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epa08239788 (FILE) - Wikileaks founder Julian Assange speaks to reporters on the balcony of the Ecuadorian Embassy in London, Britain, 19 May 2017 (reissued 23 February 2020). WikiLeaks founder Assange appears in court 24 February 2020 for a full extradition hearing, following his arrest at the Ecuadorian Embassy in London on April 11 last year.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA *** Local Caption *** 54002356

Bild: EPA

Wikileaks-Gründer Assange zeugte im Exil offenbar zwei Kinder mit Anwältin



Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat während seines Exils in Ecuadors Botschaft in London übereinstimmenden Berichten zufolge zwei Kinder gezeugt. Mutter der beiden Jungen ist demnach die Anwältin Stella Moris. Angesichts der Corona-Pandemie sorge sie sich um Assanges Leben im Gefängnis, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Juristin aus einem Gesuch an das zuständige Gericht. Assange befindet sich nach Angaben der Anwältin 23 Stunden am Tag in Isolation und erhält keinen Besuch mehr.

Aus den Gerichtsunterlagen geht demnach hervor, dass Moris Assange 2011 in ihrer Rolle als Juristin kennengelernt und 2015 eine Beziehung zu ihm begonnen hat, als er noch in der Botschaft lebte. «Julian und ich entwickelten über die Zeit eine starke intellektuelle und emotionale Beziehung», wird die Juristin zitiert. Der älteste Sohn soll dem «Guardian» zufolge inzwischen drei Jahre alt sein, der zweite ein Jahr. Weder eine Sprecherin Assanges in Grossbritannien noch sein Vater John Shipton wollten am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur die Berichte bestätigen oder dementieren.

Der gebürtige Australier sitzt seit etwa einem Jahr im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Ein Prozess über einen Auslieferungsantrag der USA soll am 18. Mai fortgesetzt werden. Zuletzt hatte ein Gericht am 25. März einen Antrag von Assange auf Freilassung unter Kautionsauflagen wegen der Pandemie abgelehnt.

Der 48-Jährige leidet nach Angaben von Freunden seit Monaten unter gesundheitlichen Problemen. Zudem breitet sich das Coronavirus in britischen Gefängnissen aus. In der Anstalt Belmarsh soll bereits ein Häftling an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sein.

«Ich muss jetzt das Wort ergreifen, denn ich sehe, dass sein Leben auf der Kippe steht», sagte die Juristin der «Mail on Sunday». Die 37-Jährige soll in Südafrika geboren worden sein. Seit 2017 ist das Paar den Angaben zufolge verlobt. Sie wolle Assange heiraten, sagte die Frau. Die Geburt der Söhne soll Assange per Video verfolgt haben.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

Er bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern die Freilassung Assanges. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden aber später eingestellt.

Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstossen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt. (sda/dpa)

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 12.04.2020 19:30
    Highlight Highlight Super, dieser Assange! Einer, der sich nicht unterkriegen lässt!

    Aber bleiben wir auf dem Boden. Mit einem armen Schlucker in Isolationshaft (und davon gibt es viele), hätte diese Anwältin keine zwei Kinder gezeugt, auch nicht eines.
    • lesenderr 13.04.2020 09:16
      Highlight Highlight Ja und? Weshalb sollte das relevant sein?
    • äti 13.04.2020 10:08
      Highlight Highlight Du redest von Vielmännerei? Vielleicht hat die Anwältin auch Gefühle.
  • Martin Fluxus 12.04.2020 19:26
    Highlight Highlight "Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet." - Blödsinn. Den tatsächlichen Grund nennt ihr ja selbst im nächsten Satz: "Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor."

    "Die Ermittlungen wurden aber später eingestellt." - Allerdings nur aufgrund der jahrelangen Verschleppung des Prozesses durch Assange - und nachdem die Auslieferung nach Schweden durch die amerikanische Anklageerhebung umso unwahrscheinlicher geworden ist.

    (Das 400-Zeichen-Limit hier ödet mich an.)
    • Ueli der Knecht 13.04.2020 03:15
      Highlight Highlight "Blödsinn. Den tatsächlichen Grund nennt ihr ja selbst im nächsten Satz: "Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor.""

      Kein Blödsinn, denn Assange (und anderen) war schon damals bewusst, dass diese schwedische Untersuchung nur ein Vorwand war, um Assange habaft zu werden, um ihn daraufhin in die USA auszuliefern.

