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«Selbstverteidigung»: US-Militär greift wieder Stellungen im Iran an

US-Militär greift wieder Stellungen und Boote im Iran an

Trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen.
26.05.2026, 02:3126.05.2026, 07:57

Im Süden des Landes wurden Raketenstellungen getroffen und im Bereich der Strasse von Hormus Boote attackiert, die Minen in der Meerenge verlegen sollten, wie das US-Militär mitteilte. Unterdessen brachte US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Verhandlungen eine mögliche Kompromisslösung für den Umgang mit Irans angereichertem Uran ins Spiel.

epa12798064 United States Central Command's Brad Cooper speaks during a press conference at CENTCOM headquarters at MacDill Air Force Base in Tampa, Florida, USA, 05 March 2026. Cooper, alongside ...
Admiral Brad Cooper vom Centcom.Bild: keystone

Ein Sprecher des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für den Nahen Osten (Centcom) erklärte, die jüngsten «Angriffe zur Selbstverteidigung» dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär. Die US-Armee übe sich im Rahmen der aktuellen Waffenruhe in Zurückhaltung, verteidige aber ihre eigenen Verbände.

Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak in der Strasse von Hormus mehrere Tote gegeben. Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern und nannte keine weiteren Details zu den Angriffen auf iranische Ziele.

Meerenge als Zankapfel

Obwohl die Waffenruhe im Iran-Krieg weitestgehend hält, hat es rund um die Strasse von Hormus schon mehrere gegenseitige Angriffe gegeben. Anfang Mai etwa attackierte der Iran US-Militärschiffe in der Meerenge mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem iranischen Festland an.

Nach dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar brachte Teheran die Schifffahrt in der Strasse von Hormus mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen. Die Iraner sollen die Meerenge auch vermint haben. Die Passage ist entscheidend für den Export von Dünger, Öl und Flüssiggas aus den Staaten des Persischen Golfs. Infolge der Blockade stiegen die Weltmarktpreise rasant an. Das US-Militär reagierte mit einer Blockade iranischer Häfen - vor allem, um den Iran am Export von Öl zu hindern.

Die US-Regierung fordert in den Verhandlungen mit dem Iran eine bedingungslose Öffnung der Meerenge für die Schifffahrt. Der Iran hingegen beansprucht die Kontrolle über die Passage für sich und will für die Durchfahrt künftig Gebühren erheben.

Trump: Angereichertes Uran wird zerstört werden

Erklärtes Kriegsziel der USA und Israels ist es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln. Besonders kritisch sieht die US-Regierung dabei Irans Anreicherung von Uran, das als Rohstoff zum Bombenbau dienen könnte. Trump erklärte in sozialen Medien, der Iran müsse sein bisher angereichertes Uran entweder «sofort» zur Vernichtung an die USA übergeben oder etwa einer Zerstörung unter Aufsicht im Iran zustimmen.

Der Prozess solle von Atomenergie-Experten überwacht werden, schrieb Trump und verwies dabei auf die «Atomenergie-Kommission». Unklar war zunächst, ob er damit eine US-Behörde oder möglicherweise die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA mit Sitz in Wien meinte.

Der Iran verfügt über mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, das relativ leicht in waffenfähiges Material umgewandelt werden könnte. Das radioaktive Material soll infolge von US-Angriffen auf unterirdische Lagerstätten aber tief unter Schutt begraben sein. Trump machte nicht deutlich, ob er bei seiner Forderung nach einer Zerstörung des angereicherten Urans nur diesen Vorrat meinte, oder auch Uran-Bestände mit einem niedrigeren Grad der Anreicherung.

Die aktuellen Entwicklungen im Ticker:

(sda/dpa/con)

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