International
Iran

Irans Vizepräsident Sarif reicht Rücktrittsgesuch ein

Der iranische Aussenminister Sarif gehört zu den Architekten des internationalen Atomabkommens mit dem Iran. (Archivbild)
Der einflussreiche Vizepräsident Mohammed-Dschawad Sarif will zurücktreten.Bild: AP

Nach Minister-Absetzung: Irans Vizepräsident Sarif reicht Rücktrittsgesuch ein

02.03.2025, 22:3203.03.2025, 02:10

Nach der Absetzung des iranischen Wirtschaftsministers will auch der einflussreiche Vizepräsident Mohammed-Dschawad Sarif zurücktreten. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, reichte Sarif sein Rücktrittsgesuch bei Präsident Massud Peseschkian ein.

Sarifs Entscheidung folgt auf die Absetzung des moderaten Ministers und früheren Zentralbankchefs Abdolnasser Hemmati. 182 von 273 Abgeordneten des von konservativen Hardlinern dominierten Parlaments hatten Hemmati am Sonntag das Vertrauen entzogen. Beobachter werten den Schritt als schweren Schlag für den moderat-konservativen Präsidenten Peseschkian, der erst seit rund sieben Monaten im Amt ist.

Dem Misstrauensvotum vorausgegangen war ein Streit über die seit Jahren anhaltende Wirtschaftskrise und die hohe Inflation. Zuletzt hatte die Landeswährung, der Rial, gegenüber Devisen wie dem US-Dollar enorm an Wert verloren. Viele Menschen klagen über stetig steigende Lebensmittelpreise und verzichten unter anderem auf Fleisch und Fisch, die für viele längst zu Luxusgütern geworden sind.

Bereits kurz nach der Regierungsbildung hatte Sarif Anfang August 2025 seinen Posten nach nur elf Tagen im Amt geräumt. Grund waren Differenzen mit Präsident Peseschkian über dessen konservatives Kabinett. Wenig später nahm er seine Rolle jedoch wieder auf. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Wie die Epstein-Files uns lähmen sollen: Experten wittern «Psychokrieg»
Die Veröffentlichung der Epstein-Files sollte eine Geste der Transparenz sein, ist aber in Wahrheit ein medienpsychologisches Desaster. Die Methode dahinter ist nicht nur verstörend, sondern womöglich gezielt destruktiv.
Als das US-Justizministerium Anfang 2026 Millionen Dokumente aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein veröffentlichte, wurde das zunächst als historischer Schritt in Sachen Transparenz gefeiert. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie wir inzwischen wissen.
Zur Story