International
Italien

L'Aquila gedenkt des Erdbebens vor sechs Jahren

L'Aquila gedenkt des Erdbebens vor sechs Jahren

06.04.2015, 11:0106.04.2015, 11:01

Mit Fackelzügen haben rund 10'000 Menschen im mittelitalienischen L'Aquila der Opfer des schweren Erdbebens vor genau sechs Jahren gedacht.

An dem 3.5 Kilometer langen Umzug nahmen in der Nacht Angehörige der Opfer, Mitglieder des Zivilschutzes, des Roten Kreuzes und andere Helfer teil. Um exakt 3.32 Uhr, zu dieser Zeit hatte damals die Erde gebebt, läuteten in L'Aquila die Glocken. Dabei wurden die Namen der 309 Todesopfer vorgelesen.

Das Erdbeben der Stärke 6.3 auf der Richterskala hatte am 6. April 2009 die Gegend in und um L'Aquila zerstört. 70'000 Menschen waren monatelang obdachlos, 1500 Personen wurden verletzt. Im Stadtzentrum ist nur ein Teil der beschädigten Häuser wieder aufgebaut worden. Das Zentrum gleicht an vielen Stellen noch immer einer Geisterstadt.

Die Krise in Italien sowie die staatlichen Ausgabenkürzungen infolge der Schuldenkrise trüben die Perspektiven L'Aquilas. Die ehemalige Industriestadt, im 13. Jahrhundert von Kaiser Friedrich II. gegründet, will mit ihren Einwohnern jedoch nicht nachgeben. Viele Bürger starteten zuletzt Privatinitiativen, um der Stadt eine Zukunft zu sichern.

Erzbischof Giuseppe Petrocchi rief die Bewohner der Stadt zu Mut auf. «Unsere Gemeinschaft soll Zusammenhalt beweisen und alles tun, damit diese Stadt wieder leben kann», sagte der Erzbischof.

Die aus L ́Aquila stammende Senatorin Stefania Pezzopane meinte, dass der Leidensweg nicht zu Ende sein. «Wir warten noch auf die Wiederauferstehung der Stadt», betonte die Senatorin. (sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Wie erfolgreiche EU-Länder mit der Zuwanderung umgehen
Wirtschaftlich florierende EU-Länder wie Dänemark und Irland sind wie die Schweiz mit einem Fachkräftemangel konfrontiert. Ihre Rezepte unterscheiden sich teilweise deutlich.
Das Klischee hält sich hartnäckig: Die Schweiz ist eine Wohlstandsinsel in einer serbelnden, überregulierten Europäischen Union. Im Abstimmungskampf zur 10-Millionen-Initiative und in der Debatte über die Bilateralen III wird es von den EU-Gegnern gerne verbreitet. Wahr ist, dass unsere direkten Nachbarn mit hoher Verschuldung und Stagnation kämpfen.
Zur Story