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International
Italien

Tomaten: Migranten arbeiten wie Sklaven auf Italiens Feldern

«Tomatenernte ist die schlimmste»: Migranten arbeiten wie Sklaven auf Italiens Feldern

Reporter der SRF-Sendung «Kassensturz» haben hinter die Kulissen der Tomatenernte in Süditalien geblickt. Und decken auf, wie dort Migranten aus Afrika unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten.
25.09.2019, 15:10
epa07864250 Workers of Megamark Group collect tomatoes in Foggia, Italy, 23 September 2019. According to reports, the first ethical chain in Italy against illegal employment starts operating at the Fo ...
Bild: EPA

Afrikanische Erntehelfer demonstrieren in Süditalien für mehr Rechte. Sie berichten von harter Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen, wie ein Bericht in der Sendung «Kassensturz» vom Dienstagabend zeigt. «Die Tomatenernte ist die schwierigste und schlimmste Arbeit auf den Feldern Italiens», sagt ein Arbeiter. Andere strecken ihre geschundenen Hände in die Kamera: «Das ist von der Tomatenernte!»

Es sind Migranten, die als Erntehelfer für Pelati-Dosentomaten in Süditalien arbeiten. Sie reissen die Stauden aus dem Boden und schütteln die Tomaten in Kisten. Im Akkord, für wenige Euro am Tag. Die Arbeitsvermittler, die sogenannten «Caporali», ziehen den Arbeitern Gebühren von den mageren Löhnen ab. Zum Leben bleibt da nicht viel – zum Beispiel ein Auto, das als Behausung für zwei Personen dienen muss.

Verzweifelte Menschen, bedrohte Gewerkschafter

«Es gibt eine ganze Kette, die auf den Preis drückt», sagt Ludovico Vaccaro, Oberstaatsanwalt der süditalienischen Provinz Foggia. «Grossverteiler verlangen Tiefstpreise von den Produzenten, Produzenten verlangen Tiefstpreise von den Bauern und die Bauern produzieren dann zu möglichst tiefen Kosten, indem sie die Arbeiter schlecht bezahlen.» Das Ergebnis seien «Ghettos und verzweifelte Menschen, die akzeptiert haben, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten.»

Hinter den Kulissen der Pelati-Tomatenernte in der süditalienischen Provinz Foggia.

Video: © SRF

Gewerkschafter Raffaele Falcone setzt sich für die ausgebeuteten Erntehelfer in Foggia ein. 20 Anzeigen erstattet die Gewerkschaft pro Monat. Eine gefährliche Arbeit. «Wir werden immer wieder bedroht», berichtet Falcone. «Vor einem Monat schlitzten sie meine Autopneus auf, einem Kollegen schlugen sie das Autofenster ein. Die Situation ist sehr kompliziert, vor allem in den letzten Monaten.»

Die Schweizer Detailhändler Migros und Coop versichern gegenüber «Kasszensturz», solche Zustände gebe es nicht auf ihren Tomatenfeldern. Sie würden alle Tomaten für Pelati maschinell ernten und die Abläufe streng kontrollieren. (smo)

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Video: srf

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50 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FITO
25.09.2019 16:04registriert April 2019
Und wer hat's erfunden? Diesmal für einmal nicht die Schweizer, sondern gewisse Italiener mit mafiösen Tendenzen!
Die Schweizer fungieren diesmal nur als Steigbügelhalter.
Dies war aber schon länger bekannt wie diese Karrikatur zeigt.
«Tomatenernte ist die schlimmste»: Migranten arbeiten wie Sklaven auf Italiens Feldern
Und wer hat's erfunden? Diesmal für einmal nicht die Schweizer, sondern gewisse Italiener mit mafiösen Tendenzen! ...
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Chabiszüüg
25.09.2019 15:36registriert Juli 2016
Wundert das jetzt wirklich jemanden?
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mille_plateaux
25.09.2019 15:29registriert Juni 2017
Das Problem ist viel breiter – und untrennbar mit dem Klimawandel verbunden. Beispiele:
1. Ernteausfälle bedrohen die Existenzgrundlage der Bauern. Infrastruktur und Böden werden immer teurer. Reaktion: Kosten sparen. Wo? Arbeitskräfte.
2. Erwärmung der Meere und Überfischung führen zu knappen Fischbeständen. Es wird intensiviert in internationalen Gewässern gefischt. Wo wird gespart? Arbeitskräfte.

Da werden bevorzugt illegale MigrantInnen zu menschenunwürdigen Bedingungen eingestellt. Illegale können sich nirgends beschweren. Die Rechten schaffen prekäre Zustände – und machen Gewinn damit.
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Grossbritannien überlegt digitales Pfund einzuführen
Grossbritannien erwägt die Einführung eines digitalen Pfunds. Gemeinsam mit der Zentralbank würden derzeit entsprechende Pläne diskutiert, teilte das Finanzministerium in London in der Nacht zum Dienstag mit.

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