International
Iran

«Schrecklich» – Trump attackiert Papst Leo

President Donald Trump talks to reporters as he walks on the South Lawn upon his arrival to the White House, Sunday, April 12, 2026, in Washington. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Donald Trump
Legt sich mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche an: Donald Trump.Bild: keystone

«Schrecklich» – Trump attackiert Papst Leo

13.04.2026, 06:2213.04.2026, 06:33

US-Präsident Donald Trump hat das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Leo XIV., in einem aussergewöhnlichen Akt attackiert. Der Papst sei «schrecklich» in Bezug auf Aussenpolitik, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Der Papst ist ebenfalls US-Amerikaner.

Trump schrieb, der Papst sollte «dankbar» sein, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei - damit man besser mit Trump umgehen könne. «Wenn ich nicht im Weissen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan», behauptete Trump, der sich häufig bei seiner Politik auf den christlichen Glauben bezieht.

Der US-Präsident schrieb weiter, er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze. Er wolle keinen Papst, der denke, dass es schrecklich sei, dass die USA Venezuela angegriffen hätten.

Trump reagiert auf Predigt des Papstes

Trumps heftige Kritik folgt auf eine Predigt des Papstes am Samstag, in der dieser ein Ende von Kriegen gefordert hatte. «Schluss mit dem Krieg!», hatte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken bei einem grossen Friedensgebet im Petersdom in Rom gesagt.

epa12883555 A handout provided by Vatican media shows Pope Leo XIV chairing the Holy Rosary Prayer Vigil for Peace in Saint Peter's Basilica in Vatican City, 11 April 2026. EPA/VATICAN MEDIA
Forderte ein ende des Kriegs: Papst Leo.Bild: keystone

An die Regierenden richtete der Papst in seiner Predigt einen direkten Appell: «Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!» Der Pontifex sprach von «Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden».

Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, der seinerseits mit Gegenangriffen reagierte. Derzeit gilt eine Waffenruhe.

Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen von Trump gegen den Iran verurteilte Leo - der erste Papst aus den USA - ungewöhnlich scharf und nannte sie «wirklich inakzeptabel». (cma/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Rubio zur Starlink-Drosselung in der Ukraine: «Es ist einfach so passiert»
Washington hat erneut eine absichtliche Drosselung des für militärische Zwecke von der Ukraine genutzten Satelliteninternets zurückgewiesen. «Niemand im Weissen Haus hat irgendjemanden angewiesen, das Internet zu drosseln oder die Übertragungsgeschwindigkeiten zu verringern, damit bestimmte Drohnen es nicht nutzen können», sagte US-Aussenminister Marco Rubio Journalisten vor seiner Abreise nach Usbekistan. Was die Probleme verursacht haben könnte, liess er offen. «Es ist einfach so passiert», führte er aus. Der Starlink-Zugang sei zudem wiederhergestellt. Rubio bestätigte, dass Kiew das Satelliteninternet für Drohnenflüge verwendet.
Zur Story