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Irans Polizei verschickt Tausende Warnungen nach Kopftuchverstössen

epa10398200 An Iranian woman walks on a pedestrian bridge in Tehran, Iran, 10 January 2023. According to Isna news agency Attorney General of the country has ordered Iranian police to "firmly pun ...
Frau mit Kopftuch in Tehran.Bild: keystone

Irans Polizei verschickt Tausende Warnungen nach Kopftuchverstössen

20.04.2023, 15:5220.04.2023, 15:52

Irans Polizei hat im Rahmen der Videoüberwachung der Kopftuchpflicht bereits Tausende Warnungen verschickt. In der Provinz West-Aserbaidschan wurden mehr als 2000 SMS an Frauen geschickt, die im Strassenverkehr mutmasslich gegen die Kleidungregeln verstiessen.

Das berichtete die Zeitung «Etemad» am Donnerstag. Zudem ordneten die Behörden die Schliessung von 80 Geschäften an, in denen die Kopftuchregeln missachtet wurden.

Seit einigen Tagen überwacht Irans Polizei den Kopftuchzwang mithilfe von Videoaufzeichnungen und nutzt dafür vor allem diese Technik im Strassenverkehr. Geplant ist jedoch eine weitaus umfangreichere Überwachung. Schon seit Monaten ist die berüchtigte Moralpolizei, die den Kopftuchzwang mit Patrouillen durchsetzte, fast gänzlich von den Strassen verschwunden. Viele Frauen in Irans Metropolen tragen inzwischen kein Kopftuch mehr.

Mehr als sechs Monate nach Beginn der jüngsten Protestwelle im Iran steht die politische und geistliche Führung des Landes weiter unter massivem Druck. Die Aufstände im Herbst stürzten die Islamische Republik in eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Auslöser war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstosses gegen die islamischen Kleidungsregeln festgenommen worden war. (oee/sda/dpa)

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