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Umweltbewegung Extinction Rebellion setzt Blockaden weltweit fort



A man walks out of the Home office past climate change protesters on the second day of ongoing protests in London, Tuesday, Oct. 8, 2019. Police are reporting they have arrested more than 300 people at the start of two weeks of protests as the Extinction Rebellion group attempts to draw attention to global warming. (AP Photo/Alastair Grant)

Extinction Rebellion bei einem Protest in London. Bild: AP

Demonstranten der Umweltbewegung Extinction Rebellion haben ihre Blockaden am Dienstag weltweit fortgesetzt. In Paris besetzten mehrere Hundert Aktivisten weiter einen zentralen Platz in der Nähe der Seine und eine Brücke, wie der Nachrichtensender BFMTV berichtete.

Von besonderen Vorfällen in der Nacht war keine Rede. Die Aktion hatte am Montag auf der Place du Châtelet im Herzen der französischen Hauptstadt begonnen.

Die Polizei in Berlin setzte am Dienstagmorgen die Räumung am zentral gelegenen Potsdamer Platz fort. Nachdem sich die Beamten in der Nacht zurückgezogen hätten, seien sie seit den frühen Morgenstunden wieder im Einsatz, schrieb die Polizei auf Twitter. «Den Personen, die auf den Strassen bleiben, werden Platzverweise ausgesprochen», sagte eine Sprecherin der Polizei. Die meisten Demonstranten seien der Aufforderung nachgekommen. Einige wurden weggetragen.

Rund 50 Teilnehmer besetzten allerdings weiterhin die Strasse. Zuvor befreiten mehrere Polizisten mit Zangen einige Demonstrierende von Ketten und forderten sie auf, Holzhäuser abzubauen, die sie einen Tag zuvor aufgestellt hatten. Mehr als 150 Teilnehmer verharrten über Nacht am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte.

Anhänger der Umweltbewegung hatten am Montag auch in Amsterdam und London protestiert. Bis zur Nacht auf Dienstag waren laut Scotland Yard 319 Demonstranten der Bewegung Extinction Rebellion festgesetzt worden, die Strassen und Brücken blockiert hatten. Angaben von Scotland Yard, wie viele Demonstranten sich in der britischen Hauptstadt aufhalten, gibt es nicht.

Boris Johnson äussert sich abfällig

Britische Medien rechneten mit weiteren Sperrungen am Dienstag und gingen von etwa 30'000 Teilnehmern aus. Viele Demonstranten übernachteten in Zelten in der Nähe des Parlaments mitten in der Metropole. Sie tanzten, trommelten und machten immer wieder mit Sprechchören auf sich aufmerksam.

Premierminister Boris Johnson appellierte an die Demonstranten, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren «nach Hanf riechenden Biwaks» die Hauptstadt verlassen, sagte der Regierungschef am Montagabend bei der Vorstellung einer Biografie der früheren Premierministerin Margaret Thatcher. Sicherheitsleute hätten ihn vor «unkooperativen Krustentieren» gewarnt, die die Strassen vermüllten.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Grossbritannien. Die Bewegung existiert auch in der Schweiz.

Auch in mehreren anderen Ländern gingen die Klimaaktivisten am Montag auf die Strasse. Blockaden gab es dabei unter anderem auch Im australischen Sydney und in Wellington in Neuseeland. In den kommenden beiden Wochen plant das Aktionsbündnis Proteste in rund 60 Städten rund um den Globus.

Extinction Rebellion will mit Aktionen zivilen Ungehorsams den Druck auf die Regierungen erhöhen, mehr gegen den Klimawandel zu tun. Die Bewegung fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen. (dfr/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 08.10.2019 17:45
    Highlight Highlight Eine Bewegung, die demokratische Spielregeln aushebeln will, muss als faschistoid betrachtet werden.

    Diese ziemlich gefährliche XR-Sekte verfolgt ganz andere Ziele und benutzt die Klimakrise bloss, um ihre kapital- und kontrollfreundliche politische Weltanschauung durchzusetzen.

