Gehen den USA bald die Abwehrraketen aus? Das sagen die Beteiligten und Experten
Ob THAAD-Raketen, Tomahawk-Marschflugkörper oder SM-3-Raketen: Die Bestände der US-Armee seien bedrohlich tief, warnen verschiedene Experten. General Dan Caine vom Verteidigungsministerium soll erklärt haben, dass die Abwehrraketen nach zwei Wochen Iran-Krieg aufgebraucht sein könnten.
Genaue Zahlen gibt es nicht, da sie geheim sind. Ist die Lage wirklich so prekär? Das glaubt Guido Schmidtke, Militärjournalist beim Sender «Welt», nicht, wie SRF schreibt. Entscheidend ist das Verhältnis. Und Schmidtke ist überzeugt, dass die Reserven der USA grösser sind als jene des Irans.
Auch US-Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth scheinen davon überzeugt. «Der Iran kann nicht länger durchhalten als wir», sagte letzterer kürzlich gegenüber Reportern.
Viele Konflikte fressen die Bestände auf
Weltweit sind Abwehrraketen Mangelware. Das liegt auch am Ukraine-Krieg und weiteren Konflikten. Gleichzeitig sei die Produktion von THAAD-Raketen teuer. Wichtig ist deshalb am Ende die richtige Strategie. Der Iran gehe wohl sorgfältig mit den Beständen um, da gewisse Raketen nicht abgefangen würden, so Schmidtke. Gleichzeitig soll die Abwehr der Gegner umgangen werden: «Wir sehen ja auch, dass iranische Raketen und Drohnen immer wieder erfolgreich einschlagen. Das ist ein Indiz dafür, dass die Iraner in der Lage sind, die Flugabwehr zu überlisten.» Und Drohnen hat der Iran laut Medienberichten reichlich.
Es gibt noch Reserven
Doch Abwehrraketen nützen nichts, wenn keine Abschussrampen vorhanden sind. Und darauf haben es die USA offenbar abgesehen. Ob sie jene des Irans zerstören können, bevor die eigenen Reserven erschöpft sind, sei jedoch ungewiss, erklärt Schmidtke. «Die USA und Israel werden nicht alles zerstören können.» Manche Lager- oder Produktionsstätten seien unterirdisch. Mobile Abschussrampen seien zudem schwer aufzuspüren aus der Luft.
Dennoch haben die USA Reserven, die sie im Notfall anzapfen könnten. Etwa jene Abwehrraketen, die eigentlich für die Ukraine gedacht sind, oder jene, die in Asien stationiert sind. Da sie jedoch im Falle eines Konflikts mit China oder Nordkorea entscheidend sein könnten, zügeln die USA sie nicht gerne ab, berichtet Al Jazeera.
Die Experten schwenken um
Und schliesslich sagte auch General Caine, der vor dem Engpass gewarnt hatte, kürzlich, dass die USA über ausreichend Munition verfüge. Näher wollte er aus strategischen Gründen nicht auf die Diskussion eingehen.
Auch Kelly Grieco, die ebenfalls auf die tiefen Bestände hingewiesen hatte, erklärt jetzt, dass die Rechnung für die USA womöglich doch aufgehen könnte. Dies jedoch nur, wenn der Iran in den kommenden Tagen weniger Raketen abfeuern kann als bisher. Wenn diese Zahlen sinken, weil die USA und Israel die Abschussrampen oder ihre Lagerstätten zerstören, dann könnten wir diese Strategie möglicherweise fortsetzen, sagte sie laut ABC News. (vro)
