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Das stärkste Beben in Italien seit 36 Jahren hatte am Sonntag historische Ortschaften wie Norcia und zahlreiche Kulturgüter zerstört. Foto: matteo crocchioni

Nach Erdbeben berät Italiens Regierung über die Lage – Warnungen für Nachbeben

Italiens Regierung will am Mittwoch das weitere Vorgehen planen. Bereits warnen Seismologen vor Nachbeben in der Region.



Nach dem neuen heftigen Erdbeben in Mittelitalien haben die Behörden die Menschen aufgerufen, die betroffenen Orte zu verlassen. Etwa 8000 Personen wurden laut Zivilschutz in Notunterkünften versorgt.

«Woanders hinzugehen heisst nicht, nicht zurückzukehren.»

Fabrizio Curcio, Chef des Zivilschutzes

«Woanders hinzugehen heisst nicht, nicht zurückzukehren», sagte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, am Sonntagabend. Die betroffenen Menschen sollten vorübergehend an die Adria-Küste oder in Unterkünfte in der Umgebung gebracht werden. Viele entschieden sich dazu, die Nacht im Auto zu verbringen.

Am Mittwoch berät die Regierung

Das stärkste Beben in Italien seit 36 Jahren hatte am Sonntag historische Ortschaften wie Norcia und zahlreiche Kulturgüter zerstört. Viele Gemeinden lagen in Schutt und Asche, Strassen waren nicht passierbar. Allein in der Region Marken sind 25'000 Menschen obdachlos. Die Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi will am Montag in einer Kabinettssitzung über die Lage beraten. Der Ministerpräsident hatte schnelle Hilfe versprochen. Seismologen warnten vor Nachbeben.

«Der Beitrag von allen (...) ist nötig.»

Sergio Mattarella, Staatspräsident

Staatspräsident Sergio Mattarella drang auf einen schnellen Wiederaufbau. «In einem weiten Teil unseres Landes haben viele Menschen ihre Häuser verloren, viele haben Angst hineinzugehen», erklärte er bei einem Israel-Besuch. «Der Beitrag von allen (...) ist nötig, denn so vielen unserer Mitbürger in Schwierigkeiten muss das Recht garantiert werden, in ihren Häusern in Frieden zu leben.»

Keine Todesopfer

Das Erdbeben der Stärke 6.5 hatte sich genau in jener Region ereignet, die schon von den beiden heftigen Erdstössen vergangener Woche heimgesucht worden waren. Auch das Erdbeben von Ende August, bei dem 298 Menschen umgekommen waren, hatte die Orte in den Regionen Umbrien, Latium, den Abruzzen und den Marken schwer beschädigt. Weil viele Gebäude schon kaputt waren, lebten nicht mehr so viele Menschen in den jetzt betroffenen Orten – das ist eine Erklärung, warum kein Mensch bei dem heftigen Erdstoss am Sonntag ums Leben kam.

In der Luftlinie rund 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Rom sollten am Montag Schulen auf Schäden überprüft werden. Auch an einigen wichtigen Bauwerken, wie an der Kuppel der Kirche Sant'Ivo alla Sapienza von Francesco Borromini, wurden leichtere Schäden festgestellt. (sda/dpa/rwy)

Italien kommt nicht zur Ruhe

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