstags in Dubai unsere höchste Sicherheitsstufe verhängt, Stufe drei», sagt Swiss-Betriebschef Oliver Buchhofer in einem Interview mit dem «Blick». Das bedeute: «Die Crews durften das Hotel nicht mehr verlassen und sie müssen erreichbar sein, damit wir sie, wenn immer möglich, schnell evakuieren können.»

Inzwischen hat die Airline einen Grossteil der Angestellten vor Ort evakuiert. «Klar war schnell, dass der Luftweg aus Dubai keine Option darstellte», sagt Buchhofer. Denn der Luftraum und der Flughafen sind geschlossen. Also sei der Weg nach Muscat die einzige Option gewesen. «Aber auch da bestellt man sich nicht einfach mal schnell ein Taxi. Das ist viel komplexer und braucht Zeit.» Erst als man sicher war, dass man die Crew erfolgreich rausholen könne, habe die Swiss sie losgeschickt.

«Glücklicherweise können wir in der Lufthansa-Gruppe zusammenspannen, sodass ein Flugzeug der Austrian Airlines aus Wien verschiedene Crews im Oman abgeholt hat.» Sie seien in der Nacht in Wien gelandet. Zwei Crewmitglieder sind laut Buchhofer derweil mit Angehörigen in Muscat in einem Hotel untergebracht. «Wir suchen für sie mit Hochdruck nach Ausreisemöglichkeiten.» Auch die in Tel Aviv stationierten Swiss-Mechaniker werden nach Hause geholt.

Wieso keine Repatriierungsflüge?

Auf die «Blick»-Frage, ob die Swiss nicht auch gleich Schweizer Bürgerinnen und Bürger repatriieren könnte, sagt Buchhofer: «Die vergangenen Jahre zeigen, dass wir immer wieder Repatriierungen vorgenommen haben, sei es aus Krisengebieten oder während der Pandemie.» Das habe die Swiss beispielsweise in Tel Aviv gemacht und einmal in Usbekistan, als man Schweizer aus Afghanistan evakuiert habe. Allerdings würden solche Missionen immer im Auftrag des Aussendepartements EDA stattfinden. «Es müsste also der Bund aktiv werden. Wir würden dann prüfen, ob die Lage für Flüge in das Gebiet sicher genug ist.» Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht.

Passengers stranded by the closure of Dubai International Airport await for assistance in the airport parking lot in Dubai, United Arab Emirates, Sunday, March 1, 2026. (AP Photo/Altaf Qadri)
Gestrandet: Am Flughafen von Dubai geht seit gestern nichts mehr.Bild: AP

Überhaupt würden Repatiierungsflüge grosse Vorbereitungen benötigen. «Wenn das EDA es will und unsere Analysen zeigen, dass es sicher und machbar ist, fliegen wir nach Dubai. Das geht aber nur, wenn das Risiko beurteilbar und kalkulierbar ist», sagt Buchhofer. «Wenn ständig Raketen fliegen, können wir das nicht machen.» Zudem müsse das Flugzeug beispielsweise betankt und abgefertigt werden können. Eine Alternative wäre, einen anderen Flughafen in der Nähe anzufliegen, zum Beispiel im Oman.

Stand Montagnachmittag hatte die Swiss bis einschliesslich 4. März alle Flüge nach Dubai gestrichen, nach Tel Aviv bis und mit 8. März. (aargauerzeitung.ch)

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quelle: ap / vahid salemi
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33 Kommentare
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scotch
02.03.2026 16:46registriert September 2018
Ich mag mich noch daran erinnern, wie der Bund die Leute zu Beginn der Pandemie aus allen Ecken der Erde nach Hause holte. Als Dank blieben sie dann auf den Kosten sitzen, respektive wir Steuerzahler durften dafür aufkommen. Wer in den Nahen Osten reist geht ein gewisses Risiko ein, dass man in eine unerwartete Situation gerät...
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El_Chorche
02.03.2026 16:56registriert März 2021
Naja, die Airline Mitarbeiter waren ja nicht freiwillig da.

Bei den dortigen Touris dürfte es sich zudem grösstenteils um Influencer handeln - die hätte ich in meinem Flugzeug auch nicht mitgenommen.

Hehe
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Patho
02.03.2026 17:28registriert März 2017
An alle, die jetzt auf der Swiss rumhacken:
Die Crew sind die einzigen, die nicht freiwillig im Nahen Osten sind. Die Swiss hat als Arbeitgeberin eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Angestellten.

Die Passagiere befinden sich freiwillig an der jeweiligen Destination. Beziehungsweise, sie haben eigene Arbeitgeber, die sich im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht um eine Rückführung zu kümmern haben, sofern sie die Angestellten an oder über die betroffenen Destinationen entsendet haben.
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