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Ramadan-Streit im Iran: «Inakzeptabel, dass Firmen geöffnet sind, Moscheen aber nicht»



epa08382998 An Iranian man prays outside of the Saleh Shrine on the eve of the holy month of Ramadan, in Tehran, Iran, 24 April 2020. Media reported that as Ramadan starts from 25 April in Iran, holy shrines will remain closed over the coronavirus crisis in Iran. Muslims around the world celebrate the holy month of Ramadan by praying during the night time and abstaining from eating, drinking, and sexual acts during the period between sunrise and sunset. Ramadan is the ninth month in the Islamic calendar and it is believed that the revelation of the first verse in Koran was during its last 10 nights.  EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Verschlossene Tore: Moscheen im Iran sind zu. Bild: EPA

Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan ist im Iran eine hitzige Diskussion zwischen Klerus und Regierung über eine Wiedereröffnung von Moscheen sowie Mausoleen ausgebrochen. Diese waren wegen einer hohen Ansteckungsgefahr geschlossen worden. Der Iran gehört zu den besonders hart vom Coronavirus getroffenen Ländern.

Ahmad Alamolhodda, Chef-Prediger des Freitagsgebets in der religiösen Stadt Maschad, ging auf Konfrontationskurs zur Regierung: «Es ist inakzeptabel, dass alle kommerziellen Unternehmen geöffnet sind, die Mausoleen und Moscheen aber nicht (....) Wir haben Ramadan, den Monat Gottes, und da kann man Gläubigen für ihre Rituale nicht die Tore der heiligen Stätte blockieren.»

Dagegen verteidigte Präsident Hassan Ruhani, der selbst Kleriker ist, am Samstag den bisherigen Kurs: «Mit dem Beginn des Ramadan ist es natürlich der innigste Wunsch der Gläubigen, dass die heiligen Stätten wieder geöffnet werden.» Für die Regierung sei daher ihre Wiedereröffnung von grosser Bedeutung. Genauso wichtig jedoch sei auch die Einhaltung der gesundheitlichen Protokolle.

Irans Präsident Hassan Ruhani hat mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gesprochen, um Besserungen für das Mullah-Regime in der Islamischen Republik zu erlangen. (Archivbild)

Hassan Ruhani. Bild: EPA IRANIAN PRESIDENCY OFFICE

Ruhani forderte den Gesundheitsminister auf, einen ausführlichen Bericht vorzulegen, wie oder ob eine Wiedereröffnen von Mausoleen und Moscheen überhaupt machbar sei. Am Sonntag solle der Corona-Krisenstab eine Entscheidung treffen, sagte Ruhani laut Webportal des Präsidialamts.

Das Gesundheitsministerium bremst bislang: «Wir haben zwar erste Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus (...) aber trotzdem sollten wir aufpassen, in den letzten Spielminuten keine bitteren Gegentore zu kassieren», sagte Minister Saeid Namaki. Der Gottesstaat hat bereits über 88'000 Infizierte und mehr als 5500 Tote im Zusammenhang mit Corona. Namaki will eine neue mögliche Ansteckungswelle während des Fastenmonats unbedingt verhindern.

Im Iran hat am Samstag – einen Tag später als in den meisten arabischen Staaten – der Ramadan begonnen. Gläubige Muslime müssen zwischen Sonnenauf- und -untergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex verzichten. Ausnahmen gelten beispielsweise für Kranke oder Schwangere. Das beliebte gemeinsame Fastenbrechen am Abend, das oft in grosser Gemeinschaft begangen wird, ist in diesem Jahr im Iran verboten. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sözeri Enes 26.04.2020 00:16
    Highlight Highlight Gesundheit geht vor. In der Religion hat die Gesundheit immer Vorrang. In dem Fall ist es egal ob du in der Moschee praktizierst, oder zuhause. Die gute Tat die du gut geschrieben bekommst zuhause, ist dann genau so hoch, als wärst du in der Moschee.
    Es muss nicht immer kompliziert sein =)
    • Rabbi Jussuf 26.04.2020 15:50
      Highlight Highlight Nun gut. Aber das sehen nicht alle islamischen Richtungen so. Bei manchen zählt die Umma, das Gebet in Gemeinschaft mehr, als zu Hause.

