International
Italien

Parteienwirbel in Italien: Draghi sieht Regierung «nicht in Gefahr»

Parteienwirbel in Italien: Draghi sieht Regierung «nicht in Gefahr»

30.06.2022, 19:49
Mehr «International»

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi sieht seine Regierung trotz der derzeitigen Wirbel in zwei wichtigen Parteien nicht in Gefahr. Sowohl in der kriselnden Fünf-Sterne-Bewegung als auch in der rechten Lega wurden jüngst Stimmen laut, die einen Regierungsaustritt fordern. «Die Regierung ist nicht in Gefahr», beteuerte Draghi am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Rom.

epa10038373 Italian Prime Minister Mario Draghi speaks during a press conference at Elmau Castle in Kruen, Germany, 28 June 2022. Germany is hosting the G7 summit at Elmau Castle near Garmisch-Partenk ...
Macht sich keine Sorgen über seine Regierung: Mario Draghi.Bild: keystone

Seit Mittwoch bestimmen Berichte über einen heftigen Streit zwischen Draghi und dem Fünf-Sterne-Präsidenten Giuseppe Conte die politische Debatte. Es heisst, Draghi habe den Parteiengründer Beppe Grillo aufgefordert, Conte - Draghis Vorgänger als Ministerpräsident - von der Spitze der Partei zu entfernen. Das bestreitet Draghi vehement.

«Ich habe nie so etwas gesagt», unterstrich er. «Ich habe auch nie daran gedacht, mich in interne Parteiendebatten einzumischen. Ich verstehe auch nicht, warum ich in die Sache reingezogen werde.» Er habe am Mittwoch mit Conte in der Sache telefoniert. Conte spricht sich seit Wochen gegen Waffenlieferungen für die Ukraine und damit die Linie der Regierung und den klaren Willen Draghis aus.

Draghi ist seit Anfang 2021 parteiloser Ministerpräsident einer Regierung, der alle grossen Parlamentsgruppen angehören. Zuletzt hatten sich die Fünf Sterne aufgespalten, Aussenminister Luigi Di Maio verliess mit Dutzenden anderen Abgeordneten die Bewegung um seinen Widersacher Conte. Dieser wird nun von anderen Parlamentariern zu einem Austritt aus der Regierung gedrängt. Draghi aber glaubt, dass sowohl die Fünf Sterne als auch die Lega bleiben werden.

Der Ministerpräsident hatte am Mittwochabend für Aufsehen gesorgt, als er den Nato-Gipfel in Madrid vorzeitig verliess. Beobachter sahen die Krise mit Conte als Grund dafür. Draghi aber behauptete, er sei in Rom unabkömmlich gewesen, um vor Ende Juni noch wichtige Dekrete etwa für die Auszahlung von EU-Geldern auf den Weg zu bringen. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Villa in Rom kostet 353 Millionen Franken – das ist der Grund
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Warum die Ehe zwischen Russland und China stärker denn je ist
Der positive Ukraine-Entscheid des US-Kongresses hat auch negative Nebenwirkungen.

Gegen Ende der Dreissigerjahre waren die Amerikaner alles andere als gewillt, Europa im Kampf gegen Hitler zu unterstützen. Die Ansicht, im Ersten Weltkrieg seien zu viele US-Soldaten unnütz an der Front gegen den Kaiser gestorben, war weit verbreitet. Der Isolationismus befand sich auf dem Vormarsch. Wie heute herrschte eine starke «American-first»-Stimmung und auch eine teilweise offene Sympathie für Nazi-Deutschland.

Zur Story