Schweiz
Zürich

Die Limmat in Zürich ist grasgrün – was dahintersteckt

Grüne Limmat
Bild: zvg

Die Limmat in Zürich ist grasgrün – was dahintersteckt

10.09.2019, 12:4811.09.2019, 15:28

Das Wasser der Limmat in der Stadt Zürich leuchtete heute grasgrün. Die Stadtpolizei stand vor einem Rätsel, angemeldet war jedenfalls nichts. Kurz nach 12 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei die Meldung ein, dass die Limmat grasgrün eingefärbt worden sei. Die Polizei leitete umgehend Abklärungen ein und bot die Wasserschutzpolizei auf, wie sie mitteilte. Zudem wurden Detektive eingesetzt, um den Ursprung der Verfärbung abzuklären.

Schnell war klar: Hinter dem «Farbanschlag» auf die Limmat steckten Klimaaktivisten, die in einer unbewilligten Aktion den Fluss grün färbten und so vor der drohenden Klimakatastrophe warnen wollten. Bei den Demonstrierenden handelt es sich um Mitglieder von Extinction Rebellion, wie diese mitteilten.

Bei der giftgrünen Farbe handelt es sich laut den Aktivisten um sogenanntes Uranin. Der Stoff sei komplett ungefährlich und die Toxizität läge in der Grössenordnung von Speisesalz. Hydrologen würden dieses Material verwenden, um die Fliessgeschwindigkeit eines Gewässers zu bestimmen.

Das sah dann so aus:

1 / 8
Grüne Limmat in Zürich
Am 10. September war die Limmat in Zürich grün gefärbt.
quelle: zvg
Auf Facebook teilenAuf X teilen

In einer Mitteilung schreiben die Aktivisten:

«Am Mittag des 10. Septembers war das Wasser der Limmat im Kreis 1 plötzlich grün verfärbt. Zwischen der Münster- und Rathausbrücke trieben Aktivistinnen und Aktivisten mit Kleidern im Wasser. Rundherum informierten Mitglieder der Organisation und unabhängige Forschende in weissen Kitteln die vorbeigehenden Menschen über den bevorstehenden Kollaps unseres Ökosystems und die existenzielle Bedrohung, die dies für das Überleben unserer eigenen Spezies auf diesem Planeten darstellt.»

Gemäss Mitteilung finden vom 9. bis 20. September in neun Schweizer Städten Aktionen von Extinction Rebellion statt. Die Tour startete am Montag in Bern. Nach der Aktion in Zürich folgen Fribourg, Martigny, Neuchâtel, Luzern, Genf und Delémont. Die Aktion in Lausanne am 20. September werde das grosse Finale bilden.

Polizei bestätigt Uranin

Die Zürcher Stadtpolizei bestätigte am frühen Dienstagabend, dass es sich bei der Flüssigkeit um Uranin handelt. In der Pressemitteilung heisst es:

«Die chemische Substanz ist für Mensch und Umwelt ungefährlich. Dies haben Untersuchungen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) ergeben. Erste Abklärungen der Stadtpolizei haben weiter ergeben, dass das Uranin vermutlich in Pulverform im Bereich Quaibrücke bis Rathausbrücke in die Limmat gelangte.»

Nun hat die Fachgruppe Umweltdelikte der Wasserschutzpolizei entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Im Vordergrund stehen laut Mitteilung Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz. Zudem prüft die Stadtpolizei Zürich ob der Polizeieinsatz den bisher unbekannten Verantwortlichen allenfalls in Rechnung gestellt werden kann.

Die giftgrüne Limmat:

Video: undefined/zvg

(jaw/meg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
43 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass sich die Erde verändert hat
1 / 45
43 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass sich die Erde verändert hat
Zwischen den beiden Aufnahmen vom Matterhorn liegen fast auf den Tag genau 45 Jahre. In diesem Zeitraum ist dramatisch viel Eis weggeschmolzen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
R.I.P. Gletscher Okjökull
Video: srf
So stark sind die Krankenkassenprämien seit 1996 gestiegen – und das sind die Preistreiber
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider verkündet morgen die Krankenkassenprämien 2027 – und sie dürften erneut steigen. 5 Fakten zu 30 Jahren Prämienschock, den aktuellen Preistreibern und einem Lichtblick fürs Jahr danach.
Morgen Dienstag um 14 Uhr verkündet Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider die Krankenkassenprämien für 2027. Erwartet wird ein Plus von rund 5 Prozent – mehr als im Vorjahr. Fünf Fakten zeigen, wie stark die Prämien seit der Einführung des Obligatoriums 1996 schon gestiegen sind und was hinter dem Anstieg steckt.
Zur Story