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Zwölf Festnahmen bei Demonstration gegen Netanjahu in Jerusalem



epa08649857 Israeli police arrest a protester during the Saturday protest against Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu due to his corruption charges, for the eleventh week, outside his residence in Jerusalem, Israel, 05 September 2020. Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu face an ongoing trial with indictments filed against him by the State Attorney's Office on charges of fraud.  EPA/ATEF SAFADI

Eine Demonstrantin wird festgenommen. Bild: keystone

Tausende von Israelis haben am Samstagabend in Jerusalem erneut gegen den rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu demonstriert. Nach Angaben der Polizei wurden zwölf Demonstranten festgenommen. Einige Demonstranten hätten eine Kreuzung blockiert und sich geweigert, sie zu räumen. Es war die 11. Woche in Folge, dass Menschen an Kundgebungen gegen den Regierungschef teilnahmen. Gegen Netanjahu läuft ein Korruptionsprozess. Bei brütender Hitze war die Zahl der Teilnehmer allerdings geringer als üblich.

Unter den Festgenommenen war ein in Israel bekannter Performance-Künstler, der das Ganzkörperkostüm einer nackten Frau trug. Er war in der Vergangenheit schon häufig mit der Figur namens «Schoschke» aufgetreten. Auf Videos war zu sehen, wie er rief: «Anstatt unseren korrupten Ministerpräsidenten festzunehmen, (...) werde ich festgenommen!»

In einer Mitteilung der Polizei hiess es, die Aufmachung des Künstlers könne als sexuelle Belästigung gesehen werden. Die Frau des Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu, hatte im vergangenen Monat gesagt, sie fühle sich durch Slogans und Symbole bei den Protesten in Jerusalem sexuell belästigt. Demonstranten hatten etwa Ballons in Penisform mit sich getragen.

Zahlreiche Kundgebungen begleiten seit Monaten den Korruptionsprozess gegen den Regierungschef. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Netanjahu wird auch wegen seiner Handhabung der Corona-Krise kritisiert. Der 70-Jährige räumte unter anderem vorschnelle Lockerungen ein. Die Arbeitslosigkeit in Israel lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pafeld 06.09.2020 20:10
    Highlight Highlight Muss ich mich dafür schämen, bis jetzt nichts von diesen Demonstrationen mitgekriegt zu haben oder wurde das Thema nun tatsächlich 11 Wochen lang medial stiefmütterlich behandelt?
    • Hayek1902 06.09.2020 21:56
      Highlight Highlight Das zweite. Ich habe Freunde in Israel, deshalb bin ich gut informiert, aber wenn man nicht täglich die NZZ liest oder danach sucht, hat man kaum was dazu gelesen.

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