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Women and girls celebrate outside court where Evelyn Hernandez was acquitted on charges of aggravated homicide in her retrial related to the loss of a pregnancy in 2016, in Ciudad Delgado on the outskirts of San Salvador, El Salvador, Monday, Aug. 19, 2019. Hernandez, who has said she did not realize she was pregnant as the result of a rape when she gave birth into a latrine at 32 weeks, was originally sentenced to 30 years under El Salvador's strict abortion laws. (AP Photo/Salvador Melendez)

Frauen und Mädchen feiern den Freispruch von Evelyn Hernandez. Die junge Frau war nach einer mutmasslichen Totgeburt in El Salvador des Mordes angeklagt worden. Bild: AP

Frau nach Totgeburt von Mordvorwurf freigesprochen

In einem aufsehenerregenden Prozess ist in El Salvador eine junge Frau nach einer mutmasslichen Totgeburt vom Mordvorwurf freigesprochen worden.



Ein Richter in der Stadt Ciudad Delgado urteilte am Montag, dass es keine ausreichenden Beweise gegen die 21-jährige Evelyn Hernández gebe. Die Staatsanwaltschaft hatte 40 Jahre Gefängnis gefordert.

In dem zentralamerikanischen Land herrscht ein drakonisches Abtreibungsrecht. Frauen, die ihr Kind verlieren, wird häufig Mord zur Last gelegt.

Hernández zeigte sich erleichtert nach ihrem Freispruch: «Ich bin glücklich», sagte die 21-Jährige. «Gott sei Dank wurde heute Gerechtigkeit gesprochen.» Die fast drei Jahre, die sie bereits im Gefängnis sass, seien eine «harte Zeit» gewesen.

Hernández hatte im April 2016 in einer Toilette ein Kind zur Welt gebracht. Die junge Frau beteuert, das Baby sei bei der Geburt bereits tot gewesen. Trotzdem wurde sie festgenommen.

epa07781409 Evelyn Hernandez (C), 21, reacts after court absolved her from an alleged abortion crime, in Ciudad Delgado, El Salvador, 19 August 2019. Hernandez was absolved for having allegedly had an abortion in 2016 after being raped.  EPA/Rodrigo Sura

Ein Richter in der Stadt Ciudad Delgado urteilte am Montag, dass es keine ausreichenden Beweise gegen die 21-jährige Evelyn Hernández gebe. Bild: EPA

Im Juli 2017 wurde sie wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde aber später aufgehoben, der Fall wurde deswegen neu verhandelt.

Mordanklage nach Totgeburt

In El Salvador sieht das Strafrecht bei Abtreibungen zwischen zwei und acht Jahren Haft vor. Staatsanwälte und Richter stufen Fälle, in denen Kinder tot zur Welt kommen oder kurz nach der Geburt sterben, aber häufig als Mord ein - darauf stehen zwischen 30 und 50 Jahre Haft. Menschenrechtsaktivisten verurteilen dies scharf.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüsste am Montag den Freispruch für Evelyn Hernández. El Salvador müsse nun der «diskriminierenden Praxis der Kriminalisierung von Frauen» ein Ende setzen.

Keine Frau dürfe wegen Mordes angeklagt werden, weil sie einen medizinischen Notfall erlitten habe. Auch müssten die «drakonischen Regeln gegen Abtreibungen» abgeschafft werden. Derzeit sitzen in El Salvador 16 Frauen wegen Abtreibungen oder Totgeburten im Gefängnis. (bzbasel.ch)

Argentinier demonstrieren wegen Abtreibungslegalisierung

Neues Abtreibungsgesetz in Alabama

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    Alle Leser-Kommentare
  • Padcat 20.08.2019 10:30
    Highlight Highlight Was zum Henker läuft falsch mit Menschen, die solche Anklagen erheben (und solche Gesetze erlassen)?
  • Der Soziale 20.08.2019 08:55
    Highlight Highlight Ich bin auch strikte gegen Abtreibung, aber wieso eine Totgeburt auf der Toilette als Mord gelten soll ist mir schleierhaft...
    Wenn das Kind bereits tot auf die Welt kommt dann gibt’s kein Grund für eine Anklage, sofern die Frau beweisen kann, dass es ein medizinischer Notfall und nicht eine bewusste Tötung des Babys durch z.B. irgendwelche Pflänzchen war.
    • Ich hol jetzt das Schwein 20.08.2019 13:59
      Highlight Highlight Nein, die Frau hat gar nichts zu beweisen. Diejenigen, die für sowas Anklage erheben haben ihr zu beweisen, dass sie das Kind nach der Geburt getötet hat. Im Zweifel für den Angeklagten dürfte mittlerweile sogar in Staaten mit solchen Mittelaltergesetzen gelten.
  • pamayer 20.08.2019 07:17
    Highlight Highlight Irr. Total irr, solche Weltanschauungen.
  • DocShi 20.08.2019 05:51
    Highlight Highlight Bei der zweiten Schwangerschaft gab es leider Komplikationen und es war eine Totgeburt.
    Das war für meine bessere Hälfte sehr traumatisch. Ich war auch nicht gut drauf. Wenn ich mir vorstelle dass dann noch jemand Anklage deswegen stellt wird mir echt anders. Als ob das nicht schon schwer genug ist. Das gibt ja ein Trauma fürs Leben.
    Dämliche Gesetze in El Salvador.
    • Rainbow Pony 20.08.2019 06:40
      Highlight Highlight Und zusätzlich hatte die junge Frau ihr armes Kind auf einer Toilette gebähren müssen. Die Frau war 18, auf einer Toilette, mit ihrem Toten Neugeborenen im Arm. Ich kann mir die Not kaum vorstellen.
    • Fiu 20.08.2019 12:33
      Highlight Highlight finde es Unmenschlich wie manche solche Menschen behandeln und noch erwarten das Sie weiter Kinder bekommen. Das ist Horror und ich kann und will mir nicht vorstellen wie Vergewaltigte Frauen leiden, wenn Sie ein Kind eines Unmenschen gebären muss und es dan ohne Liebe aufwächst.

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