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Huthi-Miliz greift Israel an und tritt in den Iran-Krieg ein

Huthi-Miliz greift Israel an und tritt in den Iran-Krieg ein – die neusten Entwicklungen

28.03.2026, 14:3128.03.2026, 14:31

Huthi-Miliz tritt in den Krieg ein

Wenige Stunden nach Ankündigungen aus der US-Regierung über baldige Verhandlungen ist die militant-islamistische Huthi-Miliz in den Iran-Krieg eingetreten. Die Rebellen reklamierten einen Raketenangriff auf Israel in den frühen Morgenstunden für sich. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge abgefangen, Verletzte oder Schäden hat es demnach nicht gegeben.

epaselect epa12854638 Houthi supporters shout slogans and raise their weapons during a rally in solidarity with Iran in Sana'a, Yemen, 27 March 2026. Yemen's Houthi leader, Abdul-Malik al-Ho ...
Unterstützer der Huthi-Miliz am Freitag, 27. März 2026, in Jemen.Bild: keystone

Witkoff stellte Gespräche in Aussicht

Zuvor hatte der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, Gespräche mit dem Iran noch in dieser Woche in Aussicht gestellt. Dabei geht es insbesondere um eine Antwort auf einen dem Iran vorliegenden 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende. In der Bemühung um eine Deeskalation lud zudem die pakistanische Regierung die Aussenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu Beratungen am Sonntag und Montag ein.

White House Special Envoy to the Middle East Steve Witkoff speaks during a Cabinet meeting at the White House, Thursday, March 26, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Steve Witkoff
Trumps Sondergesandter Steve Witkoff.Bild: keystone

Details über die Agenda des Treffens in Islamabad wurden zunächst nicht genannt. Das ägyptische Aussenministerium teilte mit, im Mittelpunkt der Gespräche stünde unter anderem die jüngste Eskalation in der Region. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten.

Irans Präsident droht mit Vergeltungsschlägen

Der iranische Präsident Massud Peseschkian drohte am Samstag den Nachbarn mit Vergeltungsschlägen für den Fall, dass die Infrastruktur und Wirtschaftszentren des Landes angegriffen werden. In einer «Botschaft an die Länder der Region» schrieb Peseschkian auf der Plattform X: «Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen.» Die iranischen Angriffe auf die Nachbarn in der Region sowie auf Israel dauerten auch zu Beginn der fünften Kriegswoche an.

Iranian President Masoud Pezeshkian speaks in an open session of parliament to debate on his next year's budget bill, in Tehran, Iran, Tuesday, Oct. 29, 2024. (AP Photo/Vahid Salemi)
Peseschkian droht erneut mit Vergeltung.Bild: AP

Verletzte bei iranischen Raketenangriffen

Das Medienbüro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi meldete Brände in Folge von herabfallenden Raketenteilen. Es seien insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Auch im Oman wurde ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hätten den Hafen von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldete die omanische Nachrichtenagentur ONA.

Die kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna berichtete unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kuwait-Stadt von mehreren Drohnen angegriffen worden sei. Es habe keine Verletzten gegeben. Es sei jedoch ein erheblicher Schaden am Radarsystem des Flughafens entstanden. Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums wurde in der Nacht eine auf die Region der Hauptstadt Riad gerichtete ballistische Rakete abgefangen und zerstört. Ausserdem seien drei Drohnen abgefangen worden.

Einem Bericht des «Wall Street Journals» zufolge waren zuletzt zwölf US-Einsatzkräfte bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien verletzt worden. Sie befanden sich in einem Gebäude auf der Prince Sultan Airbase, das bei der Bombardierung getroffen wurde, wie die US-Zeitung unter Berufung auf US- und arabische Vertreter berichtete. Beschädigt wurden demnach auch amerikanische Tankflugzeuge.

Israel meldete im Gegenzug, erneut Ziele der iranischen Führung in der Hauptstadt Teheran angegriffen zu haben. Eine weitere Angriffswelle sei abgeschlossen worden, teilte das Militär mit. Details zu den genauen Zielen und möglichen Auswirkungen gab es zunächst nicht. Nach israelischen Angaben wurden zudem erneut Ziele der proiranischen Hisbollah im Libanon angegriffen. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich.

Rubio: Einsatz von Bodentruppen nicht zwingend nötig

Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar begonnen. US-Aussenminister Marco Rubio sagte nach Gesprächen der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris, das Militär liege vor dem Zeitplan zur Erreichung der Kriegsziele. «Und wir können sie ohne Bodentruppen erreichen», sagte Rubio. Der Einsatz im Iran könnte «in wenigen Wochen, nicht in Monaten» abgeschlossen werden. Kategorisch ausschliessen wollte Rubio den Einsatz von Bodentruppen aber nicht.

Die USA würden sich diese Flexibilität vorbehalten, um Präsident Donald Trump «maximale Handlungsfreiheit und maximale Möglichkeiten zu geben, sich auf Eventualitäten einzustellen». Der US-Präsident hat sich derweil bei einem Kongress in Miami erneut an den Nato-Verbündeten abgearbeitet und dabei auch Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert.

US Secretary of State Marco Rubio looks on as he speaks to the press following a G7 Foreign Ministers' meeting with Partner Countries at the Bourget airport in Le Bourget, outside Paris, Friday,  ...
US-Aussenminister Marco Rubio hält den Einsatz von Bodentruppen nicht für zwingend nötig.Bild: keystone

Trump wiederholt Kritik an Deutschland und Nato

«Der deutsche Bundeskanzler habe gesagt: ‹Das ist nicht unser Krieg›», sagte Trump. Er schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der Krieg der USA sei. Der Satz »Das ist nicht unser Krieg« stammt ursprünglich vom deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäussert: »Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden."

President Donald Trump speaks at the Future Investment Initiative Institute's summit Friday, March 27, 2026, in Miami Beach, Fla. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Donald Trump
Donald Trump verwechselte Friedrich Merz mit Boris Pistorius.Bild: keystone

Trump hatte Nato-Verbündete um Hilfe bei der militärischen Absicherung der durch den Iran-Krieg weitgehend blockierten Schifffahrt in der Strasse von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, kritisierte er sie wiederholt mit scharfen Worten. Am Freitag sagte er: «Wir wären immer für sie da gewesen, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?»

«Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind»

Merz dagegen attackierte Trump für dessen Agieren im Iran-Krieg. «Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang», sagte Merz auf dem «F.A.Z.-Kongress 2026». «Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.» (hkl/sda/dpa)

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Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
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Iranischer Militärsprecher «USA verhandeln mit sich selbst»
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Terrorermittlungen nach Anschlagsversuch auf US-Bank in Paris
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