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International
Joe Biden

USA: Mögliche Präsidentschaftskandidaten – anstelle von Joe Biden

FILE - President Joe Biden goes on a bike ride in Gordons Pond State Park in Rehoboth Beach, Del., Sunday, July 10, 2022. Biden turns 80 on Sunday, Nov. 20. (AP Photo/Andrew Harnik, File)
Joe Biden
Ein fitter Senior: Joe Biden im Juli auf dem Velo in der Nähe seines Strandhauses in Delaware.Bild: keystone

Tritt Joe Biden (80) nochmals an? Das sind mögliche Alternativen

Joe Biden ist mit 80 Jahren so alt wie kein amtierender US-Präsident zuvor. Damit stellt sich die Frage, ob er 2024 erneut kandidieren wird. Und wer ihn bei den Demokraten ersetzen könnte.
22.11.2022, 05:2724.11.2022, 09:45

In den letzten Tagen gab es einiges zu feiern für Joe Biden. Die Zwischenwahlen in den USA liefen für den Präsidenten und seine Demokraten deutlich besser als erwartet. Am Samstag heiratete seine Enkelin Naomi auf der Südwiese des Weissen Hauses. Und am Sonntag wurde Biden 80. Kein amtierender Präsident vor ihm hatte diese Marke erreicht.

Zum runden Geburtstag gab es keine Party, sondern nur eine kleine Feier mit Familie. Joe Biden bemühte sich, seinen «Altersrekord» nicht an die grosse Glocke zu hängen. Ihm ist klar, dass sich mit der Zahl 80 die Frage stellt, ob er 2024 für eine zweite Amtszeit kandidieren soll. Im Fall einer Wiederwahl würde er das Weisse Haus mit 86 verlassen.

Für sein Alter ist Biden bemerkenswert fit. Er fährt regelmässig Velo. Fragen stellen sich zu seiner geistigen Gesundheit, weil ihm immer wieder Aussetzer unterlaufen. Es gibt keinen Hinweis auf Senilität oder gar Demenz, dennoch wird wegen seines Alters und seiner anhaltend tiefen Beliebtheitswerte darüber debattiert, ob er nochmals antreten sollte.

Nichts gegen eine Verlängerung

Wenn es nur nach ihm ginge, läge die Antwort wohl auf der Hand. Ein halbes Jahrhundert hat Joe Biden auf sein grosses Ziel hingearbeitet, den Einzug ins Weisse Haus. Nun hätte er kaum etwas dagegen, noch etwas länger zu bleiben. Zumal es über ihn heisst, er halte sich für den Einzigen, der fähig sei, ein Comeback von Donald Trump als Präsident zu verhindern.

Letzte Woche hat Trump – er ist auch schon 76 – seinen Hut erneut in den Ring geworfen. Obwohl immer mehr Republikaner frustriert über ihn sind, hat er wohl beste Chancen, erneut nominiert zu werden. Die Aussicht auf einen «Rematch» zwischen den alten weissen Männern Biden und Trump sorgt in den USA für überschaubare Begeisterung.

Noch wagt sich bei den Demokraten aus Respekt vor dem Präsidenten niemand aus der Deckung. Aber es wird längst fleissig über mögliche Alternativen spekuliert:

Regierung

An erster Stelle steht Vizepräsidentin Kamala Harris. Als schwarze Frau aus Kalifornien, mit Wurzeln in Indien und Jamaika, wäre sie eine spannende Wahl. Doch die Begeisterung für die 58-Jährige hält sich in Grenzen. Sie hatte schon mit ihrer Kandidatur 2020 enttäuscht, und die hohe Fluktuation in ihrem Büro lässt Fragen zu ihrem Führungsstil aufkommen.

epa10312074 United States Vice President Kamala Harris makes a statement on North Korea's missile launch during the 2022 APEC meeting in Bangkok, Thailand, 18 November 2022. EPA/MICK TSIKAS AUSTRALIA  ...
Vizepräsidentin Kamala Harris wäre in der Pole Position für die Biden-Nachfolge, doch sie ist umstritten.Bild: keystone

Pete Buttigieg hingegen sorgte schon 2020 für Furore. Damals scheiterte er am jugendlichen Alter und dem Image als Provinzbürgermeister. Heute ist der 40-Jährige Verkehrsminister und rückt sich gerne ins beste Licht, wenn mit Bidens Infrastrukturprogramm finanzierte Projekte gebaut werden. Ausserdem kennt Buttigieg keine Berührungsängste mit Fox News.

