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Serbische Angreifer im Kosovo hatten Waffen für 400 Kämpfer

Serbische Angreifer im Kosovo hatten Waffen für 400 Kämpfer

05.02.2024, 13:14
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Die Sicherheitskräfte des Kosovo haben nach den Schiessereien mit serbischen Paramilitärs im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben Waffen und Militärausrüstung für bis zu 400 Kämpfer beschlagnahmt.

epa10885376 Armed Kosovo police officers stand at a security checkpoint near the village of Banjska, Kosovo, 27 September 2023. A Kosovar Albanian police officer on 24 September was killed by Serb gun ...
Bewaffnete kosovarische Polizisten in der Nähe von Banjska.Bild: keystone

Zudem belege eine Auswertung beschlagnahmter Dokumente und Kriegswaffen eine Ausrüstung durch den serbischen Staat sowie enge Verbindungen bis in den Apparat des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, heisst es in einem Untersuchungsbericht der Kosovo-Regierung. Das 51 Seiten umfassende Papier des kosovarischen Aussenministeriums, für das Fotos und Videos, Datensätze sowie Personalausweise untersucht wurden, lag der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor. Es wurde nach diesen Angaben schon vor einiger Zeit mit internationalen Stellen geteilt.

Die Kosovo-Regierung listet in ihrer Untersuchung sichergestellte Kriegswaffen auf, die im Beisein der Kosovo-Schutztruppe KFOR sowie der EU-Rechtsstaatlichkeitsmission Eulex beschlagnahmt worden seien. Darunter seien zwei gepanzerte Lastwagen, 29 Geländewagen, 66 Sturmgewehre, 80'000 Schuss Munition sowie Mörser, Handgranaten, Minen, Plastiksprengstoff, Scharfschützengewehre und Kommunikationsmittel. Die Herkunft und die Produktionsdaten - einige erst aus dem Jahr 2022 – liessen sich demnach auch anhand beliegender Unterlagen rekonstruieren.

Die Spannungen der vergangenen Jahre hatten am 24. September vergangenen Jahres einen Höhepunkt erreicht: Ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp lieferte sich in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im von Serben bewohnten Nordkosovo Kämpfe mit der kosovarischen Polizei. Dabei wurden drei serbische Angreifer sowie ein kosovarischer Polizist getötet.

Der kosovo-serbische Politiker und Geschäftsmann Milan Radoicic bekannte sich zu diesem Überfall. Er behauptete, die Aktion auf eigene Faust ausgeführt und keine offiziellen Stellen in Serbien darüber informiert zu haben. Hingegen hält es die Regierung in Pristina für ausgeschlossen, dass Radoicic ohne Hilfe handelte. In dem Untersuchungsbericht wird die These vertreten, dass es Ziel der serbischen Angreifer war, einen Korridor freizukämpfen, um weitere Militärgüter nachschieben zu können.

Gewarnt wird in dem Bericht auch vor der Zusammenarbeit Serbiens mit dem russischen Staat und Präsident Wladimir Putin:

«Wenn der Westen Vucic weiterhin Eskalation erlaubt, und nicht unmissverständliche klare Schritte unternimmt, Vucic und Putin von weiteren Eskalationen abzuschrecken, könnte der Balkan ein weiteres Mal in einem Krieg versinken.»

(saw/sda/dpa)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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JohnDoe_11
05.02.2024 13:57registriert Mai 2023
Kleinputin hat das gleiche Drehbuch wie der grosse. Eine Schande, dass so ein Staat im ganzen Balkan nur für Destabilisierung und Unruhen sorgt und weiterhin als EU-Kandidat gilt und schön Geld vo der EU erhält.

Gestohlene Wahlen, Terroranschläge, militärische Drohgebärden, öffentliche Beleidigungen von ranghohen Politikern der EU, Waffen für die Hamas, Munition für Russland, tausende Söldner für Russland, srbiche Pässe für Söldner der rus Armee, rus Rekrutierungszebtren in belgrad u.v.m. Der Westen treibt weiter Appeasmemt und Kuschelpolitik. WTF is going on?!
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