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Trump attackiert Israels Präsident – Streit um Begnadigung

FILE - President Donald Trump answers a question from a reporter at the end of a news conference with Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu at Mar-a-Lago, Dec. 29, 2025, in Palm Beach, Fla.  ...
Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Mar-a-Lago, 29. Dezember 2025, in Palm Beach, Florida.Bild: keystone

Trump attackiert Israels Präsident – Streit um Begnadigung

15.02.2026, 12:4515.02.2026, 12:45

Eine verbale Attacke des US-Präsidenten Donald Trump gegen den israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog sorgt in Israel für Spannungen. Trump hatte vor Reportern im Weissen Haus gesagt, Herzog müsse sich «schämen», weil er den wegen Korruption angeklagten israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bislang nicht begnadigt habe. Der Regierungschef habe immerhin in Kriegszeiten Aussergewöhnliches geleistet, erklärte der US-Präsident.

Klarstellung des Präsidentenbüros

Das Büro des israelischen Präsidenten stellte daraufhin klar, Herzog habe anders als von Trump dargestellt noch keine Entscheidung in der Begnadigungsfrage getroffen. Der Antrag, den Netanjahu im November gestellt hatte, werde noch im Justizministerium gemäss den festgelegten Verfahren geprüft.

Izchak Herzog, President of Israel, arrives for talks with German President Frank-Walter Steinmeier in Berlin, Germany, Friday, Feb.16, 2024. (AP Photo/Ebrahim Noroozi)
Der israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog hat den wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bislang nicht begnadigt.Bild: keystone

Betonung von Rechtsstaatlichkeit und Souveränität

Erst nach Abschluss dieses Prozesses werde der Präsident den Antrag «im Einklang mit dem Gesetz, im besten Interesse des Staates Israel, geleitet von seinem Gewissen und ohne jeglichen äusseren oder inneren Druck prüfen», hiess es weiter. Herzog schätze Trump zutiefst für seine Unterstützung des jüdischen Staates. Israel sei jedoch ein souveräner Staat, der nach dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit regiert werde.

Spekulationen nach Trump-Netanjahu-Treffen

Kurz vor der Attacke Trumps gegen Herzog hatte der US-Präsident Netanjahu im Weissen Haus getroffen. Nach Medienberichten hat Herzogs Büro deshalb Erklärungen darüber gefordert, ob Netanjahu Trump zu seinen Äusserungen gegen den israelischen Präsidenten ermutigt habe.

Dementi aus Netanjahus Umfeld

Aus Kreisen um Netanjahu verlautete daraufhin, die Forderung Trumps nach einer Begnadigung sei ausschliesslich auf Initiative des US-Präsidenten selbst erfolgt. «Der Ministerpräsident erfuhr davon aus den Medien und wusste im Vorfeld nichts davon», hiess es weiter.

Netanjahu hatte Herzog in einem Schreiben offiziell um Begnadigung gebeten. Es ist unklar, wann es dazu eine Entscheidung des Präsidenten geben wird. Gegen den Regierungschef läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Trump hatte Herzog schon mehrfach dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. (sda/dpa)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Berner_in
15.02.2026 13:10registriert September 2018
Der beste Weg zur Begnadigung vor Strafe infolge Korruption ist es also, Krieg zu führen?
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Unicron
15.02.2026 13:44registriert November 2016
"Trump hatte Herzog schon mehrfach dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen."

Super Idee, hat ja mit dem Nobelpreis auch bestens geklappt!
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