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ADVANCE FOR PUBLICATION ON TUESDAY, APR. 16, AND THEREAFTER - FILE - This Sept. 21, 2018 file photo, shows fighters under the UN backed government on the front lines during clashes in southern Tripoli. Libya is on the verge of an all-out war involving a rogues’ gallery of militias, many of which are little more than criminal gangs armed with heavy weapons. The self-styled Libyan National Army, led by Field Marshal Khalifa Hifter, launched a surprise offensive to retake Tripoli on April 5, 2019. Hifter’s opponents view him as an aspiring dictator. (AP Photo/Mohamed Ben Khalifa, File)

In Libyen sind in den letzten 14 Tagen hunderte Menschen getötet worden. Bild: AP/AP

Mehr als 200 Tote bei Kämpfen in Libyen – Uno-warnt vor «Flächenbrand»



Die internationale Gemeinschaft ruft zum Ende der Gewalt in dem nordafrikanischen Krisenland Libyen auf. Doch alle Appelle verhallten bislang ungehört. Im Uno-Sicherheitsrat gibt es keine einheitliche Haltung. Tripolis schreibt General Haftar zur Fahndung aus.

Seit dem Ausbruch der Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis vor rund zwei Wochen sind mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte am Donnerstag über Twitter, zudem seien mehr als 900 Menschen verwundet worden.

Wegen der Gewalteskalation wollte sich der Uno-Sicherheitsrat in New York noch am Nachmittag (Ortszeit) hinter verschlossenen Türen mit der Lage in dem nordafrikanischen Krisenland befassen.Deutschland hatte die Dringlichkeitssitzung einberufen, nachdem sich der Rat nicht auf ein Papier zu einer Waffenruhe einigen konnte.

Nach Darstellung eines Diplomaten brachte Äquatorialguinea im Namen von drei afrikanischen Staaten Einwände gegen den britischen Entwurf vor. Deutschland hat derzeit den Vorsitz in dem Gremium inne.

Haftbefehl gegen Haftar

Libyens international anerkannte Regierung erliess unterdessen am Donnerstag einen Haftbefehl gegen General Chalifa Haftar wegen der Angriffe seiner Truppen auf die Hauptstadt Tripolis. Der Haftbefehl basiere hauptsächlich auf den Bombenangriffen gegen den Flughafen Mitiga und Wohngebiete, teilte die Militärstaatsanwaltschaft mit.

In Libyen konkurrieren zwei Regierungen und zahlreiche Milizen um die Macht. Truppen des einflussreichen Generals Haftar hatten Anfang April einen Angriff auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch sitzt. Haftar hat seinen Einfluss bereits auf grosse Teile des Landes ausgedehnt. Jetzt will er auch Tripolis unter Kontrolle bringen.

Anhaltende Kämpfe

Libysche Medien berichteten am Donnerstag über Kämpfe um den Flughafen Tamanhint im Süden des Krisenlandes. Der Sender 218 TV meldete, bewaffnete Kräfte hätten den von Haftars Anhängern kontrollierten Stützpunkt angegriffen.

Der Sicherheitsrat hatte sich vor rund zwei Wochen «zutiefst besorgt» über die Entwicklung in Libyen gezeigt, wie es in einer vor Journalisten verlesenen Erklärung hiess. Darin rief er Haftar auf, den Vormarsch seiner Truppen auf Tripolis zu stoppen. Auf eine Resolution mit dieser Forderung konnte sich der Rat jedoch nicht einigen.

Auch der Uno-Sondergesandte Ghassan Salame forderte in dieser Woche ein unverzügliches Ende der Gewalt, nachdem zuvor Raketen ein Wohngebiet im Südwesten der Hauptstadt getroffen hatten. Alle Appelle dieser Art verhallten allerdings bisher ungehört.

epa07512404 People inspect the damage after overnight shelling on the southern district of Abu Salim, Tripoli, Libya, 17 April 2019. According to media reports, four people were killed and dozens injured in shelling in the Abu Salim district of Tripoli. Forces loyal to Commander of the Libyan National Army (LNA) Khalifa Haftar are engaged in a military operation since early April to take control of the Libyan capital Tripoli.  EPA/STRINGER

Bild: EPA/EPA

Zehntausende von Vertriebenen

Nach Schätzungen der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM) haben die Kämpfe auch rund 25'000 Menschen vertrieben. Im Chaos nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 hat sich Libyen zu einem der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa entwickelt.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenze warnte, die Gewalt gefährde besonders mehr als 3000 Flüchtlinge und Migranten, die willkürlich in Internierungslagern nahe der Kampfzone festgehalten würden. Manche hätten seit Tagen nichts zu essen bekommen, viele erhielten nur sehr wenig Trinkwasser. Einige berichten, in direkter Umgebung ihrer Internierungslager habe es Kämpfe und Luftangriffe gegeben.

Der 75 Jahre alte Haftar erhält Unterstützung von Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Frankreich und Russland. Seine Anhänger wiederum werfen ihren Gegnern vor, Hilfe aus der Türkei und Katar zu bekommen. (sda/dpa)

Die Flucht übers Mittelmeer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Walter Röhrich 18.04.2019 20:46
    Highlight Highlight Mir kommt das ein bisschen vor, als wenn Herr Putin pünktlich zum Beginn der Sommerzeit Europa wieder schiffsweise Flüchtlinge schenken möchte, indem er einen ehemaligen General aktiviert, welcher für riesiges Chaos sorgen soll.
    • Tobsol 18.04.2019 21:45
      Highlight Highlight Dann hast du verpasst, dass Libyen schon ne ganze Weile brennt
    • Basti Spiesser 18.04.2019 22:33
      Highlight Highlight Echt, wo schnappst du solche Verschwörungstheorien auf?
    • Basti Spiesser 19.04.2019 09:08
      Highlight Highlight Interessante VT...

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