International
Italien

«Sea Watch 3» mit 400 Menschen an Bord darf nicht anlegen

«Sea Watch 3» mit 400 Menschen an Bord darf nicht anlegen

21.10.2021, 15:1021.10.2021, 15:10

Die Crew des deutschen Seenotretter-Schiffs «Sea-Watch 3» mit mehr als 400 Bootsmigranten an Bord wartet nach mehreren Evakuierungen weiter auf einen sicheren Hafen. In der Nacht zu Donnerstag brachte die italienische Küstenwache eine hochschwangere Frau von Bord, wie die in Berlin ansässige Organisation auf Twitter schrieb.

Zuvor wurden drei Frauen mit schweren Treibstoffverbrennungen und eine weitere Schwangere vom Schiff geholt. Am Sonntag und Montag hatten die freiwilligen Helfer nach eigenen Angaben in sieben Einsätzen 412 Menschen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet – darunter viele Minderjährige.

Migrants aboard a precarious rubber boat end up in water while others grab a centifloat before being rescued by a team of the Sea Watch-3, around 35 miles away from Libya, in Libyan SAR zone, Monday,  ...
18. Oktober 2021: Migranten gehen rund 35 Meilen vor der Küste Libyens über Board. «Sea-Watch 3» hat sie aufgenommen.Bild: keystone

Die medizinischen Kapazitäten auf der «Sea-Watch 3» kämen aufgrund der Patienten-Anzahl an ihre Grenzen, sagte eine an Bord befindliche Ärztin laut Mitteilung. Private Organisationen machen sich immer wieder auf den Weg ins Mittelmeer, um Migranten vor dem Ertrinken zu retten, die von den Küsten Nordafrikas aus in kleinen Booten ablegen und über den Seeweg nach Italien und damit die EU gelangen wollen. Die Überfahrt ist gefährlich und die Migrantenboote geraten regelmässig in Seenot.

In Italiens Politik sind die Einsätze der Organisationen teils umstritten, weil das Mittelmeerland viele Menschen aufnimmt und zahlreiche Migranten regelmässig etwa auf der italienischen Insel Lampedusa anlanden. Die Regierung fordert von der EU schon länger ein festes Umverteilungssystem für die Migranten. Stand Donnerstag kamen in diesem Jahr bislang knapp 50 900 Migranten in Booten in Italien an, wie aus den Zahlen des italienischen Innenministeriums hervorging. Im selben Vorjahreszeitraum waren es noch rund 26 700. (yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sea Watch 3 und Carola Rackete
1 / 16
Sea Watch 3 und Carola Rackete
Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch 3.
quelle: epa / till m. egen/sea-watch handout
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Tornado wütet in Kiel – und spült Menschen ins Wasser
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
54 Jahre nach Apollo 17 – NASA-Crew soll im April zum Mond fliegen
Die NASA will im kommenden April zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder Astronautinnen und Astronauten Richtung Mond fliegen. Der Start der Mission, welche darauf abzielt, den Erdtrabanten zu umkreisen, musste aufgrund technischer Probleme bereits mehrfach verschoben werden.
Bereits Anfang Februar hätte die Artemis 2 und ihre vier-köpfige Crew Richtung Mond aufbrechen sollen. Technische Probleme an der Rakete verhinderten jedoch den Start der NASA-Mission. Aufgrund von Komplikationen mit der Heliumzufuhr, welche für den Druck in den Treibstofftanks verantwortlich ist, musste auch der neue Starttermin im März abgesagt werden.
Zur Story