International
Israel

Israels Premier Netanjahu vergleicht EU-Parlament mit Nazis

Regierungschef Netanjahu vergleicht EU-Parlament mit Nazis

11.09.2015, 04:3011.09.2015, 10:29
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu weilte am Donnerstag in London. Dort traf er mit dem britischen Premier David Cameron zusammen.
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu weilte am Donnerstag in London. Dort traf er mit dem britischen Premier David Cameron zusammen.
Bild: ANDY RAIN / POOL/EPA/KEYSTONE

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Aufruf des EU-Parlaments zur Kennzeichnung von Waren aus von Israel besetzten Palästinensergebieten mit dem Nazi-Boykott jüdischer Waren verglichen.

«Wir erinnern uns an die Geschichte und wir erinnern uns daran, was passiert ist, als in Europa Produkte von Juden gekennzeichnet wurden», erklärte Netanjahu am Donnerstag mit Blick auf den Beginn der Nazi-Herrschaft in Deutschland. Die Aufforderung des Europaparlaments, Waren aus jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten, auf den Golanhöhen und aus Ost-Jerusalem kenntlich zu machen, sei «ungerecht».

Stellungnahme ist nicht bindend

«Es ist eine Verzerrung von Gerechtigkeit und Logik, ganz zu schweigen davon, dass es den Frieden nicht voranbringt», kritisierte Netanjahu in seiner Erklärung. Die israelische Vize-Aussenministerin Zipi Hotowli erklärte, Israel akzeptiere keine «Diskriminierung» von Waren aus bestimmten Gebieten seines Territoriums. «Die Kennzeichnung von Waren läuft auf einen Boykott hinaus», warnte sie.

Das EU-Parlament hatte diese Woche eine nicht-bindende Stellungnahme zum Nahost-Friedensprozess verabschiedet. Darin wird unter anderem die EU-Kommission aufgerufen, auf EU-Vorschriften zur Kennzeichnung von Waren aus jüdischen Siedlungen in Palästinensergebieten hinzuwirken. Im April hatten bereits rund 15 EU-Staaten, darunter Frankreich, dazu aufgerufen.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg Ost-Jerusalem und Teile der Golan-Höhen besetzt und später annektiert, was international nie anerkannt wurde. Auch im Westjordanland setzt Israel seinen Siedlungsbau fort, obwohl dieser als ein entscheidendes Hemmnis für Nahost-Friedensverhandlungen gilt. (trs/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Schwarzes Meer: zwei Öltanker geraten gleichzeitig in Brand
An Bord von zwei Öltankern im Schwarzen Meer ist nach Angaben türkischer Behörden aus bislang unbekannten Gründen Feuer ausgebrochen. Der leere Tanker «Kairos» sei 28 Seemeilen vor der türkischen Küste aufgrund «externer Ursachen» in Brand geraten, erklärte die türkische Meeresbehörde DGM am Freitag. Alle 25 Besatzungsmitglieder seien wohlauf. Das Schiff sei auf dem Weg in den russischen Hafen Noworossijsk gewesen.
Zur Story