Wal «Timmy» atmet weiter – Rettung mit Katamaran findet doch nicht statt
Der Zustand des vor der deutschen Ostseeinsel Insel Poel gestrandeten Buckelwals ist am frühen Ostermontag weiter unverändert. Der Wal atmet Behörden zufolge noch immer regelmässig alle zwei bis vier Minuten.
Die Polizei sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den seit Dienstag festliegenden Meeressäuger zu beobachten, teilte das zuständige Umweltministerium des ostdeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit.
Für kurze Zeit gab es einen Hoffnungsschimmer: Das Umweltministerium prüfte, ob das Tier von einem Katamaran aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden könnte. Voraussetzung hierfür sei aber ein voraussichtlich am Dienstag vorliegendes gesundheitliches Gutachten zum Wal, ob er überhaupt eine Überlebenschance habe, sagte Umweltminister Till Backhaus am Ostersonntag in einem Interview des Senders News5. Aktuell gehe es ihm aber «wirklich ganz schlecht».
Die Rettung mithilfe des Katamarans soll nun nicht stattfinden. «Dass es solch einen Versuch überleben würde, ist nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich», sagte Backhaus laut «Focus» am Montag.
Dem Minister zufolge leidet der Wal nicht nur unter dem zu geringen Salzgehalt der Ostsee, was unter anderem Folgen für die Haut des Meeressäugers hat. Zudem weise er auch Verletzungen auf, die wahrscheinlich von Schiffsschrauben stammten. Ferner seien Reste von Netzen an seinem Körper gefunden worden.
Katamaran könnte den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen
Der Katamaran sei in Dänemark verfügbar und könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen, sagte Backhaus weiter. Die Idee: «Es werden 80 Zentimeter bis 1 Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden», sagte Backhaus. Anschliessend soll das Tier dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, «um ihn dann lebend zu transportieren».
Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal vor der deutschen Ostseeküste festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Den Weg zum Atlantik, was seine wahrscheinliche Rettung bedeutet hätte, fand er nicht. Zunächst war der Meeressäuger im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand im deutschen Land Schleswig-Holstein. Letztendlich war er am Dienstag vor Wismar gestrandet. (hkl/sda/dpa)