      Immerhin sind die meisten wichtigen Moscheen geschlossen.
  • Do not lie to mE 25.04.2020 19:16
    Highlight Highlight Auch in Deutschland versuchten man es noch bis zuletzt per Eilantrag, eine Öffnung der Moscheen (in Lüneburg) zum Ramadan hin zu erreichen. Das Oberverwaltungsgericht aber entschieden, der Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung sei derzeit dem Recht auf freie Religionsausübung übergeordnet. In vielen Städten ist aber der Muezzinruf per Lautsprecher gestated und soll so den Gläubigen Trost spenden.
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    • Ueli der Knecht 26.04.2020 00:36
      Highlight Highlight Weiter unten verbreitest du israelisch-zionistische Propaganda, und jetzt verbreitest du sogar noch Reichsbürger-Propaganda.

      Findest du das nicht langsam etwas peinlich, Do not lie to mE?

      In einem sudanesischen Video, dass du als Lichtblick bezeichnet hast, singen die Sänger:

      "Double check information and don't beliebe rumours!"

      Es wäre gut, wenn auch du zuerst die Informationen doppel-checkst, bevor du solche Lügenpropaganda der Reichsbürger in die Welt hinaus trägst.

      Immerhin zeigst du hier offen deine rechtsradikale und verfassungsfeindliche Gesinnung.
    • Do not lie to mE 26.04.2020 01:47
      Highlight Highlight Sie greiffen wie immer an Strohalme und kommen mit den wildesten Fantasien. Es ist werder Propaganda noch eine Lüge.
      Muezzinruf in Duisburg-Marxloh:
      Play Icon

      Premiere in Flensburg: Muezzin ruft zum Gebet auf:
      Play Icon

      Muezzinruf in Germersheim:
      Play Icon

      Muezzin ruft in Frankfurt zum Freitagsgebet auf:
      Play Icon

      Sie kenne den Wortlaut des Rufs??
  • Ueli der Knecht 25.04.2020 16:08
    Highlight Highlight Die Moscheen sind ein wichtiges Instrument der Mullahs, um das regimetreue Volk gleichzuschalten.

    Wenn die Moscheen geschlossen sind, stärkt das die weltliche Regierung, und schwächt die geistlichen Führer.

    Insofern ist der Protest der Mullahs verständlich. Sie fürchten immer mehr um ihre Macht und Führungsrolle.
    • Rabbi Jussuf 25.04.2020 16:46
      Highlight Highlight Ähm, seit wann hat der Iran eine weltliche Regierung?
    • Do not lie to mE 25.04.2020 19:01
      Highlight Highlight "Ähm, seit wann hat der Iran eine weltliche Regierung?" Eine berechtigte Frage. Hat Hamed Abdel-Samad Herrn Steinmeier letztes Jahr in Bezug zu Glückwunschtelegramm auch gefragt, dieses Jahr wurde es ja versehentlich verschickt;). Das Linke politische Spektrum ist leider nicht in der Lage sich von dem politischen Islam zu distanzieren auch wen es heisst seine Werte deswegen aus dem Fenster zu werfen und fallen so wie z.B. diesem Iranischen Aktivist in den Rücken, der zum Sturz des Regimes wegen der Handhabung von COVID-19 aufruft.
      Play Icon
    • Ueli der Knecht 25.04.2020 19:03
      Highlight Highlight Seit der islamischen Revolution, Jussuf. Die Macht ist seither geteilt zwischen weltlicher Regierung und geistiger Führung, wobei die geistige Führung klar im Vorteil ist.

      Es würde auch dir einmal gut anstehen, die Überlegungen von Khomeini zu studieren, die ihn zu dieser merkwürdigen Machtteilung veranlasst haben.

      Du darfst dir auch überlegen, wie sich der Iran und Khomeinis Strukturen wohl weiter entwickelt hätten, wenn der Westen nicht Saddam Hussein zum ersten Golfkrieg, bzw. zum Überfall auf den Iran und zum wiederholten Einsatz von völkerrechtwidrigen Nerven-/Giftgas getrieben hätte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoodie Allen 25.04.2020 16:00
    Highlight Highlight Lasst die Leute doch in die Moschee. Allah wird die Leute schon verschonen. Oder etwa doch nicht?

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