      Der schweizer UN-Folter-Sonderbeauftragte untersuchte die schwedischen Vorwürfe und nannte sie konstruiert und manipuliert.

      https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange
    • Dirk Leinher 13.04.2020 08:34
      Highlight Highlight Es gibt Menschen - dazu zähle ich Asange auch - die 2 Schritte in die Zukunft schauen können. Für Menschen die diese Fähigkeit haben, war eben bereits damals klar, dass die schwedische Anklage nur ein Versuch war, ihn schlussendlich in die USA auszuliefern. Daher alles andere als Blödsinn, ich nenne es Weitsicht.
    • Topfuel 13.04.2020 10:10
      Highlight Highlight Um globale Zusammenhänge zu verstehen brauchts halt doch etwas mehr als die Boulevardpresse. Das de US Geheimdienst den Schweden bei der Konstruktion der Vorwürfe half ist offensichtlich. Hat man aber eine rot-weiss-blaue Brille auf sieht man dies natürlich anders.
  • Noblesse 12.04.2020 19:10
    Highlight Highlight Die beiden Buben brauchen ihren Vater. Lasst ihn frei um Gotteswillen!!
  • Follower 12.04.2020 17:08
    Highlight Highlight Diese Person ist von derart grossem öffentlichem Interesse und an einem öffentlichen Ort, dass man denken müsste, was in der Zeitung über ihn steht, müsse immer wahr sein. Irgendwie werde ich den Eindruck nicht ganz los, dass auch ein eingesperrter Herr Assange noch gejagt wird, wie einen gechippten Hasen. Aus der amerikanischen Rechtsprechung weiss man, dass man einen unartigen Krieg auch mit Fehlinformation oder Anzweifelung der Glaubwürdigkeit einer Person gewinnen kann.
    • Topfuel 13.04.2020 11:09
      Highlight Highlight Amerikanischen Rechtsprechung? Tiefstes Mittelalter. Hat nichts mit Rechtssprechnung zu tun sonder wer das Geld und die Macht hat, hat recht, oder wie kommt's das es möglich ist das jemand zu 200-350 Jahre Haft verurteilt wird. Die Juristen sind ein ganz spezielles Volk in den USA den die sahnen je nach Vermögen der Klientel saftig ab. Es gibt im englisch einen perfekten Ausdruck dafür: Scheister!
  • Ataraksia Eudaimonia 12.04.2020 15:47
    Highlight Highlight Freue mich sehr für ihn, immerhin was schönes erleben können in dieser verlogenen Welt... aber die Kleinen haben auch kein so einfaches Los gezogen...
  • Karl33 12.04.2020 15:19
    Highlight Highlight Cool und schön, Kids - nicht unterkriegen lassen. Gratuliere.

    Die lumpige Schweinerei der Schwedischen Behörden, die einem Rechtsstaat nur spotten, sind noch in guter Erinnerung. Trotzdem scheint sich die Elite der involvierten Staaten weiterhin gegen die Wahrheit und Rechtsstaatlichkeit zu stemmen.

    Merke: Die grössten Schurkenstaaten sind jene, die sich als leuchtende Vorbilder darstellen.
    • Garp 12.04.2020 17:28
      Highlight Highlight Dann haben wir nur Schurkenstaaten auf der Welt ;-) .
    • Topfuel 13.04.2020 08:13
      Highlight Highlight Nur weil andere Staaten noch schlimmer sind heisst das nicht das die USA Gute sind. Sie wollen global überall einfluss nehmen um ihre, (wichtig ist eben NUR ihre) Interessen wahrzunemen, koste es was es wolle. Ihre Propagande des Wohlwollenden Staates funktioniert noch heute den keiner im Westen wagt es sich gegen sie zu stellen.
    • äti 13.04.2020 10:11
      Highlight Highlight @karl, doch ich!
  • murrayB 12.04.2020 14:09
    Highlight Highlight In dem Fall ging es ihm nicht so schlecht...

    Kein Mitleid mit seinem Opfergeplapper...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 12.04.2020 18:17
      Highlight Highlight Große Töne spucken kannst du ja.
      Etwas intelligentes schreiben scheinbar nicht.
    • BeatBox 12.04.2020 18:53
      Highlight Highlight Es ging ihm nicht so schlecht? Sorry, aber dann wünsche ich Dir dasselbe Schicksal! 8 Jahre in einer Botschaft einsperren und alle Komunikationsmöglichkeiten wegnehmen.