Kongress

Einige Senatorinnen und Senatoren, die es schon 2020 versucht hatten, könnten erneut antreten. Etwa Bernie Sanders, obwohl er noch ein Jahr älter ist als Joe Biden. Doch die «Ikone» der amerikanischen Linken ist streitlustig wie eh und je. Manche trauen dem Senator aus Vermont zu, bei einem Verzicht von Biden ein weiteres Mal zu kandidieren.

Ebenfalls spekuliert wird über die 62-jährige Amy Klobuchar, die allerdings 2024 ihren Senatssitz in Minnesota verteidigen müsste. Auch der 53-jährige Cory Booker aus New Jersey oder Elizabeth Warren aus Massachusetts könnten erneut einen Versuch wagen. Warren ist allerdings auch schon 73 und sie war wie die anderen 2020 chancenlos.

Gouverneure

Im Gespräch sind auch Regierungschefinnen und -chefs in den Bundesstaaten. Am häufigsten wird Gavin Newsom genannt, der gerade mühelos als Gouverneur von Kalifornien wiedergewählt wurde. Der 55-Jährige möchte nicht antreten, wenn Joe Biden erneut kandidiert, doch er macht kaum ein Geheimnis aus seinen Ambitionen.

Michigan Democratic Gov. Gretchen Whitmer speaks during Election Night, Tuesday, Nov. 8, 2022 in Detroit. (AP Photo/Carlos Osorio)
Gretchen Whitmer
Gretchen Whitmer hat Rückenwind, aber sie schliesst eine Kandidatur (vorläufig) aus.Bild: keystone

Steil angestiegen ist zuletzt der Aktienkurs einer Frau mit einem für deutschsprachige Ohren gewöhnungsbedürftigen Vornamen: Die 51-jährige Gretchen Whitmer wurde im Swing State Michigan nicht nur wiedergewählt, sie verschaffte den Demokraten eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Allerdings erklärte sie, 2024 (noch) nicht kandidieren zu wollen.

Mögliche Anwärter sind auch J.B. Pritzker, der Gouverneur von Illinois, der aus einer der reichsten Familien der USA stammt. Oder Jared Polis aus Colorado, der erste Gouverneur, der in einer gleichgeschlechtlichen Ehe lebt. Zu früh kommt die Wahl 2024 wohl für die Gouverneurs-«Frischlinge» Wes Moore (Maryland) und Josh Shapiro (Pennsylvania).

Joe Biden wird seinen Entscheid über eine erneute Kandidatur im Januar bekannt geben. Der eingefleischte Familienmensch will sich über die Feiertage mit seinen Angehörigen beraten. Seine Enkelkinder hatten ihn zur Kandidatur 2020 gedrängt. Vielleicht könnten sie ihn nun vom wohlverdienten Ruhestand auf seinem Anwesen in Delaware überzeugen.

Vorgemacht haben es letzte Woche die 82-jährige Nancy Pelosi, der 83-jährige Steny Hoyer und der 82-jährige Jim Clyburn, die drei ranghöchsten Demokraten im Repräsentantenhaus. Nachdem ihre Partei die Mehrheit verloren hatte, gaben sie den Rückzug von ihren Ämtern bekannt und läuteten den für viele längst fälligen Generationenwechsel ein.

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Joe Biden - sein Leben in Bildern

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Skunk42
22.11.2022 06:33registriert Februar 2022
Sucht doch in beiden Parteien paar Nasen, die 40-55 Jahre alt sind.
Ich würde energiemässig keiner 80 jährigen Person in meinem Umfeld nur schon eine Abteilungsleitung zutrauen, geschweige denn ein Präsidentenamt.
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Ruefe
22.11.2022 07:53registriert August 2015
Wenn Joe Biden nochmals kandidiert dann verlieren die Demokraten wahrscheinlich wieder die House-Mehrheit. Ich kann eine Partei nicht ernst nehmen die keine neuen Kandidaten aufstellen kann.
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tychi
22.11.2022 09:25registriert Juli 2016
Die Demokraten tun gut daran, ihr Kandidatenfeld sorgfältig aufzubauen und nichts zu überstürzen. Es ist in dieser Phase noch sehr zieldienlich, ein weites Feld verschiedenster Namen zu haben. Denn die Republikaner arbeiten mit Feindbildern. Also gebt ihnen diesen Knochen noch nicht. Die sollen sich erstmals selbst zerfleischen.
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