    Wer sich mit den Hintergründen und Aussagen dieser XR-Sekte auseinandersetzt, könnte leicht zum Schluss kommen, dass da etwas wie eine trojanische Bewegung organisiert wurde, die den bisher wirklich friedlichen Kampf gegen die Klimakrise diskreditieren soll.
  • PlayaGua 08.10.2019 15:36
    Highlight Highlight Die erinnern mich stark an eine Sekte. Wohl ein Fall für Hugo Stamm.
  • Füdlifingerfritz 08.10.2019 15:33
    Highlight Highlight 1/2
    Es war leider zu erwarten, dass aus friedlichen Protesten mancherorts radikale und illegale Störaktionen werden würden. Jetzt vielleicht noch halbwegs zahm... aber wie lange noch? Bringen wird all der Lärm nichts. Manch einer, der mit der Gruppe sympathisiert, wird nun von ihr Abstand nehmen, und wer ihr zuvor schon ablehnend gegenüberstand, wir das weiterhin, bloss in grösserem Masse tun. Eine willkomeme Ausrede, alles was mit Klimaschutz zu tun hat, zu verteufeln. Deshalb: Die Aktionen müssen friedlich und für alle offen bleiben. Kein Fussbreit den Radikalen!
    • Füdlifingerfritz 08.10.2019 15:41
      Highlight Highlight Ähja, ich habs gekürzt, ein 2/2 gibt es nicht... falls jemand darauf warten sollte. :-D
    • Wat Sohn 08.10.2019 15:54
      Highlight Highlight Die Aktionen sind doch alle friedlich und für alle offen, oder habe ich etwas verpasst? Ich habe nichts gegen zivilen Ungehorsam, solange die Politik keine griffigen Massnahmen beschliesst.
  • fuzzy dice 08.10.2019 15:26
    Highlight Highlight Die Bewegung muss aufpassen, dass sie nicht zu stark provoziert und so die absolut wichtigen politischen Forderungen mit zu extremen Mitteln selbst torpediert. Aktuell hat das Thema Klima eine enorme Aufmerksamkeit. Die sollte man mit cleveren, sympathischen Aktionen wie der Klimazeitung bewirtschaften. Blockaden sind ein Mittel um auf Themen aufmerksam zu machen, die in der öffentlichen Wahrnemung untervertreten sind. Bei bereits omnipräsenten Themen verärgert man mehr als man Bewusstsein fördert.
    • Zecke 08.10.2019 15:42
      Highlight Highlight Stimmt. So wie bisher? Haben Sie gesehen was die (z.B. deutsche) Regierung als Reaktion darauf für ein Klimapaket verabschiedet hat? Bringen tun sympathische Aktionen nichts, haben sie fast noch nie. Es muss weh tun, dass sich der Mensch bewusst wird. Damit ist nicht Gewalt gemeint.
    • fuzzy dice 08.10.2019 16:15
      Highlight Highlight @Zecke: Da bin ich nicht ganz einverstanden. Damit die Menschen ihr persönliches Verhalten ändern, braucht es einen gewissen Druck. Damit aber politisch etwas passiert, muss man die öffentliche Meinung auf seine Seite bringen.
    • Zecke 09.10.2019 08:22
      Highlight Highlight Die öffentliche Meinung auf die Seite der unzähligen Wissenschaftlern, welche seit Jahrzehnten vom Klimawandel warnen und die Politik fordert? Muss man zuerst allen gefallen / müssen zuerst alle einverstanden sein bevor man was ändern kann? Wissenschaft ist nicht demokratisch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 08.10.2019 15:26
    Highlight Highlight "Extinction Rebellion". Eine zwar farbigere aber eigentlich nur eine neuartige Form von "Black bloc"(?)

    (Solche Formierungen von destruktivem Aktivismus können einer politisch legitimierter Causa fast nur Schaden anrichten.)
  • EhrenBratan. Hääää! 08.10.2019 15:20
    Highlight Highlight Hach, das wird noch lustig... 🤭👹
    • The IT Guy 08.10.2019 15:46
      Highlight Highlight Ehren bratan! Hat der Hausmeister vom Potsdamerplatz geregelt und der Polizei Hausverbot gegeben?
    • EhrenBratan. Hääää! 08.10.2019 17:00
      Highlight Highlight Zuka blyat
  • Genital Motors 08.10.2019 14:50
    Highlight Highlight in der Schweiz nicht? (mehr)
  • Heinzbond 08.10.2019 14:50
    Highlight Highlight Ja schön und gut, strassenblockaden, flughafen stilllegen, alles toll, erinnert mich an Greenpeace, am Anfang...

    Nur blockieren bringts aber auch nicht, vorschläge, Lösungen Ideen anbieten...

    • Der Tom 08.10.2019 15:23
      Highlight Highlight Vorschläge, Ideen und Lösungen gibt es genug. Das ist ja genau das Problem! Es gibt viele Lösungen aber die passen den Regierungen und der Wirtschaft nicht.
    • ubu 08.10.2019 15:29
      Highlight Highlight Genau, wer das Problem nicht in einem Streich vollständig lösen kann, darf gar nicht anprangern, dass die die wirklich etwas tun könnten, nicht handeln. Selten so einen Quatsch gelesen, Heinzbond!
    • GrumpyDog 08.10.2019 15:42
      Highlight Highlight In einer Demokratie wählen wir die Regierung und wir sind Teil der Wirtschaft. Wir haben es in der Hand. Aber die Einstellung "Wir gegen die da oben" ist halt ein einfacher Weg sich selbst aus der Verantwortung zu ziehen. Diese Einstellung ist meiner Meinung nach der Kern von Aktivismus. Ansonsten wurde man sich nämlich an politischen Prozessen beteiligen und für die Unternehmen arbeiten, die uns in eine bessere Zukunft führen.
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