      Er braucht Dein Mitleid nicht!
    • Neruda 12.04.2020 19:33
      Highlight Highlight Lies mal das Interview des Uno-Sonder­berichterstatter für Folter Nils Melzer und komm nochmals mit dem Opfergeplapper. Er ist jetzt auch nicht der sympathischste Mensch, den ich kenne (aus den Medien!), aber was mit ihm gemacht wird ist ein absoluter Skandal für die sogenannte "zivilisierte" Welt und für uns alle längerfristig gefährlich, wenn Staaten zukünftig alle Investigativjournalisten so mundtot machen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • hgehjvkoohgfdthj 12.04.2020 14:04
    Highlight Highlight Assange kannte die Risiken. Jetzt muss er eben die Konsequenzen tragen.
    • *klippklapp* 12.04.2020 16:15
      Highlight Highlight Du bist also dafür, dass Regierungen Völkerrecht brechen können, ohne dafür kritisiert werden zu dürfen.

      Da hätte ich zwei Fragen:

      1. Was genau ist für dich die Bedeutung des Journalismus? Hofberichterstattung?

      2. Bist du dir bewusst, dass die meisten unserer Freiheiten durch Menschen erkämpft wurden, die eben diese Risiken eingegangen sind?
    • Neruda 12.04.2020 19:36
      Highlight Highlight Ja genau, selber Schuld, dass er Verbrechen des Staates aufdecken musste! Du wärst wohl auch dafür gewesen, die Aufdecker der Fichenaffäre einzusperren... Benutze bitte mal dein Hirn, um zu denken!
    • Ueli der Knecht 13.04.2020 03:19
      Highlight Highlight "die Aufdecker der Fichenaffäre"

      Wer war das konkret, @Neruda? Und wie kam's?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Neruda 12.04.2020 13:55
    Highlight Highlight 23 Stunden am Tag in Isolation. Wirklich sehr Verhältnismässig. Bevor wir Europäer wieder Länder auf anderen Kontinenten verurteilen wegen Folter, sollten wir zuerst vor der eigenen Türe wischen. Unerträglich was da Schweden, Grossbritannien und die USA veranstalten. Und die Schweiz das Mäuschen bleibt still und zeigt einmal mehr kein Rückgrat. Aber man schaue sich nur einmal unseren Aussenminister an.
    • Hierundjetzt 12.04.2020 16:58
      Highlight Highlight Gibts bei uns auch. Gibts in jedem europäischen Land.

      U-Haft in der Stadt Zürich ein Begriff?

      Ist da auch so.

      Mach keine Welle.
    • Garp 12.04.2020 17:30
      Highlight Highlight Viele möchten nun 24h Isolation aller über 65 Jährigen, damit der Rubel rollt.
    • Mietzekatze 12.04.2020 18:34
      Highlight Highlight U-Haft in der Schweiz funktioniert genau so... 23h in der Zelle, 1h ‚Freigang‘... Besuch nur unter Beobachtung und nach Zustimmung des Staatsanwalts...
    Weitere Antworten anzeigen
  • BeatBox 12.04.2020 13:55
    Highlight Highlight Wikileaks-Gründer ist im Exil anscheinend zweifacher Vater geworden - So eine Schlagzeile würde doch schon ein bisschen schöner klingen.

    Ich gratuliere!

    Der aktuell berühmteste politische Gefangene ist leider schon fast in Vergessenheit geraten!
    • auloniella 12.04.2020 14:41
      Highlight Highlight Stimme zu, finde den Titel auch unpassend. Die beiden sind ja scheinbar ein Paar.
    • weissauchnicht 12.04.2020 21:44
      Highlight Highlight Er ist zweifacher Vater geworden. Das scheint mir die richtige Formulierung, auch wenn ihm das Vatersein bisher wohl vergönnt war.
      Die Vaterrolle passt wohl auch nicht in das mediale Bild, das von ihm gerne gezeichnet wird.
  • Hierundjetzt 12.04.2020 13:53
    Highlight Highlight Assange war für mich solange glaubwürdig, bis er anfing Lügenmärchen gegen Hillary Clinton zu verbreiten.

    Auch dank ihm haben wir nun den Trömp.

    Merci! Toll gemacht👏🏼👏🏼👏🏼

    Seitdem: mir herzlich egal was der macht, tut oder nicht
    • Basti Spiesser 12.04.2020 16:01
      Highlight Highlight Welche Lügenmärchen?
    • *klippklapp* 12.04.2020 16:17
      Highlight Highlight Hat er damit seine Menschenrechte verspielt? Er muss kein Held sein! Wenn Gerechtigkeit nur für die Helden mit weisser Weste vorgesehen ist, dann können wir einpacken.
    • Hierundjetzt 12.04.2020 16:56
      Highlight Highlight Er hat aktiv unwahres und vorallem schlechtes der Trumpkampagne übergeben, die habens geglaubt umd gegen Sie verwendet

      Bis heute weis man nicht von wo er diese Informationen hatte.

      Der Rest ist Geschichte

      Voilà.
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