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Clayton Lockett musste qualvoll sterben.
Clayton Lockett musste qualvoll sterben.Bild: AP/Oklahoma Department of Corrections

Schiefgegangene Exekution in den USA: In der Hinrichtungskammer herrschte ein «blutiges Chaos» 

17.03.2015, 15:3018.03.2015, 09:12

Knapp ein Jahr nach der qualvollen Hinrichtung von Clayton Lockett im US-Bundesstaat Oklahoma haben Aussagen von Augenzeugen ein schauriges Schlaglicht auf das Leiden des Todeskandidaten geworfen. Locketts Todeskampf habe «wie ein Horrorfilm» gewirkt, heisst es in den am Montag veröffentlichten Dokumenten. Die Lokalzeitung «Tulsa World» hatte erfolgreich auf die Herausgabe geklagt. Die Behörden machten daraufhin die Interviews mit etwa hundert Zeugen publik.

Die Giftinjektion bei Clayton Lockett war am 29. April 2014 im Fiasko geendet. Der verurteilte Mörder wand sich 43 Minuten vor Schmerzen, bis er schliesslich an einem Herzinfarkt starb. Die normale Dauer einer Hinrichtung per Giftspitze beträgt zehn Minuten. 

Nadel der Spritze zu kurz

Augenzeugen beschreiben in den nun veröffentlichten Dokumenten, wie sich der 38-Jährige auf der Liege krümmte und aufbäumte, während er eigentlich hätte bewusstlos sein sollen. Das Gefängnispersonal stocherte demnach in Locketts Körper herum und suchte mehrfach vergeblich eine Vene für die Injektion. Die Hinrichtungskammer sei ein «blutiges Chaos» gewesen, sagte ein Zeuge.

Dem Untersuchungsbericht zufolge hatte das Personal nur wenig Erfahrung. «Tja, wir müssen einfach dafür sorgen, dass es klappt», soll der Arzt gesagt haben, als ein Mitarbeiter ihn darauf hinwies, dass die Nadel für eine intravenöse Injektion im Oberschenkel zu kurz sei. 

Umstrittener Giftcocktail

Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen hatte im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails ausgelöst. Die Behörden greifen auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. 

Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US-Staaten sowie auf Bundesebene erlaubt. Die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück. (whr/sda/afp)

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