Wissen
Tier

Buckelwal Timmy: Tier zerdrückt seine eigenen Organe

Buckelwal Timmy: Tier zerdrückt seine eigenen Organe

Seit Tagen steckt ein Buckelwal vor Poel fest. Laut einer Expertin befindet sich das Tier bereits im Sterbeprozess. Für die kommenden Tage nennt sie verschiedene Szenarien.
08.04.2026, 15:0108.04.2026, 15:01
Ein Artikel von
t-online

Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal befindet sich bereits im Sterbeprozess. Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die fehlende Reaktion des Tieres auf die sich nähernden Boote dafür ein Anzeichen sei. Wie lange der Sterbeprozess dauern wird, hänge von verschiedenen Faktoren ab.

König erklärte: «Der Wal hat mehrere Baustellen, die ihn beeinträchtigen und dafür sorgen werden, dass er sterben wird.» Dass das Tier stirbt, könne deswegen heute Abend passieren – oder erst in drei Tagen. Wenn der Buckelwal für etwa eine Stunde nicht atme, sei das ein Zeichen dafür, dass er tot ist.

KEYPIX - 03.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt. Der vor Wismar gestrandete Buckelwal ist noch am Leben.  ...
Das Tier zu töten und von seinem Schicksal zu erlösen, ist aktuell keine Option.Bild: keystone

Die Biologin erklärte weiter, dass ein Organversagen und Kreislaufkollaps des Tieres nicht unwahrscheinlich seien. Denn: «Wale brauchen Schwerelosigkeit im Wasser.» Aufgrund der geringen Wassertiefe an der Stelle, wo der Wal gestrandet ist, drücke ein grosser Teil des Körpergewichts des Tieres auf seine Organe.

«Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt»

Zudem sei die Haut durch den zu geringen Salzgehalt im Wasser eingerissen und geschädigt. König sagte: «Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt.» Dann könne der Wal von Pilzen und Bakterien befallen werden – und der Wal werde noch mehr geschwächt.

Gleichzeitig stellte die Expertin klar: Das Tier zu töten und von seinem Schicksal zu «erlösen», sei aktuell keine Option. In der Praxis sei über die Option Einschläfern bei so grossen Säugetieren nur wenig bekannt. Deswegen sei nicht klar, in welcher Dosis die entsprechenden Medikamente verabreicht werden müssen: «Man kann nicht ausschliessen, dass er die Tötung bei vollem Bewusstsein miterlebt.»

Die Option, das Tier zu erschiessen, käme ebenfalls nicht infrage – unter anderem, weil es schwierig sei abzuschätzen, wohin der Schuss gesetzt werden muss. Die radikalste, aber wahrscheinlich effektivste Methode wäre es, einen Sprengsatz unter den Kopf zu legen und den Kopf zu sprengen, sagte König.

Das sei aber ethisch nicht vertretbar und auch aufgrund der zuschauenden Menschen keine Möglichkeit. Zudem könne die Methode dazu führen, dass der Wal reisst und die Proben für eine spätere wissenschaftliche Analyse unbrauchbar werden. König fügte hinzu: «Alle drei Möglichkeiten der aktiven Tötung wurden ausgeschlossen, und entschieden, den Wal auf natürliche Weise sterben zu lassen.»

Verwendete Quellen:

  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

()

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Buckelwal in der Ostsee gestrandet
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
6
Neue Studie: Hundebesitzer erkennen Schmerzen bei ihren Tieren oft nicht
Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist oft eng. Doch beim Erkennen von Schmerzen ihrer Tiere stossen viele Halter an Grenzen.
Insbesondere subtile Verhaltensänderungen würden häufig falsch interpretiert, schreiben drei Forscherinnen der Universität Utrecht im Fachjournal «PLOS One». Entscheidend für eine bessere Einschätzung scheint demnach persönliche Erfahrung zu sein.
Zur Story