Buckelwal Timmy: Tier zerdrückt seine eigenen Organe
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal befindet sich bereits im Sterbeprozess. Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die fehlende Reaktion des Tieres auf die sich nähernden Boote dafür ein Anzeichen sei. Wie lange der Sterbeprozess dauern wird, hänge von verschiedenen Faktoren ab.
König erklärte: «Der Wal hat mehrere Baustellen, die ihn beeinträchtigen und dafür sorgen werden, dass er sterben wird.» Dass das Tier stirbt, könne deswegen heute Abend passieren – oder erst in drei Tagen. Wenn der Buckelwal für etwa eine Stunde nicht atme, sei das ein Zeichen dafür, dass er tot ist.
Die Biologin erklärte weiter, dass ein Organversagen und Kreislaufkollaps des Tieres nicht unwahrscheinlich seien. Denn: «Wale brauchen Schwerelosigkeit im Wasser.» Aufgrund der geringen Wassertiefe an der Stelle, wo der Wal gestrandet ist, drücke ein grosser Teil des Körpergewichts des Tieres auf seine Organe.
«Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt»
Zudem sei die Haut durch den zu geringen Salzgehalt im Wasser eingerissen und geschädigt. König sagte: «Es bilden sich Blasen und die werden von Möwen angepickt.» Dann könne der Wal von Pilzen und Bakterien befallen werden – und der Wal werde noch mehr geschwächt.
Gleichzeitig stellte die Expertin klar: Das Tier zu töten und von seinem Schicksal zu «erlösen», sei aktuell keine Option. In der Praxis sei über die Option Einschläfern bei so grossen Säugetieren nur wenig bekannt. Deswegen sei nicht klar, in welcher Dosis die entsprechenden Medikamente verabreicht werden müssen: «Man kann nicht ausschliessen, dass er die Tötung bei vollem Bewusstsein miterlebt.»
Die Option, das Tier zu erschiessen, käme ebenfalls nicht infrage – unter anderem, weil es schwierig sei abzuschätzen, wohin der Schuss gesetzt werden muss. Die radikalste, aber wahrscheinlich effektivste Methode wäre es, einen Sprengsatz unter den Kopf zu legen und den Kopf zu sprengen, sagte König.
Das sei aber ethisch nicht vertretbar und auch aufgrund der zuschauenden Menschen keine Möglichkeit. Zudem könne die Methode dazu führen, dass der Wal reisst und die Proben für eine spätere wissenschaftliche Analyse unbrauchbar werden. König fügte hinzu: «Alle drei Möglichkeiten der aktiven Tötung wurden ausgeschlossen, und entschieden, den Wal auf natürliche Weise sterben zu lassen.»
Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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