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Kylie Moore-Gilbert: Australierin kommt nach 800 Tagen Haft im Iran frei

Australierin kommt nach 800 Tagen Haft im Iran frei

26.11.2020, 09:1026.11.2020, 09:14
epa08841626 A handout video grab taken from a video from Iran state TV (IRIB) shows, dual British -Australian citizen Kylie Moore-Gilbert during a prisoner swap at the Mehr-Abad airport in Tehran, Ira ...
Kylie Moore-GilbertBild: keystone

Australiens Regierung hat die Freilassung der australischen Islamwissenschaftlerin Kylie Moore-Gilbert im Iran bestätigt. «In Absprache mit ihrer Familie wurde Dr. Moore-Gilberts Freilassung durch diplomatisches Engagement bei der iranischen Regierung erreicht», schrieb Aussenministerin Marise Payne am Donnerstag in einer Mitteilung. «Dieses Ergebnis zeigt den Wert professioneller und entschlossener Arbeit (...), um komplexe und sensible konsularische Fälle zu lösen.»

Die Islamwissenschaftlerin und Dozentin der Universität Melbourne war im September 2018 nach ihrer Teilnahme an einer wissenschaftlichen Konferenz im Iran verhaftet und wegen Spionage für Israel sowie Gefährdung der nationalen Sicherheit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Moore-Gilbert, die auch britische Staatsangehörige ist, wies die Vorwürfe zurück. Insgesamt war sie mehr als 800 Tage in Haft.

Einen Bericht des staatlichen iranischen Fernsehsenders Irib, wonach die Freilassung im Rahmen eines Gefangenenaustauschs erfolgte, bestätigte die Regierung in Canberra nicht. Im Gegenzug für Moore-Gilberts Freilassung sollen demnach drei im Ausland festgehaltene Iraner freigekommen sein.

Moore-Gilbert dankte in einer Erklärung denen, die sich während des «langen und traumatischen Leidenswegs» für ihre Freiheit eingesetzt hatten. «Ich habe nichts als Respekt, Liebe und Bewunderung für die grosse Nation Iran und ihre warmherzigen, grosszügigen und mutigen Menschen. Mit bittersüssen Gefühlen verlasse ich das Land, trotz der Ungerechtigkeiten, denen ich ausgesetzt war», schrieb die 33-Jährige.

Alle Versuche der australischen Regierung, ihre Freilassung über diplomatische Kanäle zu ermöglichen, waren zuvor gescheitert. Die Justiz im Iran sei unabhängig und lasse sich bei nationalen Fragen nicht auf politische Vermittlungen ein, hiess es in Teheran.

Dieses Jahr gab es schon zwei Gefangenaustausche im Iran. Im Februar wurde ein Deutscher und im März ein Franzose gegen jeweils einen Iraner ausgetauscht. Im Dezember 2019 kam ein im Iran inhaftierter amerikanischer Historiker frei - im Gegenzug wurde ein iranischer Forscher in den USA aus dem Gefängnis entlassen. (aeg/sda/dpa)

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