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Sterbehilfe für Buckelwal Timmy: Darum kann man ihn nicht einfach erlösen

epa12865007 A handout photo made available Greenpeace press office shows a beached whale lying in the waters of the Baltic Sea at the island of Poel near Wismar, Germany, 01 April 2026. The humpback w ...
Buckelwal Timmy wird höchstwahrscheinlich sterben.Bild: keystone

Darum kann man Buckelwal Timmy nicht einfach erlösen

08.04.2026, 15:5308.04.2026, 15:53

Buckelwal Timmy wird auf der Sandbank vor der Insel Poel in der Ostsee sterben. Darüber sind sich Expertinnen und Experten inzwischen einig. Er sei zu geschwächt, als dass er gerettet werden oder sich gar selbst freischwimmen könnte. Doch es könnte noch einige Tage dauern, bis der Wal tatsächlich stirbt. Daher bleibt die Frage, ob man Timmy nicht erlösen könne, um ihm weitere Schmerzen zu ersparen.

«Das Problem dabei ist, dass es keine verlässliche Lösung gibt», wie Bild schreibt. Zwar gäbe es in der Theorie drei Varianten zur Tötung, doch Tierschützerinnen und -schützer stuften diese als nicht angemessen ein. Die Wahrscheinlichkeit sei zu hoch, dass Timmy durch den Sterbehilfeversuch noch mehr leiden müsse. Das erklärt Meeresbiologe Thilo Maack gegenüber «Bild».

Diese drei Varianten wurden untersucht:

  1. Der Wal könnte erschossen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das misslingt, sei aber hoch. «Ein gezielter Schuss ist kaum möglich», sagt Meeresbiologe Robert Marc Lehmann gegenüber der Zeitung. Auch wenn der Schuss gelingen würde, sei ein schneller Tod nicht garantiert.
  2. Man könnte den Wal mithilfe einer grossen Menge eines Euthanasiemittels einschläfern, so Maack. Das sei aber ebenfalls unsicher und zudem nicht humaner als den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Das Spritzen könnte für den Wal sehr hohen Stress bedeuten, wodurch die durchführenden Menschen in Gefahr geraten könnten.
  3. Viel diskutiert wird zudem eine Sprengung. Dabei würden Sprengladungen am Kopf des Tieres befestigt werden, was so schon in Australien und Neuseeland angewendet wurde. Der Sprengstoff würde aus der Ferne gezündet. Die Sprengung brauchte teilweise jedoch mehrere Versuche, weshalb Lehmann diese Methode gegenüber Bild als «beschissen» bezeichnet. Auch Maack sagt: «In der Vergangenheit lebten Wale bei missglückten Sprengversuchen noch lange weiter und starben qualvoll.»

Selbst wenn sich die Tierschützerinnen und Tierschützer für eine der Varianten entscheiden würden, muss in Mecklenburg-Vorpommern das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie eine Genehmigung erteilen, den Wal zu töten. So wie es aussieht, wird das aber nicht stattfinden. Es könnte noch Tage dauern, bis Timmy stirbt. (hkl)

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Die beliebtesten Kommentare
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_Marc_
08.04.2026 16:40registriert Juni 2018
Lasst doch einfach der Natur ihren Lauf und lasst den Wal in Ruhe und Würde sterben.
Ich verstehe, dass es betroffen macht, ein Tier leiden zu sehen und nichts dagegen unternehmen zu können, aber den menschlichen Drang überall eingreifen zu müssen, kann ich nicht nachvollziehen.
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